Rotkäppchen-Mumm Es wird knapp

Rotkäppchen-Mumm-Chef Christof Queisser rechnet mit einem herausfordernden nächsten Jahr. Preise werden steigen und einige Weine nicht mehr verfügbar sein, so die Prognose.

Dienstag, 14. Dezember 2021 - Getränke
Tobias Dünnebacke
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Bildquelle: Ingo Hilger

„Wir haben eine qualitativ gute Weinernte in Europa, aber wie das in so einem Fall oft ist, sind dann die Mengen gering“, erklärt Christof Queisser, Geschäftsführer von Rotkäppchen-Mumm. Während die Region Baden einen Rückgang von 10 Prozent Menge berichte, sei die Ernte in Deutschland insgesamt stabil. Besonders mau lief die Lese in Frankreich. In Europa ging die Weinernte um ganze 10 Prozent zurück. „Da unsere Produkte mindestens ein halbes Jahr in unseren Kellern lagern, sind wir für die Feiertage gut gerüstet. Für 2022 zeichnet sich aber ab, dass der eine oder andere Wein oder Sekt nicht mehr verfügbar sein wird“, erklärt der Manager. Betroffen seien unter anderem Weißweinsorten aus Baden und Frankreich. Rotkäppchen-Mumm vermarktet den Wein „1112“ (Markgräflich Badisches Weinhaus) sowie die Marke Blanchet, die auf französischen Weinen basiert. Hier könne es beim Weiß- und Grauburgunder Engpässe geben. Darüber hinaus glaubt Queisser, dass Wein, Sekt und Spirituosen im kommenden Jahr für die Endverbraucher teurer werden. Preissteigerungen für die Hersteller gebe es unter anderem bei Holz und Energie. Angesprochen auf die preisaggressiven Aktionen für den Sekt Rotkäppchen bei unter anderem Kaufland (2,34 Euro je Flasche) relativierte Queisser: „Der Jahresschnitt sieht besser aus, und gerade zum Saisonhöhepunkt gegen Ende des Jahres ziehen die Preise erfahrungsgemäß noch einmal an.“ Fest stehe aber, dass die Marken des Unternehmens mehr wert seien. Daher wolle man für das kommende Jahr auch die unverbindliche Preisempfehlung für Rotkäppchen von 2,79 auf 2,99 Euro anheben.

Neben den Herausforderungen sieht das Sekthaus auch Chancen in der Corona-Zeit. Die aktuelle Studie „Genusskultur im New Normal“ in Zusammenarbeit mit dem Trendbüro zeige die Auswirkungen eines pandemiegeprägten sozialen Miteinanders. Ein Ergebnis: Immer mehr Menschen konzentrieren sich auf die Rolle des Gastgebers. Einhergehend ist die Nachfrage nach starken Marken und höheren Qualitäten. Gerade hier will Queisser mit Produkten wie Geldermann punkten. Für das kommende Jahr sagt der Rotkäppchen-Mumm-Chef daher auch mehr Dynamik beim Umsatz als beim Absatz voraus.

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