Almdudler „Absolutes No-Go“

Almdudler, Hersteller der gleichnamigen Limonade aus Österreich, will in Deutschland weiter kräftig wachsen. Preisdumping soll aber tabu bleiben.

Dienstag, 14. Dezember 2021 - Getränke
Tobias Dünnebacke
Artikelbild „Absolutes No-Go“
Bildquelle: Philipp Lipiarski

Das österreichische Familienunternehmen Almdudler, seit 1957 Hersteller der gleichnamigen Alpenkräuterlimonade, will in Deutschland weiter wachsen. Gerhard Schilling, seit 2004 Geschäftsführer des Unternehmens, sieht viele Chancen beim großen Nachbarn jenseits der Alpen. Zuletzt konnte man in Deutschland zweistellig wachsen, was insbesondere am hohen Anteil des Lebensmittel-Einzelhandels als auch der Getränkeabholmärkte im Vertriebsmix liegt. Rund 85 Prozent des Geschäftes in Deutschland läuft über den Einzelhandel. In Zeiten von Corona-Pandemie und Restaurant-Schließungen ein Segen: Beide Kanäle konnten 2020 und 2021 stark zulegen. Schilling, der keine absoluten Zahlen nennen möchte, spricht von einem zweistelligen Wachstum sowohl bei Wert als auch Volumen. Seit 2010 forciert der Hersteller den hiesigen Markt aktiv mit Werbemaßnahmen und Aktionen auf der Fläche. Die deutsche Vertriebsmannschaft umfasst mittlerweile 10 Mitarbeiter. Lennart Hofmaier hat seit 2021 als Verkaufsleiter das Zepter in der Hand.

„Unser Ziel ist es, innerhalb von 5 bis 10 Jahren Deutschland zum größten Absatzmarkt für Almdudler zu machen“, so Schilling gegenüber diesem Magazin. Gelingen soll dies über eine bessere Sicht- und Verfügbarkeit auf der Fläche, beispielsweise mit Aktionen und Sonderplatzierungen. Bei der Bekanntheit der Marke gebe es ein Süd-Nord-Gefälle wie auch Unterschiede zwischen Stadt und Land. „In Hamburg oder Berlin muss man keinem mehr erklären, was Almdudler ist. Auf dem Land sieht das bisweilen anders aus.“ Diese Lücken wolle man schließen.

Schilling will Almdudler weiter als Premium positionieren
Schilling wird aber nicht an der Preisschraube drehen und sich Wachstum erkaufen. „Das ist für uns ein absolutes No-Go. Wir werden uns nicht an einem im Markt üblichen Preisdumping beteiligen“, erklärt der Geschäftsführer. Das Unternehmen steckt derzeit mitten in den Jahresgesprächen mit dem deutschen Handel. Gerade in Zeiten der Pandemie, steigender Preise und gestörter Lieferketten keine einfache Situation. „Wir befinden uns derzeit, wie viele andere Hersteller, durch steigende Kosten bei Rohstoffen und Transport in einer besonderen Lage. Hinzu kommt: Die Marke Almdudler ist im Premiumpreissegment angesiedelt. Wir gehen aber sehr selbstbewusst in die Gespräche. Der klassische Almdudler-Fan ist ohnehin kein Schnäppchenjäger und wird eher über die Emotion zur Marke angesprochen“, so Schilling. Familienunternehmen wie Almdudler könnten in solchen Situationen die nötige Geduld mitbringen, um eine Marke wertmäßig voranzubringen.

Almdudler wird in unveränderter Rezeptur in der originalen 0,35-Liter-Glas-Mehrweg-Formflasche und in PET-Flaschen unterschiedlicher Größen verkauft. In Deutschland macht das Einweg-Geschäft über den LEH den größeren Anteil aus (rund zwei Drittel). Verkauft wird Almdudler in den Varianten Original, Zuckerfrei, Holunder sowie als Sirup. Insbesondere die zuckerfreie Version soll in Zukunft im Fokus der Vermarktung stehen. Für das Einweggeschäft besteht in Deutschland eine Vertriebskooperation mit dem österreichischen Eistee-Produzenten Pfanner. Der Großteil des Mehrweggeschäftes wird beim Franken Brunnen abgewickelt, mit dem ebenfalls eine Vertriebspartnerschaft besteht. Außerdem erbringt der Carolinen Brunnen (mittlerweile Teil der Hassia Gruppe) Abfülldienste für Almdudler.

Seit Juni gilt Almdudler zudem über den Zertifizierer Climate Austria als gesamtes Unternehmen als CO2-neutral. Um den anfallenden CO2-Fußabdruck zu neutralisieren, unterstützt das Unternehmen zwei ausgewählte österreichische Klimaschutzprojekte. Man optimiere laufend die umwelt- und ressourcenschonende Herstellung seiner Produkte und habe auf dem Heimatmarkt eine Vorreiterrolle für das national verfügbare 1-Liter-Glasmehrweg-Haushaltsgebinde eingenommen. Die Diskussion in Deutschland zum Thema Individualgebinde (auch Almdudler nutzt eine Relief-Flasche) sieht Schilling gelassen. Solche Flaschen stehen besonders durch Umweltverbände zunehmend in der Kritik, weil sie weite Transportwege zurücklegen müssen. Der Almdudler-Geschäftsführer hält dagegen: „Viele unserer Flaschen, die im Umlauf sind, sind schon älter als 30 oder 40 Jahre. Damit setzen wir bereits seit vielen Jahrzehnten ein beständiges Zeichen in Sachen Umweltschutz und Reduzierung des Carbon Footprint.“

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