Weindispenser Frohe Wei(h)nachten?

Zu den Feiertagen am Ende des Jahres greifen die Kunden für eine Flasche guten Wein oft tiefer in die Tasche. Doch wer kauft die Katze schon gerne im Sack?

Montag, 23. August 2021 - Getränke
Elena Kuss
Artikelbild Frohe Wei(h)nachten?
Bildquelle: Carsten Hoppen

Der Weinverkostungsautomat macht es möglich, Weine im Markt zu verkosten, ohne dafür Personal einsetzen zu müssen. Philipp Bongartz und Thiemo Dürbaum, beide Geschäftsführer von By the Glass Deutschland, erklären, warum sich ein Dispenser gerade zu Weihnachten lohnt und wie die Verkostung auch während der Pandemie uneingeschränkt weitergehen konnte.

Die Corona-Pandemie hat den Einzelhandel auf den Kopf gestellt. Waren die Verkostungen mit dem Ausschankautomaten weiter möglich?
Philipp Bongartz: Viele Händler hatten das System weiter freigeschaltet. Der Weinabsatz im LEH hat in den letzten 18 Monaten stark zugenommen, und die autarke Verkostung bietet eine saubere Lösung, auch hochwertige Weine permanent zum Verkosten anzubieten.

Zeitweise waren Verkostungen im Markt aber ja deutlich eingeschränkt.
Bongartz: Glasausschank war nicht möglich, der autarke Ausschank blieb dauerhaft erlaubt.

Das System gibt es seit einigen Jahren. Gibt es eine Weiterentwicklung?
Bongartz: Neu ist unter anderem die digitale Komponente, die neben der Verkostung zudem weitere Informationen bietet. Hierzu zählen neben einer Weinexpertise mögliche Foodpairings. Auch können über einen Barcode-Leser Informationen zu anderen Weinen abgespielt werden, die nicht im Verkostungssystem stehen.

Welche Weine verkostet werden, entscheiden die Kaufleute oder die Mitarbeiter in den Weinabteilungen. Gibt es trotzdem eine Empfehlung?
Bongartz: Kommt darauf an, wo in Deutschland der Automat steht. Ab 7 Euro Verkaufspreis ist eine Weinverkostung im Schnitt sinnvoll. Nach oben sind keine Grenzen gesetzt. Teilweise werden die Dispenser an Weihnachten mit Weinen über 100 Euro bestückt. Ein Beispiel sind hier die Hieber-Märkte, deren Systeme jedoch nur über den Sommelier freigeschaltet werden können.

Was heißt das?
Thiemo Dürbaum: Es gibt verschiedene Möglichkeiten, den Ausschankautomaten freizuschalten. Beispielsweise über Kundenkarten, die der Kunde sich im Markt ausstellen lassen kann. Oder nur der Sommelier oder ein Mitarbeiter kann die Weine zur Verkostung über den Automaten anbieten. Natürlich ist auch ein komplett freier Zugang möglich. 60 Prozent unserer Kunden nutzen den Automaten ohne Zugangsbeschränkung. 30 Prozent setzen auf Kundenkarten. Etwa 10 Prozent arbeiten mit einem Sommelier. Das Thema der reinen Alterskontrolle kann natürlich auch über einen Personalausweisleser erfolgen, so wie es beispielsweise in sämtlichen AEZ-Märkten umgesetzt wurde.

Wie wird der Weindispenser an Weihnachten optimal eingesetzt?
Bongartz: Gerade zu Weihnachten empfehlen wir, höherwertige Weine, gegebenenfalls vermehrt Rotweine, in das System einzuspannen.
 
Wie lange dauert es, bis das Ausschanksystem im Markt ist?
Bongartz: Etwa zwei bis vier Wochen nach Vertragsschluss kann das System im Markt stehen. Ausgenommen sind Sondermodelle wie Systeme mit integrierter Spülmaschine und Weinklimaschrank.

Die Kosten für die Anschaffung werden von Händlern oft kritisiert.
Bongartz: Wir bieten gerade deshalb die neuen Systeme zur Miete mit voller Kosten- und Erfolgskontrolle für den LEH an. In dem Preis enthalten sind der Austausch, Garantie, Wartung und wenn gewünscht die digitale Komponente der Kundenbewertung bis hin zum Möbelstück. Der Mietpreis für die kleinste verfügbare Einheit startet bei 150 Euro. Die Mindestmietdauer liegt bei zwölf Monaten und kann dann monatlich gekündigt werden.

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