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Gerolsteiner An CO2-Zielen festhalten

Tobias Dünnebacke | 25. September 2020
Gerolsteiner: An CO2-Zielen festhalten
Bildquelle: Gerolsteiner

Corona hat die „Fridays for Future“-Bewegung und Klimadebatten medial in den Hintergrund gerückt. Der Gerolsteiner-Brunnen will trotzdem an seinen ambitionierten CO2-Zielen festhalten.

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Roel Annega hat sich seinen Einstieg beim größten deutschen Markenbrunnen sicher leichter vorgestellt: Kaum ein Jahr im Amt als Geschäftsführer, muss der gebürtige Niederländer schon mit einer Jahrhundert-Pandemie wie Corona fertig werden. „Wir haben von einem Tag auf den anderen 120 Leute in der Verwaltung in das Homeoffice geschickt“, erzählt Annega. Immerhin: Kurzarbeit musste dabei nicht angemeldet werden. „Dank der Flexibilität unserer Mitarbeiter“, so der Gerolsteiner-Chef.

Was das Geschäft betrifft, sind die Eifeler noch relativ glimpflich davon gekommen. „Es gibt Branchen, die sind deutlich schwerer betroffen“, so Annega im Gespräch mit der Lebensmittel Praxis. Von Januar bis Juli verzeichnet der Mineralbrunnen einen Absatz von 4,4 Millionen Hektolitern, was einem Schwund von 5,7 Prozent entspricht und auf das noch immer nicht in Schwung gekommene Gastronomie-Geschäft zurückzuführen ist. „Wir machen rund sechs Prozent unseres Geschäftes in der Gastronomie, aber durch die aktuelle Situation sind die Einschläge trotzdem deutlich erkennbar.“ Der Handel hingegen zeigt sich stabil, wenn auch deutlich volatiler als in der Vergangenheit. Im März beispielsweise wurden Rekordmengen geordert. Im Laufe der Monate hat sich dieses Volumen aber wieder angeglichen: Mineralwasser wurde, anders als andere Artikel, nicht gehamstert. Ein deutliches Wachstum konnte der Brunnen, gemäß dem allgemeinen Branchentrend, beim Glas-Mehrweg-Sortiment verzeichnen (+ acht Prozent). Impulsgeber seien hier die Glas-Individualgebinde. Der Mehrweganteil am Gerolsteiner-Absatz wächst auch insgesamt (Glas und PET) und liegt derzeit bei 67 Prozent.

Die Nachhaltigkeits-Ziele bleiben oben auf der Gerolsteiner-Agenda
Auch wenn das Thema Nachhaltigkeit in den Medien von der Corona-Pandemie abgelöst wurde, will Annega unbedingt an seinen ambitionierten Zielen für den Brunnen festhalten. „Ich glaube, es wird wieder die Zeit kommen, wo man ganz genau hinschauen wird, wer sich auch dann ernsthaft mit dem Thema auseinandergesetzt hat, als nicht so genau hingeschaut wurde“, sagt Annega. So hat das Traditionsunternehmen aus der Vulkaneifel im Rahmen seiner Klimaschutzstrategie schon erste Ziele erreicht: Seit 2020 ist Gerolsteiner entlang der gesamten Wertschöpfungskette klimaneutral und bekennt sich mit ambitionierten CO2-Reduktionszielen als erster deutscher Mineralbrunnen zum 1,5-Grad-Ziel der internationalen Klimapolitik. Auch die langjährige Kooperation mit Landesforsten Rheinland-Pfalz für klimastabile Wälder in der Eifel wird fortgesetzt und ausgebaut. International kooperiert man mit dem Partner First Climate bei Waldschutz- und Aufforstungsprojekten in Brasilien und Indonesien. Über die Investitionssumme dieses Engagements will sich Annega jedoch nicht öffentlich äußern. Die größte Herausforderung: Bis 2030 sollen klimarelevante Emissionen um 59 Prozent (verglichen mit 2016) vermindert werden. Noch fehle dem Brunnen die nötige Technologie, aber die soll in ein paar Jahren hoffentlich bereitstehen. Alleine wird der Brunnen diese massive CO2-Ersparnis aber trotzdem nicht stemmen können, denn er ist nicht Hauptverursacher von Emissionen: „Wir müssen unser Naturprodukt Mineralwasser nicht im klassischen Sinne produzieren, sondern nur in Flaschen abfüllen. Dadurch entsteht ein erheblicher Anteil an CO2 durch unsere Lieferanten und Partner, beispielsweise bei der Herstellung von Gebinden oder in der Logistik“, erklärt Annega. Die Zusammenarbeit laufe vernünftig und konstruktiv. „Unsere Partner wissen, dass man sich hier jetzt für die Zukunft aufstellen muss.“