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Interview mit Robert Mähler Weg vom Plankauf-Image ! - Interview mit Robert Mähler: Teil 2

Tobias Dünnebacke | 09. März 2018
Interview mit Robert Mähler: Weg vom Plankauf-Image !

Bildquelle: Carsten Hoppen

Robert Mähler, Geschäftsführer von Gerolsteiner, glaubt an die Kraft der Marke und hat keine Sorge vor dem Wettbewerb. Gemeinsam mit dem Handel will er sein Mineralwasser stärker im Impulsbereich positionieren.

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Viele Handelsketten versorgen sich mittlerweile durch eigene Brunnenbetriebe und sind selbst Produzenten. Machen Sie sich Sorgen?
Die Vertikalisierung schreitet voran und das nehmen wir sehr ernst. Aber Sorgen mache ich mir ehrlich gesagt nicht, solange wir als Gerolsteiner Brunnen hungrig bleiben und den Shopper und Konsumenten weiterhin in den Mittelpunkt unseres Handelns stellen. Marken sind in ihrer Definition kumuliertes Vertrauen und bieten den Kunden neben einem spezifischen Mehrwert beispielsweise Orientierung, Sicherheit und Rückversicherung. Menschen haben außerdem das Bedürfnis, Teil einer Marken-Community zu sein. Wir versuchen, diese Ansprüche und Erwartungen unserer Kunden zu erfüllen.

Aber werden nicht auch Handelsmarken immer stärker als richtige Marken wahrgenommen?
Das stimmt. Dem Konsumenten ist es relativ egal, wer diese Marke zur Verfügung stellt. Aber es bleibt die Frage: Wer versteht den Konsumenten besser? Es ist ein Wettbewerb. Wir konkurrieren mit allen, die anbieten, den Durst zu löschen.

Nach dieser Logik ist das Leitungswasser also auch ein Wettbewerber.
Wenn Leitungswasser von den Konsumenten als Alternative betrachtet wird, dann natürlich. Wir haben aber gute Argumente für unser Produkt. Das ist der erfrischende Geschmack, der hohe Mineralienanteil aber auch die Sicherheit, die wir als Marke bieten. Wir sind zum Beispiel von Fresenius zum Premiummineralwasser zertifiziert, allein der dadurch erbrachte Nachweis sozialer und ökologischer Nachhaltigkeit umfasst 97 anspruchsvolle Kriterien und muss jährlich im Rahmen eines Audits geprüft werden. Unsere Standards gehen also weit über die Mineral- und Tafelwasserverordnung hinaus. Wir führen 400 Analysen pro Tag durch. Bei der Abfüllung setzen wir auf modernste Technologie, unter anderem die sogenannte Reinraumtechnik, um das Wasser in seiner reinsten und ursprünglichsten Form abzufüllen. Das garantiert kein Leitungswasser.


Bleibt es dabei, dass Sie auf das B-Marken-Geschäft verzichten?
Das bleibt so. Wir investieren 100 Prozent unserer Energie in diese eine Marke. Von diesem Prinzip werden wir nicht ablassen.

Zum Unternehmen

Gerolsteiner ist in Deutschland die Nummer Eins unter den Markenbrunnen. Der Gesamtabsatz wuchs zuletzt mit einem leichten Plus auf 7,55 Millionen Hektoliter. Damit kann sich das „Wasser mit Stern“ bereits zum siebten Mal in Folge positiv entwickeln. Keine Selbstverständlichkeit in der AfG- und Mineralbrunnenbranche. Seit 2017 ist Robert Mähler Geschäftsführer bei dem Brunnen. Wie sein Vorgänger Axel Dahm setzt er auf Wertschöpfung im hart umkämpften Wassermarkt.

Ich frage, weil sie eingangs von einer Reichweitenmaximierung sprachen…
Ja, aber nicht um jeden Preis. Es geht um nachhaltiges Wachstum und Wertschöpfung für das Unternehmen und die Mitarbeiter, den Handel und am Ende auch für den Konsumenten. Der Konsument zahlt ja über den Preis das, was in Zukunft in die Marke investiert werden kann.

Gerolsteiner hat einen Mehrweganteil von 70 Prozent. Damit erfüllen Sie die Verteilung, die sich die Politik wünscht. Bleibt das so?
Wir sind historisch gesehen über die GDB-Mehrweggebinde groß geworden. Mehrweg bildet die Grundlage unseres Geschäfts, das zeigen auch unsere Investitionen am Standort und der Bau einer neuen Mehrweghalle mit mehr als 9.000 qm, die wir hoffentlich im April in Betrieb nehmen können. Einweg wird sich weiterentwickeln und mit der neuen 0,33-l-Flasche investieren wir auch in diesen Bereich. Wir sind mit der aktuellen Verteilung aber sehr zufrieden.

Die GDB will dem Pool mit neuen Flaschen Impulse geben. Gehen Sie hier mit?
Und wir begrüßen das! Es war an der Zeit, dass die GDB einen Schritt in Richtung Modernisierung geht. Wir haben allerdings noch keine Entscheidung getroffen, ob wir die neuen GDB-Flaschen nutzen werden. Unsere eigene Erfahrung ist: Individual- und Poolgebinde laufen sehr gut parallel und sprechen unterschiedliche Zielgruppen an.