Bildquelle: Gerolsteiner

Gerolsteiner Der neue starke Mann

Seit 2017 ist Robert Mähler der Vorsitzende der Geschäftsführung bei Gerolsteiner. In Köln erläuterte der ehemalige Haribo-Manager jetzt erstmals seine Pläne für die Marke.

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Es sind große Fußstapfen , in die Rober Mähler tritt. Sein Vorgänger Axel Dahm verließ den Eifeler Mineralbrunnen Ende 2016 mit einer ansehnlichen Bilanz. So konnte der Marken-Manager, der heute bei Bitburger vor großen Herausforderungen steht, für Gerolsteiner unter anderem die Käuferreichweite und den Marktanteil im sogenannten Hochpreissegment (definiert als 40 Cent und mehr je l) kontinuierlich ausbauen. Das Unternehmen führt diese positive Entwicklung zum großen Teil auf die konsequente Werbe-kampagne zurück, welche die Hochwertigkeit von Mineralwasser und die Mineralisierung im Fokus hat. An dieser Strategie wird sich auch unter Mähler nichts ändern, denn laut dem neuen Gerolsteiner Chef sei der AfG-Markt durch ein „steigendes Qualitäts- und Gesundheitsbewusstsein der Verbraucher getrieben“. Bei der Vermittlung dieser Botschaft will Mähler auch in Zukunft auf eine starke TV-Präsenz setzen. Zwar werde seiner Auffassung nach das Fernsehen als wichtigster Kommunikationskanal irgendwann kippen, noch sei TV aber das reichweitenstärkste Medium. „Man muss sich beim Thema Werbung schon die Frage stellen, ob man die Inflation beim Medium TV, also hohe Preise und schwindende Reichweite, mitmachen will. Noch aber stellt das Fernsehen das Stadion im Marketing-Mix dar und wir wollen definitiv im Stadion laufen“, erläutert Mähler. Neben dem Marketing stehen, wie bei allen Marken-Brunnen, natürlich auch die Gebindevielfalt und Produktinnovationen hoch oben auf der Agenda.

Neue Gebinde und neue Produkte
Neues gibt es schon jetzt bei der Gebindevielfalt. Seit November 2017 läuft etwa der Launch der 0,33-l-PET Einwegflaschen, erhältlich einzeln und foliert im 6er-Pack (in den Varianten Naturell, Medium und Sprudel). Kleingebinde böten laut dem Geschäftsführer „echtes Wachstumspotenzial“, da die Marktforschung in den vergangenen Jahren einen steigenden Abverkauf der kleinen Flaschen beobachtet. Auch auf Produktseite wird sich einiges tun, vor allem bei Near Water. So ersetzt ab Februar die neue Sorte Passionsfrucht-Orangenblüte der Linée-Range die Variante Grapefruit-Blutorange. Ebenfalls neu die Saisonsorte Rooibostee & Mango bei der Moment-Range. Zudem wird unter dem Namen „Mannschaftspulle“ das Thema Near-Water in Verbindung mit der Fußball-WM gespielt (Sorten: Limette, Apfel-Mango, Mandarine). Zu guter Letzt kommt im Herbst 2018 eine neue Apfelschorle auf den Markt.

Wasser mit guter Entwicklung
Insgesamt zeigt sich Mähler sehr zufrieden mit der Entwicklung des Wassermarktes. So könne die Kategorie aus allen AfG-Bereichen, insbesondere kohlensäurehaltigen Softdrinks, gewinnen. Insgesamt macht Wasser laut Nielsen (LEH+DM+GAM inkl. Discount) 30,6 Prozent Umsatz- und 55,2 Prozent Absatzanteil am AfG-Markt aus. Dabei sind laut Mähler die Niedrigpreiswässer der Discounter (bis 19 Cent) zwar nach wie vor dominant, allerdings verlieren sie Anteile, während das obere Preisniveau diese ausbauen kann. Bei den Wässern ab 40 Cent entwickeln sich besonders PET-Einweg und Glas positiv. Laut Mähler halte Gerolsteiner aber am Verpackungsmix fest, denn „ein breites Gebinde-Angebot ist weiterhin essenziell, um alle Käufer optimal zu bedienen.“

Aldi-Listung positiv bewertet
Positiv bewertet Mähler den Schritt, Gerolsteiner seit 2016 bei Aldi zu verkaufen. Während der Fachmarkt als Vertriebsschiene weiter unter Druck stünde, würden LEH und Discount dazugewinnen. Die Eifeler verkaufen ihr Mineralwasser beim Mülheimer Discount-Riesen für 79 Cent für die 1,5-l-Flasche.

Dies habe mehrere positive Effekte: Zum einen verändere sich so die Preiswahrnehmung der Verbraucher weg von den klassischen 19-Cent-Discount-Wässern. Zum anderen generiere Gerolsteiner bei Aldi Wachstum vor allem über Gewinne von Handelsmarken, die Kannibalisierung zu anderen Accounts (also beispielsweise LEH) falle dabei eher gering aus.