Drogeriemärkte Drogisten stehen gut da

Trotz Inflation und Ukraine-Krieg punkten die Drogerieketten dm und Rossmann mit nachhaltigen Produkten.

Freitag, 15. Juli 2022 - Drogerieartikel
Bettina Röttig
Artikelbild Drogisten stehen gut da
Bildquelle: Benjamin Jehne

Weniger Bio, weniger Fleisch, mehr Handelsmarken: Inflation und Ukraine-Krieg haben in den vergangenen Wochen in Bio-Fachhandel und klassischen Supermärkten zu veränderten Konsummustern geführt. Schon im März hatten laut GfK alle Vertriebsschienen im Lebensmitteleinzelhandel mit Umsatzrückgängen zu kämpfen – mit Ausnahme der Drogeriemärkte.

„Wir stellen grundsätzlich fest, dass sich die Abverkäufe sehr positiv entwickeln“, meldet Rossmann. Insbesondere die Bereiche Baby, Damenhygiene, Haut- und Körperpflege sowie dekorative Kosmetik entwickelten sich „sehr gut“. Hier äußere sich, dass die Menschen wieder verstärkt am öffentlichen Leben teilnehmen.

Eigenmarken sind stark geworden
Insgesamt landen mehr Produkte der Rossmann-Eigenmarken in den Einkaufskörben. „Hier macht sich der vermehrte Kauf von Hilfsgütern und Spenden für die Ukraine genauso bemerkbar wie die Preissensibilität der Konsumenten.“ In welchen Sortimentsbereichen derzeit Marktanteilsverschiebungen von Industrie- hin zu Handelsmarken erfolgen, dazu will der Händler keine Details nennen. Zu beobachten sei infolge der Inflation eine verstärkte Nutzung der Angebote aus der Prospektwerbung und der Rossmann-App.

Auch bei dm gewinnen die Eigenmarken aktuell an Bedeutung, erklärt Sebastian Bayer, als dm-Geschäftsführer verantwortlich für Marketing und Beschaffung. „Die Nachfrage ist dabei dynamisch – Nachfragespitzen oder -einbrüche, beispielsweise aufgrund von Vorratskäufen, beobachten wir derzeit nicht.“

Punkten können die Drogisten offenbar mit nachhaltigen Produkt-Sortimenten. Während Bio-Fachhandel und konventioneller Handel über Umsatz-Einbrüche klagen, verzeichnen dm und Rossmann eine weiterhin positive Entwicklung in ihren Bio-Segmenten. „Sowohl das Interesse an zertifizierter Naturkosmetik als auch an naturnaher Kosmetik steigt weiter“, gibt Bayer ein weiteres Beispiel. Immer mehr Kunden konsumierten bewusst und wollten genau wissen, wofür eine Marke stehe und welche Werte sie habe, so der dm-Geschäftsführer. Nachhaltige Aspekte seien in den Köpfen der Konsumenten fest verankert, heißt es von Wettbewerber Rossmann. Doch auch dort ändert sich die Nachfrage nach Naturkosmetik bisher nicht.

Energiepreise werden Belastung
Auch die Drogerieketten kämpfen mit den Rohstoff- und Energiepreisen sowie Problemen in den Lieferketten. „Die Herausforderungen sind starke Preissteigerungen auf der Beschaffungsseite, die wir in dieser Form oftmals nicht nachvollziehen können“, heißt es bei Rossmann. Die Burgwedeler führen aktuell intensive Verhandlungen mit den Industriepartnern – in puncto Preis und Warenverfügbarkeit. Für eine Änderung der Sortimentsgestaltung sehe man aber noch keinen Anlass. Jedoch sollen die Eigenmarken in der Kommunikation noch stärker in den Mittelpunkt rücken.

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