Happybrush Die grüne Zahn-Offensive

Das Mundhygiene-Start-up Happybrush gewinnt derzeit neue Partner im stationären Handel und stellt sein Produktportfolio breiter und nachhaltiger auf. Die Verbraucher honorieren die Strategie.

Freitag, 25. März 2022 - Drogerieartikel
Bettina Röttig
Artikelbild Die grüne Zahn-Offensive
Bildquelle: Steins Pictures

Frischen Wind in das angestaubte Mundpflegeregal bringen: Das ist die Mission von Happybrush. 2016 zunächst im Online-Handel gestartet, ist die Marke mittlerweile in der DACH-Region zudem in rund 6.000 stationären Märkten verfügbar. „Im Mundpflegeregal stehen viele Produkte, die weder nachhaltig noch modern sind“, sagt Stefan Walter (Foto), Mit-Gründer und CEO von Happybrush. Das Unternehmen will mit Produkten den Markt aufmischen, „die so nachhaltig und leistungsstark wie möglich und darüber hinaus ästhetisch und sozial sind“, so der ehemalige Procter-&-Gamble-Manager.

Das Angebot der jungen Marke umfasst elektrische Zahnbürsten, Bambuszahnbürsten, Zahnpasta, Zahnputztabletten und Interdentalprodukte. Pro verkauftem Produkt spendet der B-Corp-zertifizierte Hersteller für ein bis sieben Tage Trinkwasser für Menschen in Not in Ghana. Über 300 Millionen Liter Wasser wurden über die Initiative #brushforwater seit 2019 in Zusammenarbeit mit Plan International und Welthungerhilfe gespendet. Umgerechnet seien damit bereits rund 41.000 Menschen für ein Jahr mit Wasser versorgt worden.

Auf Produktebene punktet die Marke mit grünen Formeln und Verpackungen. So sind Zahnpastas und Zahnputztabs vegan und klimaneutral, erste Varianten sind sogar als Naturkosmetik zertifiziert. In den herkömmlichen Produkten kommen laut Walter 90 Prozent Inhaltsstoffe natürlichen Ursprungs zum Einsatz.

Durch den Einsatz von recyceltem Plastik konnte das Unternehmen seit 2019 bereits rund 93 Tonnen Neuplastik einsparen. „Die Flaschen unserer Mundspülungen sowie die Dosen unserer Zahnputztabs werden komplett aus Rezyklat hergestellt, in den Zahnpastatuben kommen 30 Prozent Rezyklat zum Einsatz“, gibt Walter Beispiele.

Auch an Zahnpasta-Tuben mit einem Rezyklat-Anteil von 50 Prozent wurde getüftelt. „Um die nötige Stabilität zu gewährleisten, hätten wir den Tubenmantel jedoch dicker machen müssen, somit wäre der Verbesserungseffekt aufgehoben worden“, erklärt er.

Mit dem Modell EcoVibe 3 hat Happybrush im September 2021 die nach eigenen Angaben weltweit erste klimaneutrale Schallzahnbürste auf den Markt gebracht. Die Aufsteckbürsten werden aus Holzabfällen aus Skandinavien gefertigt, das Gehäuse des Handstücks und der Ladestation sind zu 100 Prozent aus recyceltem Material.

Dynamisches Wachstum
Mit ihrer Nachhaltigkeits-Positionierung sind die Münchner am Puls der Zeit. 58 Prozent der Bundesbürger wünschen sich ein größeres Angebot an nachhaltigen Zahnpflegeprodukten. Das ergab eine aktuelle Umfrage des Marktforschungsunternehmens Appinio aus dem Februar 2022 im Auftrag von Happybrush. Besonderes Augenmerk wird demnach auf mikroplastikfreie Produkte, umweltfreundlichere Verpackungen und die Verwendung von recycelten Materialien gelegt.

Dass Happybrush vom Nachhaltigkeitstrend profitiert, zeigt sich an den Zahlen. „Mit der EcoVibe 3 waren wir in den vergangenen vier Monaten die Nummer eins unter den Herstellermarken im Segment der elektrischen Schallzahnbürsten“, sagt Walter.

Das Geschäftsjahr 2021 habe Happybrush mit einem Umsatz im achtstelligen Bereich abgeschlossen, so Walter: „Wir wachsen dynamisch, sind profitabel und verbrennen kein Geld im Marketing, um uns Regalplätze zu erkaufen, sondern reinvestieren ins Produkt.“ Das starke Wachstum komme einerseits aus dem Ausbau des Produktportfolios. Dieses wurde in den vergangenen Monaten unter anderem um Bürsten und Zahncreme für Kinder im Minions-Design sowie zertifizierte Naturkosmetikprodukte (Naturals Zahnpasta Super Vegan und Super Ocean) erweitert.

Zudem gewann Happybrush acht neue Handelspartner hinzu – darunter vor allem Lebensmittelhändler. „Der Lebensmittel-Einzelhandel ist extrem wichtig, um Kunden zu erreichen, die uns bisher noch nicht auf dem Schirm hatten“, betont Walter. Mittlerweile ist die Marke bei 30 Handelspartnern distribuiert. Je 50 Prozent des Umsatzes generiert Happybrush über den stationären beziehungsweise Online-Handel.

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