SuperMarkt des Jahres 2011 Ein wichtiger Impulsgeber

Zum 19. Mal verleiht die LP die Auszeichnung „SuperMarkt des Jahres". 13 Märkte sind im Finale. Wir stellen sie und die Veränderungen in der Branche vor.

Montag, 16. Mai 2011 - Management
Artikelbild Ein wichtiger Impulsgeber
Bildquelle: Ku00e4mper

Inhaltsübersicht

Einen Wettbewerb über knapp zwei Jahrzehnte am Leben zu erhalten und sogar stetig weiter auszubauen, erfordert Disziplin, Durchhaltevermögen und Demut. Euphorie und Enttäuschung liegen oft dicht beieinander – davon können vor allem jene berichten, deren Märkte schon einmal nominiert waren, für die es am Ende aber dennoch keinen Pokal gab.

Wenn im konkreten wie im übertragenen Sinn „Wettbewerb das Geschäft belebt" – dann ist der SuperMarkt des Jahres ein wichtiger Impulsgeber und eine Ideenschmiede, so etwas wie das i-Tüpfelchen der Wettbewerbskultur im deutschen Lebensmittel-Einzelhandel. Denn nur beim SuperMarkt des Jahres geht es um die Wirtschaftlichkeit einer kompletten Verkaufsfläche, ergänzt um Faktoren wie die Sortiments- und Preisgestaltung, Mitarbeitermotivation, Kundenbindung, Servicequalität, Ladengestaltung und vieles mehr. Wenn es so jemanden wie den „Mr. SuperMarkt" gibt, dann heißt er Jörg Hieber, denn niemand hat den Pokal öfter entgegengenommen als der Vorzeige-Edeka-Kaufmann und Polarisierer. In 19 Jahren überzeugten er und seine Marktmannschaften fünf Mal. Oft wurde es ihm geneidet und der LP angekreidet, aber die Zeit hat den Mut der Juroren bestätigt. Oft sind die Entscheidungen der Jury auf den ersten Blick unbequem (z. B. als 2006 in allen vier Kategorien Märkte der Edeka-Gruppe ausgezeichnet wurden), doch es geht den Juroren auch darum, wegweisende Konzepte sowie den Mut und das unternehmerische Risiko von Kaufleuten und Handelsunternehmen zu würdigen.

Die LEBENSMITTEL PRAXIS hat jene schriftlich befragt, die das Rennen um den SuperMarkt des Jahres schon einmal für sich entschieden haben. Den Satz „Beim Wettbewerb mitgemacht, habe ich weil..." vervollständigten 64 Prozent mit „weil wir uns mit anderen Märkten vergleichen wollten". Das zeigt, dass der Blick über den Tellerrand gewollt ist und als spannend empfunden wird. 84 Prozent der Befragten gaben an, dass die Auszeichnung „das Ansehen unseres Marktes bei Kunden deutlich gesteigert hat". Außerdem sei der Kundenzuspruch deutlich verbessert worden. Das empfanden 68 Prozent so.

Auf den folgenden Seiten stellen wir die 13 Nominierten vor, die es in diesem Jahr in die Finalrunde geschafft haben. Sie haben im mehrstufigen Auswahlverfahren viele andere Bewerber hinter sich gelassen – und auch wenn neun von ihnen „nur" Nominierte bleiben werden, sie haben den Respekt der Branche verdient. Lesen Sie außerdem, was prominente Persönlichkeiten der Branche für die kommenden Jahre bis 2020 erwarten, und welche Trends ihrer Meinung nach den Zeitgeist überdauern.

Die 13 Nominierten
Filialisten unter 2.000 qm

Filialisten über 2.000 qm

Selbstständige unter 2.000 qm

Sebstständige über 2.000 qm

//// Der Fotograf der LEBENSMITTEL PRAXIS für die Nominierten zum Super-Markt des Jahres 2011 war Martin Kämper (Presseteam Kämper, Trebur).
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Filialisten unter 2.000 qm

Food Welt, Düsseldorf

Extra-Wurst für Real: Ein Unikat direkt neben der Metro-Zentrale

„Eine Fundgrube, hier wird Geld gemacht", urteilt Ralf Kirschnick über die Food Welt der Lebensmittel in Düsseldorf-Grafenberg. Der heutige Merchandiser war lange Marktleiter am Standort, der unmittelbar neben den Bürogebäuden der Metro-Zentrale liegt. Ursprünglich als Extra-Markt konzipiert, wurde die Fläche nach dem Verkauf dieser Vertriebslinie bei Real eingruppiert.
Schon allein wegen der Größe aber unterscheidet sich das Outlet deutlich von den SB-Warenhäusern. Zudem ist der Auftritt vollkommen anders, unter dem eigenen Logo Food Welt – angefangen von den Einpacktüten über die Werbeprospekte bis zu den Sammelpunkten. Das ist aufwendig, schließlich werden Handzettel und Co. nur für einen einzigen Markt konzipiert. Umgekehrt aber ist hier schon manches kreiert worden, was in der Real-Schiene aufgenommen oder noch weiterentwickelt wurde, etwa Bagels, die frisch gebacken und belegt werden.

Das Sortiment ist auf die Bedürfnisse des eiligen Büro-Kunden ausgerichtet, beispielsweise mit einer gut bestückten Convenience-Abteilung gleich am Eingang: geschältes Obst, Sandwiches, Joghurt mit Früchten, Säfte und vieles mehr. Marktleiterin Heike Lessner verweist darauf, dass das Angebot „to go" mit zwei guten Metro-Kantinen konkurrieren muss – und im Wettbewerb besteht. Stolz berichtet sie zudem, dass 60 Prozent der Umsätze am Freitag und Samstag generiert werden, das zeigt das richtige Händchen beim Sortimentsmix. Besonders zu erwähnen sind die internationalen Spezialitäten, die viele in Düsseldorf lebende Japaner, Chinesen und andere Nationalitäten ansprechen.

Filialisten unter 2.000 qm

Rewe-Depot, Bornheim

Regie-Betrieb mit Markthallen-Charakter und außergewöhnlichem Service

Ein denkmalgeschütztes Gebäude, in dem ein Einkaufsbummel bei Tageslicht möglich ist: Keine Frage, die Architektur des Rewe-Marktes in Frankfurt-Bornheim ist ein Alleinstellungsmerkmal. In dem ehemaligen Straßenbahndepot entsteht durch die hohen Decken eine angenehme Markthallen-Atmosphäre. Dieses Gefühl wird verstärkt durch die große, gut sortierte Blumenabteilung vor dem Eingang und vor den Kassen sowie durch das umfangreiche, in Weidenkörben präsentierte Bio-Sortiment in der Obst- und Gemüseabteilung.

Die Bornheimer Kunden, die von 7 bis 24 Uhr einkaufen können, sind stark an Öko-Produkten interessiert. Deshalb legt Marktleiter Stefan Zizek Wert darauf, viele regionale Produkte, vor allem von Landmarkt, und bei allen Sortimenten eine oder mehrere Bio-Alternativen zu führen. Erfolgreich ist er damit etwa beim Wein. Obwohl nebenan ein Weinfachgeschäft eröffnet hat, ist es ihm dank einer Sortimentserweiterung inklusive alternativ erzeugter Weine gelungen, den Wein-Anteil am Umsatz zu steigern. Gut angenommen werden die frisch zubereiteten Convenience-Produkte und die Salatbar, an der die Kunden die Wahl zwischen vielen im Markt zubereiteten Salatkreationen haben.

Mehr als anderswo steht der Service im Vordergrund. Alt und Jung werden besonders betreut. Für Kindergartenkinder gibt es regelmäßig Frühstück und Feste auf dem Vorplatz. Ältere und blinde Kunden werden beim Einkaufen begleitet. Zudem existiert ein Lieferservice, auch für die Bewohner des nahegelegenen Altenheims.

Filialisten unter 2.000 qm

sky-Verbrauchermarkt, Meldorf

Geothermie-Pilotmarkt der Kieler coop-Gruppe

Nach einem grundlegenden Umbau wurde der sky-Verbrauchermarkt im nordfriesischen Meldorf vor zwei Jahren neu eröffnet. Während der Bauphase war der Verkauf zwar deutlich eingeschränkt und mit hohen Umsatzeinbußen verbunden (minus 27 Prozent), konnte jedoch inzwischen wieder weit über das ursprüngliche Niveau hinaus gesteigert werden (2010: plus 48 Prozent). Der Markt versteht sich als frischeorientierter Verbrauchermarkt mit Vollsortiment im ländlichen Umfeld, der auch Hartwaren anbietet, die es an anderer Stelle im Einzugsgebiet nicht (mehr) gibt. Dazu gehören u. a. Elektroartikel, EDV-Zubehör, Fahrradzubehör, Spielwaren, Bürobedarf/Schreibwaren, Textilien und Sportartikel. Die coop-Eigenmarke „Unser Norden" und die Fleisch-/Wurst-Eigenmarke „Landklasse" (ebenfalls coop eG, Kiel) sind wesentliche Elemente, über die der sky-Verbrauchermarkt in Meldorf seine Identifikation mit der Region untermauert.

Für großes öffentliches Interesse im Zuge des Marktumbaus sorgte die Installation einer Geothermie-Anlage. Über 100 Meter tief in die Erde eingelassene Temperatur-Sonden liefern seitdem regenerative Wärme aus dem Erdinneren für die Beheizung/Klimatisierung des Marktes. sky in Meldorf ist der erste Verbrauchermarkt aus der coop-Gruppe, der mit einer solchen Anlage ausgestattet worden ist. Die Geothermie-Anlage ist wesentlicher Baustein des nachhaltigen Energiekonzeptes, das vom Land Schleswig-Holstein in der Zwischenzeit mit dem Nachhaltigkeits-/Umweltpreis ausgezeichnet wurde.


Filialisten über 2.000 qm

Kaufland, Neckarsulm

Ein Einkaufs-Center mit viel Service und einer Menge Regionalität

Kaufland in Neckarsulm ist im besten Wortsinn ein Einkaufszentrum. Auf mehr als 12.000 qm findet der Kunde 80.000 Produkte, die Bedientheken für Fleisch, Wurst, Käse und Fisch sind insgesamt 47 m lang, die Fischtheke soll sogar die größte in der Region sein. Überhaupt ist Regionalität bedeutsam für die Sortimentszusammenstellung. Es gibt Fleisch vom Schwäbisch-Hällischen Landschwein, Wurstspezialitäten von Nothwang aus Bad Friedrichshall und Lebendfische aus dem Schwarzwald. Großen Wert legt Marktleiter Heinz Zander auf das Weinangebot: 1.700 Weine umfasst das Sortiment hier, 1.000 davon kommen, natürlich, aus der Region. Die Mitarbeiter an den drei Infotheken wissen genau, welche Warengruppe in welchem Gang zu finden ist, für die Suche im Markt liegen am Eingang Wegweiser aus. Der Markt ist weitläufig, die Gänge sind sehr breit, so dass sich die Kunden auch beim samstäglichen Wochenendeinkauf nicht in die Quere kommen.

Auch Schnäppchenjäger werden fündig; für sie gibt es im Eingangsbereich einen „Markt im Markt". Jede Woche finden Aktionen statt, die in der Regionalausgabe der Kaufland-Zeitung „Tip der Woche" angekündigt werden. Besonders: Der Markt hat seine eigene Flaschenpresse, mit der seit ihrer Inbetriebnahme vor einem Jahr 3,5 Mio. PET-Flaschen „plattgemacht" wurden. Und sollte man vom Großeinkauf Hunger bekommen, gibt es vielfältige Imbissmöglichkeiten: ein SB-Restaurant, ein Eiscafé, eine Bockwurstbude, verschiedene Imbissstände, sogar Kaufland-Döner ist vor dem Markt zu finden. Der ist übrigens sehr lecker

Filialisten über 2.000 qm

Globus, Saarbrücken-Güdingen

Neue Wege in Sachen Kundenservice

Frankophil ist das erste Schlagwort, das bei dem Besuch des Marktes in Saarbrücken-Güdingen in den Sinn kommt. Französische Spezialitäten im Weinregal ebenso wie in den Kühlregalen oder Bedienungstheken (z. B. frische Entenleber-Pasteten, gekühlte Flammkuchenböden) ziehen vor allem an den Wochenenden zahlreiche Franzosen über die keine 5 km vom Globus Handelshof entfernt gelegene Grenze zum Land der Genießer. Rund ein Drittel der Kunden sind heute Franzosen. Um ihnen die Orientierung zu erleichtern, sind Beschilderungen und Informationen im Markt zweisprachig – nur ein Beispiel für den überzeugenden Kundenservice der Großfläche. Um den Service weiter zu verbessern, arbeitet der Markt gerne mit verschiedenen wissenschaftlichen Instituten zusammen. So basierte der Umbau des Marktes im Spätsommer 2009 zum Großteil auf Kundenwünschen, die vorab durch das Institut für Konsum- und Verhaltensforschung ermittelt wurden.

Das Ergebnis: Statt der klassischen Warengruppen wurden Warenwelten geschaffen, die meist Food- und Nonfood-Artikel gebündelt präsentieren und deren Bezeichnung sich auch an der Wortwahl der Kunden orientiert (z. B. „Für den Vorratsschrank" statt Konserven, „Schöner Wohnen", „Babywelt"). Ein zweites Beispiel: In Kooperation mit dem Institut für künstliche Intelligenz wurde ein elektronischer Artikelfinder entwickelt. Weitere Highlights des Marktes sind die Käsetheke nach italienischem und die Fischtheke nach französischem Vorbild sowie ein umfangreiches Sortiment mit Essig- und Speiseöl-Spezialitäten.

Filialisten über 2.000 qm

Tegut, Marburg-Wehrda

Mehr als 1.800 Bio-Artikel lassen keine Wünsche offen

Die klassische Stärke von Tegut, nämlich ein hoher Anteil an Bio-Lebensmitteln, zeigt sich auch in der Filiale im Gewerbegebiet von Marburg-Wehrda. Allein von den 220 verschiedenen Obst- und Gemüsesorten ist knapp die Hälfte aus kontrolliert biologischem Anbau, und die Backwaren aus der Herzberger Bäckerei werden ausschließlich aus Bio-Zutaten gefertigt. Auch das Frischesortiment in der Feinkostabteilung (Fisch, Fleisch, Käse) lässt keine Wünsche offen. Hier findet der Bio-affine Kunde beispielsweise Rinderrouladen, Schmorbraten, frische Bratwurst, Beinscheiben, Chateaubriand verschiedene Bio-Käse oder MSC-zertifizierten Fisch. Der Markt ist eingerichtet nach den Tageszeiten, also Frühstück, Mittag und Abend. Optisch auffällig ist die Obst- und Gemüse-Abteilung, die einem Wochenmarkt nachempfunden wurde. Freitags und Samstags können hier wöchentlich wechselnde Obst- und Gemüse-Rezepte probiert werden. Viermal in der Woche gibt es im Eingangsbereich einen Feinkost-Sonderstand, wo spezielle Themen aufgegriffen werden.

Der Markt zeichnet sich durch eine offene, freundliche Gestaltung aus: Einkaufen soll schließlich Spaß machen. Auch beim Thema Kundenservice hat der von Michael Platz geleitete Markt einiges zu bieten. So wird beispielsweise für die wegen der in Marburg ansässigen Blindenstudienanstalt zahlreichen Kunden mit Sehbehinderung begleitetes Einkaufen angeboten. Besonders ist auch der Lieferservice für ältere Menschen: Bis 18 Uhr wird die Ware, die sich die Kunden ausgesucht haben, nach Hause geliefert.


Selbstständige unter 2000 qm

Frischecenter Komp, Lackhausen

Eigenproduktion schafft Alleinstellungsmerkmal

den Niederrhein. Ein zweiter Pokal soll nun für das Frischecenter in Lackhausen folgen, das 2007 eröffnet wurde. Hier punktet der Kaufmann mit einer einladenden Obst- und Gemüseabteilung mit Fokus auf Regionalität und Shop-in-Shop-Konzept für Kartoffeln, einer Weinabteilung mit Fachhandels-Charakter und vor allem durch Kompetenz bei Fleisch- und Wurstwaren. Rund 22 Prozent steuert dieser Bereich zum Food-Umsatz des Marktes bei. Hierzu trägt vor allem das Sortiment aus Komp-eigener Produktion unter dem Namen „Landsiegel" bei. Dazu gehören neben rund 80 Artikeln in Bedienung auch SB-Fleischwaren, Eintöpfe im Schlauchbeutel sowie Saucen im Glas. Auch an der Käse-Bedienungstheke greifen Kunden gerne zu Produkten aus eigener Herstellung wie Käse-Pralinen, Frischkäsespezialitäten und Käse-Torten. Erstmals hat sich der Edekaner in Lackhausen an das Thema Frischfisch in Bedienung gewagt.

Service und Kundenbindung stehen für Komp und Marktleiter Jascha Hofmann und das Team an oberster Stelle. Der vom HDE mit dem Siegel für generationenfreundliches Einkaufen ausgezeichnete Markt hält für die ältere Kundschaft Lupen an den Regalen sowie eine Ruhebank vor den Bedienungstheken bereit. Auch die kleinsten Kunden stehen hier im Fokus. Komp engagiert sich u. a. in Kindertagesstätten vor Ort, der Markt ist Standortpartner des Projekts Notinsel für Kinder.

Selbstständige unter 2000 qm

Rewe Tönnies, Odenthal

„Menschen für Menschen": Nahversorger mit kompromissloser Kundennähe

Das Erfolgskonzept von Rewe Tönnies besteht im permanenten Bestreben, die Wünsche und Erwartungen der Kunden („Gäste") mit hoher Service-Kompetenz zu bedienen. Um dieser Herausforderung jederzeit gerecht zu werden, kann der „Lebensmitteltreffpunkt" Tönnies sich auf motivierte und engagierte Mitarbeiter verlassen, die im und außerhalb des Unternehmens als überzeugte „Tönnies-Botschafter" auftreten. Die Mitarbeiter werden dafür nicht nur kontinuierlich fachlich geschult und weitergebildet; ihnen wird zudem viel kreativer Freiraum geboten, z. B. für die Entwicklung neuer Sortiments-, Deko- und Aktionsideen. Wesentlicher Baustein des Personalkonzeptes ist außerdem ein umfangreiches Gesundheitsprogramm.

Statt auf klassische Werbung setzt Tönnies im Schwerpunkt auf das persönliche Engagement des Inhaber-Ehepaares und das der Mitarbeiter in der Öffentlichkeit, z. B. durch Förderung des „Odenthalers" für ehrenamtliches Engagement und der Ausrichtung publikumswirksamer Veranstaltungen. Die lokale und regionale Verbundenheit des Unternehmens kommt auch im Sortiment zum Ausdruck, das jederzeit individuelle Kundenwünsche aufgreift und sich an der überdurchschnittlich hohen Kaufkraft und der Einwohnerstruktur in der Region orientiert. Zum Angebot gehören deshalb ein breites Feinkost-Sortiment, Frischfisch, eine „heiße Theke" und Produkte von regionalen Lieferanten bei Obst, Gemüse, Fleisch, Wurst, Käse und Bier. Das Wohlfühl-Ambiente im Markt wird geprägt von der individuellen holistischen Farbgestaltung nach Feng-Shui.

Selbstständige unter 2000 qm

Rewe Stilleke, Essen

Die vorwiegend weibliche Führungscrew stapelt Chips bis unters Dach

Platz ist im 890 qm kleinen „Mini-Rewe" von Sylvia Stilleke der begrenzende Faktor. Doch damit haben sich die 40-jährige Powerfrau und ihre fast ausschließlich weibliche Führungscrew längst abgefunden. Hemdsärmelig und uneitel gibt sich die Chefin (O-Ton: „Was nicht gut läuft, fliegt raus."), die Stimmung ist zwar locker, aber auch arbeitsorientiert. Am 18. Mai vor fünf Jahren ging der neu gebaute Markt an den Start, einen Steinwurf von der Burgruine Burgaltendorf entfernt. Die meisten Mitarbeiter von damals sind noch heute dabei.

Da es kein Lager gibt, stapelt sich die Ware gelegentlich bis unter die Decke (Chips). Regale sind in der Regel 2,20 m hoch. Das wirkt rummelig, aber auch authentisch, südländisch-improvisiert. Schülertrupps füllen die Regale stetig auf. Keine Frage, einen Schönheits- oder Architekturpreis würde dieser Markt nie erhalten, aber die wirtschaftlichen Kennziffern (z. B. Quadratmeter-Umsätze) können sich sehen lassen. Darüber hinaus bilden die Mitarbeiter eine tolle und ausgesprochen freundliche Verkaufsmannschaft. Viele Kunden kommen wegen der insgesamt 18 m langen Bedienungsabteilungen (6 m Fleisch, 6 m Wurst, 1,25 m Geflügel, 5 m Käse) in den Markt. 100 kg Fleischsalat aus eigener Herstellung werden jede Woche verkauft. In der Abteilung arbeiten zwei Fleischermeister. Das lokale und soziale Engagement der Marktmannschaft ist ausgeprägt. Das Team unterstützt Feste und Sportereignisse. Wo es geht, wird mit lokalen Lieferanten kooperiert: Die Kartoffeln z. B. stammen von einem Bauern aus dem Nachbarort.

Selbstständige unter 2000 qm

Edeka Kels, Mülheim an der Ruhr

Keine Preiseinstiegsware bei Obst & Gemüse – der Geschmack soll überzeugen

Alles auf einen Blick: Das gibt es dank der Regalhöhe von nur 1,40 m im Markt von Edeka-Kaufmann Volker Kels in Mülheim/Ruhr. An drei Stellen fällt Tageslicht in den Markt (auch an den beiden Eingängen). Das war Kels so wichtig, dass ihm die Kosten dafür beinahe egal waren. Qualität statt Preis wird hier gelebt. In der Obst- und Gemüseabteilung stehen immer diverse Artikel zum Probieren. Der Geschmack soll überzeugen, nicht der Preis. Keine Ware zweiter Wahl oder im Preiseinstiegssegment zu führen, ist bei Obst und Gemüse Philosophie. Auch von Zettelwerbung, Schilderwust, Radio und Marktdurchsagen hält Kels nichts, setzt statt dessen auf einen teilweise individualisierten Handzettel der Edeka in der Auflage von 66.000 Stück für seine zwei Märkte. Kundenfreundlich: An vielen Regalen hängen Lupen, und im Bistro (50 Sitzplätze) in der Nähe des Eingangs kann man sitzen, ohne etwas bestellen zu müssen.

Die stärkste Abteilung nach Zahlen, aber auch von der Präsentation, ist Fleisch/Wurst: Es gibt viele Artikel, die über das Edeka-Angebot hinausgehen (zusätzliche Lieferanten), viel Convenience, viele Spezialitäten (wie frisches Wild aus einem nahen Forstrevier). Verkauft werden aber auch Klassiker, z. B. täglich 300 Frikadellen in fünf Varianten. Viele Artikel werden selbst veredelt: Bei Fisch z. B. sind mit Soße überzogene und selbst frittierte Kabeljau-Häppchen der Renner. Diverse Service-Leistungen (Platten- und Catering-Service, Spargelschälmaschine) runden das Angebot ab. Mehr als 30 Strecken-Lieferanten hat Kels. Sein oberstes Ziel: die größtmögliche Kundenzufriedenheit.


Selbstständige über 2000 qm

Rewe XL, Butzbach

Fleischabteilung, Vinothek, Drogerieabteilung: ein Markt voller Highlights

Die Eins A Lebensmittelhandelsgesellschaft wurde 1993 gegründet. Der Markt im Butzbacher Industriegebiet tritt heute als Rewe XL auf und hat sich über die Jahre zu einer festen Größe im regionalen Lebensmittel-Einzelhandel entwickelt. Davon zeugen auch zahlreiche Branchen-Auszeichnungen. Dieses Jahr soll mit dem „SuperMarkt des Jahres" der ganz große Wurf klappen. Und die Zeichen stehen nicht schlecht, denn Marktleiter Günter Fritsch und sein Team haben viele Ideen entwickelt, um dem Kunden ein besonderes Einkaufserlebnis zu ermöglichen. So werden beispielsweise tägliche eigene Frucht-Quark-Becher hergestellt, die sich zu einem Verkaufsschlager entwickelt haben. Beeindruckend auch der „Landmarkt", bei dem Produkte von 30 Bauern aus der Region verkauft werden. Herzstück des Butzbacher Marktes ist die Frischeabteilung. Fisch, Käse und Fleisch, heiße Theke, Anti-Pasti, Frischkäsezubereitungen: Alles, was das Herz begehrt, ist dort zu finden, wobei besonderen Wert auf die eigene Wurstherstellung unter der Leitung von Ralf Bier gelegt wird. Hier werden täglich von den Mitarbeitern 400 kg Wurst produziert.

Gestalterisch aufwendig und mit Fachmarktcharakter präsentiert sich die Drogerieabteilung mit 2.600 Artikeln auf 400 qm. Die Weinabteilung („Vinothek") hebt sich ebenfalls mit einem Holz-Parkett und speziell gestalteten Regalen optisch vom Rest des Marktes ab und bietet Produkte für jeden Geldbeutel, von 99 Cent bis 99 Euro. Dass der Rewe XL in Butzbach bei den Kunden beliebt ist, zeigt ein Umsatzwachstum von 21 Prozent in den letzten drei Jahren.

Selbstständige über 2000 qm

E-Center Wucherpfennig, Hannover

Stressfreier Einkauf mit Frischegarantie

Das E-Center in der Stadtrandlage von Hannover ist eingebunden in ein Einkaufszentrum, das, wenn man die Fahrzeugdichte auf dem Parkplatz als Maßstab nimmt, mit einem Mix aus Gastro- und Einzelhandelsstandorten hohe Anziehungskraft besitzt. Durchschnittlich werden pro Woche 25.500 Kunden gezählt. Mit Aldi Nord als unmittelbaren Nachbarn positionieren sich die Inhaber Torsten und Stefan Wucherpfennig auf knapp 3.000 qm Verkaufsfläche mit betonter Frische, Bedienung, Kundenevents sowie breiten und tiefen Sortimenten (25.000 Artikel) als Gegenpol zum Harddiscount. Im Umsatzranking der Edeka Minden-Hannover steht man mit diesem vergleichsweise kleinen Standort unter den E-Centern an vierter Position. Um für die Kunden attraktiv zu bleiben, wird das 2003 eröffnete Outlet fortlaufend modernisiert. Zuletzt wurde die Obst- und Gemüseabteilung neu gestaltet, die Fleischabteilung auf neuesten Stand gebracht und der Backshop erweitert.

Einladend und einem stressfreien Einkauf förderlich sind pfandfreie Einkaufswagen, ein Entree ohne Drehkreuz sowie breite Gänge. Acht Kassen garantieren den Kunden einen staufreien Checkout. Das üppige Angebot wird weiter auf Frische und Food getrimmt: So wurde der Nonfood-Anteil bewusst reduziert und das Sortiment in den Bedienungstheken durch Auslagerung von Prepacks deutlich erweitert. Um Kunden fester an die Einkaufsstätte zu binden, sind drei Veranstaltungen (Spargelessen, Grünkohlessen und „Rampengrillen") Fixpunkte im Jahr. Allein zum Grillen in der Ladezone kommen 650 Kunden.

Selbstständige über 2000 qm

Zurheide Feine Kost, Düsseldorf

Außergewöhnliche Kombination von Feinkosttempel plus Restaurant

Der Begriff „Supermarkt" passt nicht, wenn man das neueste Objekt des Familienunternehmens Zurheide beschreiben will. Zwar ist hier das standardmäßige Sortiment eines Supermarktes durchaus zu haben, zu üblichen Preisen (allein über 2.000 Produkte im Preiseinstieg). Aber hinzu kommt ein Feinkostsortiment, das seinesgleichen sucht, ebenso eine außergewöhnliche Darbietung in punkto Präsentation. Es ist nicht untertrieben, dass Zurheides den Zusatz „Feine Kost" in die Firmierung aufgenommen haben.
Das gesamte Gebäude, das im März 2009 in Betrieb gegangen ist, umfasst 6.000 qm Fläche, darin im Erdgeschoss ein Parkhaus mit 350 Parkplätzen und einen Getränkemarkt auf 950 qm. Mittels Rollband oder Aufzug gelangt man dann in eine Erlebniswelt rund ums Thema Lebensmittel.

Marktleiter Bernd Polert und Inhaber Rüdiger Zurheide zeigen bei einem Rundgang selbstbewusst die Highlights: den Weinkeller mit zwei begehbaren, optimal temperierten Räumen (hier lagern Weine im Wert von rund 200.000 Euro), den „Cheeseroom", eine Käseabteilung bzw. ein kleines Käsefachgeschäft, eine Kosmetikabteilung auf dem Niveau eines Drogeriemarktes. Und natürlich die Manufakturen, bei denen der Kunde sehen, riechen und schmecken kann, wie ein Produkt hergestellt oder veredelt wird: die Kaffeerösterei mit angeschlossenem Café, die Patisserie, wo ein italienischer Konditormeister süße Kleinigkeiten kreiert, die Pasta- und die (untervermietete) Sushi-Bar. Überall auf der Fläche verteilt findet man kleine Bistros, an denen man Zurheides feine Kost direkt verzehren kann.