SuperMarkt des Jahres 2011 Ein wichtiger Impulsgeber - Filialist unter 2000 qm

Zum 19. Mal verleiht die LP die Auszeichnung „SuperMarkt des Jahres". 13 Märkte sind im Finale. Wir stellen sie und die Veränderungen in der Branche vor.

Montag, 16. Mai 2011 - Management
Artikelbild Ein wichtiger Impulsgeber - Filialist unter 2000 qm
Bildquelle: Ku00e4mper

Inhaltsübersicht

Filialisten unter 2.000 qm

Food Welt, Düsseldorf

Extra-Wurst für Real: Ein Unikat direkt neben der Metro-Zentrale

„Eine Fundgrube, hier wird Geld gemacht", urteilt Ralf Kirschnick über die Food Welt der Lebensmittel in Düsseldorf-Grafenberg. Der heutige Merchandiser war lange Marktleiter am Standort, der unmittelbar neben den Bürogebäuden der Metro-Zentrale liegt. Ursprünglich als Extra-Markt konzipiert, wurde die Fläche nach dem Verkauf dieser Vertriebslinie bei Real eingruppiert.
Schon allein wegen der Größe aber unterscheidet sich das Outlet deutlich von den SB-Warenhäusern. Zudem ist der Auftritt vollkommen anders, unter dem eigenen Logo Food Welt – angefangen von den Einpacktüten über die Werbeprospekte bis zu den Sammelpunkten. Das ist aufwendig, schließlich werden Handzettel und Co. nur für einen einzigen Markt konzipiert. Umgekehrt aber ist hier schon manches kreiert worden, was in der Real-Schiene aufgenommen oder noch weiterentwickelt wurde, etwa Bagels, die frisch gebacken und belegt werden.

Das Sortiment ist auf die Bedürfnisse des eiligen Büro-Kunden ausgerichtet, beispielsweise mit einer gut bestückten Convenience-Abteilung gleich am Eingang: geschältes Obst, Sandwiches, Joghurt mit Früchten, Säfte und vieles mehr. Marktleiterin Heike Lessner verweist darauf, dass das Angebot „to go" mit zwei guten Metro-Kantinen konkurrieren muss – und im Wettbewerb besteht. Stolz berichtet sie zudem, dass 60 Prozent der Umsätze am Freitag und Samstag generiert werden, das zeigt das richtige Händchen beim Sortimentsmix. Besonders zu erwähnen sind die internationalen Spezialitäten, die viele in Düsseldorf lebende Japaner, Chinesen und andere Nationalitäten ansprechen.

Filialisten unter 2.000 qm

Rewe-Depot, Bornheim

Regie-Betrieb mit Markthallen-Charakter und außergewöhnlichem Service

Ein denkmalgeschütztes Gebäude, in dem ein Einkaufsbummel bei Tageslicht möglich ist: Keine Frage, die Architektur des Rewe-Marktes in Frankfurt-Bornheim ist ein Alleinstellungsmerkmal. In dem ehemaligen Straßenbahndepot entsteht durch die hohen Decken eine angenehme Markthallen-Atmosphäre. Dieses Gefühl wird verstärkt durch die große, gut sortierte Blumenabteilung vor dem Eingang und vor den Kassen sowie durch das umfangreiche, in Weidenkörben präsentierte Bio-Sortiment in der Obst- und Gemüseabteilung.

Die Bornheimer Kunden, die von 7 bis 24 Uhr einkaufen können, sind stark an Öko-Produkten interessiert. Deshalb legt Marktleiter Stefan Zizek Wert darauf, viele regionale Produkte, vor allem von Landmarkt, und bei allen Sortimenten eine oder mehrere Bio-Alternativen zu führen. Erfolgreich ist er damit etwa beim Wein. Obwohl nebenan ein Weinfachgeschäft eröffnet hat, ist es ihm dank einer Sortimentserweiterung inklusive alternativ erzeugter Weine gelungen, den Wein-Anteil am Umsatz zu steigern. Gut angenommen werden die frisch zubereiteten Convenience-Produkte und die Salatbar, an der die Kunden die Wahl zwischen vielen im Markt zubereiteten Salatkreationen haben.

Mehr als anderswo steht der Service im Vordergrund. Alt und Jung werden besonders betreut. Für Kindergartenkinder gibt es regelmäßig Frühstück und Feste auf dem Vorplatz. Ältere und blinde Kunden werden beim Einkaufen begleitet. Zudem existiert ein Lieferservice, auch für die Bewohner des nahegelegenen Altenheims.

Filialisten unter 2.000 qm

sky-Verbrauchermarkt, Meldorf

Geothermie-Pilotmarkt der Kieler coop-Gruppe

Nach einem grundlegenden Umbau wurde der sky-Verbrauchermarkt im nordfriesischen Meldorf vor zwei Jahren neu eröffnet. Während der Bauphase war der Verkauf zwar deutlich eingeschränkt und mit hohen Umsatzeinbußen verbunden (minus 27 Prozent), konnte jedoch inzwischen wieder weit über das ursprüngliche Niveau hinaus gesteigert werden (2010: plus 48 Prozent). Der Markt versteht sich als frischeorientierter Verbrauchermarkt mit Vollsortiment im ländlichen Umfeld, der auch Hartwaren anbietet, die es an anderer Stelle im Einzugsgebiet nicht (mehr) gibt. Dazu gehören u. a. Elektroartikel, EDV-Zubehör, Fahrradzubehör, Spielwaren, Bürobedarf/Schreibwaren, Textilien und Sportartikel. Die coop-Eigenmarke „Unser Norden" und die Fleisch-/Wurst-Eigenmarke „Landklasse" (ebenfalls coop eG, Kiel) sind wesentliche Elemente, über die der sky-Verbrauchermarkt in Meldorf seine Identifikation mit der Region untermauert.

Für großes öffentliches Interesse im Zuge des Marktumbaus sorgte die Installation einer Geothermie-Anlage. Über 100 Meter tief in die Erde eingelassene Temperatur-Sonden liefern seitdem regenerative Wärme aus dem Erdinneren für die Beheizung/Klimatisierung des Marktes. sky in Meldorf ist der erste Verbrauchermarkt aus der coop-Gruppe, der mit einer solchen Anlage ausgestattet worden ist. Die Geothermie-Anlage ist wesentlicher Baustein des nachhaltigen Energiekonzeptes, das vom Land Schleswig-Holstein in der Zwischenzeit mit dem Nachhaltigkeits-/Umweltpreis ausgezeichnet wurde.