Bakterien kämen in der Umgebung des Menschen überall vor, Keime seien ganz natürliche Bestandteile der Umwelt, so Janning weiter. „Die Hähnchenfleisch-Erzeugung ist eine biologische Erzeugung, insofern werden auf Geflügelfleisch immer Keime zu finden sein." Als entsprechend unseriös kritisiert Janning die Forderung des BUND an den Lebensmittelhandel, mit Keimen belastetes Fleisch aus den Regalen zu verbannen: „Das würde bedeuten, auf sämtliche natürlich erzeugten Lebensmittel zu verzichten – oder alle zuvor einem chemischen Behandlungsprozess zu unterziehen." Und das könne kaum im Interesse des aufgeklärten Verbrauchers sein.
Zudem sei die Stichprobe „wenig repräsentativ". Als Quelle seriöser Untersuchungen ziehe die deutsche Geflügelwirtschaft die Wissenschaftler des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) vor. Nicht zuletzt hänge das Risiko einer Infektion von der Erregermenge im Lebensmittel ab.
Von einer „Gefahr aus dem Hühnerstall" zu sprechen, brandmarkt die deutsche Geflügelwirtschaft als unsachlich. Gegenüber der Neuen Osnabrücker Zeitung sagte Janning, er nehme das Thema „außerordentlich ernst" und wolle keinesfalls verharmlosen. Die Erhebung sei jedoch „überhaupt nicht hilfreich. Im Gegenteil: Das ist pure Angstmache. Denn die Aussagen führen nicht zu einer Versachlichung der Debatte, sondern zu einer Verunsicherung der Verbraucher."
Geflügelwirtschaft BUND-Erhebung ist „pure Angstmache"
Dr. Thomas Janning, Geschäftsführer des Zentralverbandes der Deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG), hat auf die Verlautbarung des BUND reagiert, bei 10 von 20 Hähnchenfleischproben im Handel sogenannte „multiresistente Keime" gefunden zu haben. „Das bloße Vorkommen antibiotikaresistenter Keime auf Geflügelfleisch sagt rein gar nichts über die gesundheitliche Gefährdung für den Verbraucher aus", so Janning.
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