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Heumilch Auf die richtige Kuh gesetzt

Elke Häberle | 10. Mai 2019

Bildquelle: ARGE Heumilch


Nach Kuh-Heumilch erhält nun auch Heumilch von Schafen und Ziegen das EU-Gütesiegel „geschützte traditionelle Spezialität“ g.t.S.. Weiter plant die Arbeitsgemeinschaft Heumilch Österreich die länderübergreifende Zusammenarbeit auszubauen – vor allem in Deutschland und der Schweiz.

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Ob Absatz, Umsatz, Wertschöpfung oder Bekanntheitsgrad – Heumilchprodukte aus Österreich sind ein Erfolgsmodell und haben sich seit der Gründung der Arbeitsgemeinschaft Heumilch vor 15 Jahren mehr als prächtig entwickelt. Nach einigen Wenigen im Gründungsjahr 2004, gibt es heute mehr als 600 Heumilchprodukte, der Absatz hat sich im österreichischen Lebensmittelhandel im Zeitraum 2009 und 2018 um 125 Prozent auf über 40.000 Tonnen erhöht, der Bekanntheitsgrad liegt in der Alpenrepublik bei 82 Prozent, rund 75 Prozent der Verbraucher kaufen regelmäßig Heumilch-Produkte und für Karl Neuhofer am erfreulichsten: „Seit Start der umfassenden Vermarktungsoffensive im Jahr 2009 hat sich der Heumilchzuschlag für die Bauern von weniger als einem Cent auf fünf bis sieben Cent pro Kilogramm mehr als verfünffacht. Der Mehrwert für die Heumilchbauern liegt heute bei mehr als 25 Millionen Euro pro Jahr.“, so der ARGE Heumilch-Obmann anlässlich des 15-jährigen Jubiläums der ARGE.

Eine Win-win-Situation für Hersteller, Handel, Verbraucher – und Natur. Schließlich leisten die Heumilchbauern einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung der Artenvielfalt auf den Wiesen, Weiden und Almen. Heuwirtschaft ist außerdem ressourcenschonend und mit ihrer Kuhwohl-Initiative setzt sich die ARGE auch stark für Tierwohl ein. Diese umfasst Kriterien wie Futter (silagefrei!), Auslauf, frische Luft und frisches Wasser, Tiergesundheit und Tierwohl sowie „persönliche Betreuung“ der Tiere. Der Handel profitiert vom guten, „grünen“ Image und Hersteller und Erzeuger von höheren Preisen – die der Verbraucher gerne bereit ist auszugeben. Kurz: Heumilch steht für den Wandel von Quantität zu Qualität.

Alles Aspekte, die inzwischen auch in Deutschland für immer mehr Verbraucher zum Kaufkriterium werden und hierzulande erst am Beginn einer großen Karriere stehen. Um die Gattung Heumilch weiter nach vorne zu bringen, hat sich die ARGE für 2019 viel vorgenommen: Konzentration auf die Zusammenarbeit mit der EU steht dabei genauso auf der Agenda wie der Ausbau der Wertschöpfungs(kette) der knappen Ressource „Heumilch“, Kommunikation der inneren Werte wie Nachhaltigkeit, Genuss oder Tierwohl, Steigerung der Bekanntheit sowie der Ausbau der länderübergreifenden Zusammenarbeit. Hier spricht die ARGE bereits mit deutschen Bauern und Herstellern aus vorwiegend Bergregionen wie dem Allgäu oder dem bayerischen Alpenvorland.


Über Ländergrenzen hinweg
Weitere länderübergreifende Kooperationen sind mit der Schweiz und Frankreich geplant. Schließlich gehen bereits heute rund 60 Prozent aller Heumilchprodukte in den Export.
„Wichtigstes Exportland ist Deutschland mit rund 50 Prozent“, sagt Geschäftsführerin Christiane Mösl, und weiter: „Heumilch als die ursprünglichste Form der Milcherzeugung steht für Nachhaltigkeit und Tierwohl – Werte, die für die Kaufentscheidung vieler Konsumenten immer wichtiger werden. Diese Werte werden wir weiterhin in unseren Kommunikationsfokus stellen. Mit Verkostungen und Informationsbroschüren werden wir auch in Zukunft verstärkt im deutschen Lebensmittelhandel POS-Aktivitäten durchführen, um die Kunden direkt in den Märkten zu überzeugen.“

„Heumilch als ursprünglichste Form der Milcherzeugung steht für Nachhaltigkeit und Tierwohl – Werte, die für die Kaufentscheidung der Konsumentinnen und Konsumenten immer wichtiger werden.“
Christiane Mösl, Geschäftsführerin ARGE Heumilch

Die Alpenrepublik war bereits bei Heumilch von der Kuh ein Pionier: Österreichische Heumilch trägt seit 2016 das EU-Siegel „geschützte traditionelle Spezialität“ (g.t.S.) und war damals im deutschsprachigen Raum das erste Lebensmittel von der Kuh mit dieser Auszeichnung. Nun setzt die ARGE bei einem weiteren Trendprodukt Zeichen: Seit April darf auch Schaf- und Ziegen-Heumilch das EU-Gütesiegel tragen. „Durch das Siegel erfährt nun auch Schaf- und Ziegen-Heumilch einen besonderen Schutz – Konsumenten haben dadurch noch mehr Garantie auf Qualität und Unverfälschtheit“, erklärt Andreas Geisler, Koordinator der ARGE Heumilch. „Es ist erneut eine großartige Bestätigung für die Arbeit unserer Heumilchbauern und -verarbeiter, die sich mit der Heuwirtschaft der ursprünglichsten Form der Milcherzeugung verschrieben haben.“
Glückliche Kuh, gesunde Milch: Heumilch entwickelt sich mehr und mehr zum Verkaufsschlager.