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Vegan/Vegetarisch Erfolgreiches Jahr

Jens Hertling | 08. Juli 2020
Vegan/Vegetarisch: Erfolgreiches Jahr
Bildquelle: Beyond Meat

Vegetarische Fleischersatzprodukte entwickeln sich dynamisch. Die befragten Firmen sind mit ihrem Absatz und Umsatz zufrieden. Ein kleiner Marktüberblick.

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Veggie im Fleischbereich kommt an. Das merken auch die Verantwortlichen der Rügenwalder Mühle. Insgesamt erzielte der Lebensmittelhersteller aus Bad Zwischenahn einen Umsatz von 242 Millionen Euro, was einer Steigerung von 14,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht (2018: 211 Millionen Euro). Insbesondere bei den Fleischalternativen konnte das Unternehmen erneut deutlich zulegen. Mit einem Marktanteil von 44,8 Prozent kann die Rügenwalder Mühle ihre Spitzenposition in diesem Segment weiter behaupten. „Wir glauben fest daran, dass Fleischalternativen inzwischen eine etablierte Ergänzung zu klassischen Fleisch- und Wurstwaren sind“, sagt Godo Röben, Mitglied der Geschäftsleitung der Rügenwalder Mühle (Marketing und F&E). Dabei hat Röben einige Bereiche im Blick. „Potenzial gibt es weiterhin vor allem bei convenienten Produkten. Auch im Ultra-Frischebereich sehen wir Wachstumschancen, darum haben wir vor Kurzem auch eine vegane Linie für die SB-Frischfleischtheke gelauncht.“

Wachsende Nachfrage bei Wiesenhof
Hersteller Wiesenhof registriert ebenfalls eine wachsende Nachfrage nach Veggie-Produkten. „Der Bruzzzler Veggie zum Beispiel liegt gegenüber dem Vorjahr mit über 30 Prozent Absatzzuwachs deutlich im Plus. Freude macht uns auch nach wie vor der Beyond Burger ebenfalls mit einem deutlich zweistelligen Absatzplus“, sagt Ingo Stryck, Geschäftsführer Marketing bei Wiesenhof. Insgesamt zeige der Markt für vegetarische und vegane Fleischersatzprodukte in diesem Jahr herausragende Dynamik und noch einmal ein sehr starkes Wachstum, so der Marketingchef. Eine wichtige Rolle für den Erfolg bei Wiesenhof spielt der Beyond Burger. „Die hohe Aufmerksamkeit für diese neue Generation pflanzenbasierter Produkte hilft dem gesamten Veggie-Markt. Das ist eine erfreuliche Entwicklung“, so Stryck. Inwieweit spielen bei Wiesenhof die Leitsätze für vegane und vegetarische Lebensmittel eine Rolle? „Grundsätzlich sehen wir keine Irreführung der Konsumenten, wenn klar gekennzeichnete vegane oder vegetarische Produkte eine ‚Fleischbezeichnung‘ aufweisen“, so Stryck. Alle Veggie-Produkte von Wiesenhof tragen das V-Label von ProVeg, das dem Verbraucher Orientierung, Transparenz und Sicherheit bietet. „Bislang haben wir noch keine Beschwerden oder kritische Rückmeldungen von Verbrauchern erhalten, die sich diesbezüglich unzureichend informiert oder sogar getäuscht gefühlt hätten“, so Stryck.
Michael Ponnath, Geschäftsführer von „Ponnath - die Meistermetzger GmbH“, ist mit der Entwicklung im Fleischersatz ebenfalls zufrieden: „Die Resonanz der Verbraucher auf unsere beiden Neuprodukte im TK-Bereich und sämtliche vegetarischen beziehungsweise veganen Produkte ist durchweg positiv — trotz der derzeit stark verzerrten Situation durch Corona.“ Ponnath konnte durch die Corona-Pandemie bei seiner Marke „Vantastic Foods“ in einigen Produktkategorien eine Steigerung der Nachfrage feststellen. „Der Launch unserer beiden Neuprodukte, dem Vantastic Burger und den Vantastic Fish Fingers, fiel Ende März mitten in eine Phase der Unsicherheit hinsichtlich der Lebensmittelversorgung. Deshalb sind diese Zahlen noch nicht belastbar. Dennoch registrieren wir ein deutliches Interesse.“ Ponnath sieht vor allem in den Bereichen Convenience beziehungsweise Fast Food und Snacken in nächster Zeit großes Potenzial für vegane Neuprodukte. Auch im Außer-Haus-Konsums ist laut Ponnath eine steigende Nachfrage nach Veggie-Produkten zu verzeichnen.

Grössere Nachfrage nach Fertiggerichten
Hersteller Nestlé konnte in letzter Zeit eine erhöhte Nachfrage nach vegetarischen Gerichten beobachten, vor allem zu vegetarischen Teilfertiggerichten. In Deutschland wollen heute rund 60 Prozent der Menschen ihren Fleischkonsum reduzieren, sagt Heike Miéville-Müller, verantwortlich für die Geschäftsaktivitäten von Garden Gourmet in Deutschland. Dieser Trend zeigt sich bei der Marktentwicklung: Das Segment der vegetarischen Teilfertiggerichte hat per Ende April 2020 großes Wachstum verzeichnet und hat 275 Millionen Euro umgesetzt. Zum Vergleich: 2018 lag das Wachstum bei acht Prozent und der Gesamtumsatz bei 169 Millionen Euro. Für den Zuwachs der Kategorie sei vor allem die neue Generation der Fleischersatzprodukte verantwortlich, die Verbraucher frisch zubereiten können, so Heike Miéville-Müller. Der Hersteller wird deshalb des Bereich „vegetarische Fleischersatzprodukte“ weiter ausbauen.