Drogerieartikel „Die Krise wegwischen“

Wie die Pandemie das Putzverhalten der Bürger verändert hat, welche Rolle „grüne“ Reiniger spielen und dass der Preis nicht alles ist – dazu Peter Mahn (Foto), Geschäftsführer bei Mafowerk.

Montag, 19. April 2021 - Drogerieartikel
Susanne Klopsch
Artikelbild „Die Krise wegwischen“
Bildquelle: Mafowerk

Wie hat die Pandemie das Putzverhalten der Bundesbürger beeinflusst?
Peter Mahn: Unsere Studienergebnisse zeigen einen auffälligen Pandemie-Effekt: Die Deutschen putzen mehr als vor der Krise, jeder vierte Haushalt putzt nun mehr beziehungsweise gründlicher als vorher. Noch deutlicher ist dies bei den Haushalten mit Kindern: Hier putzen sogar fast 40 Prozent mehr als vorher. Wenn man so will, ist es ein bisschen auch der Versuch, „die Krise einfach wegzuwischen“, quasi sich ein Stück Normalität zu erhalten in doch eher ungewöhnlichen Zeiten. Neben dem häufigsten Grund zur Putzintensivierung, den die Befragten angegeben haben – die Angst vor Viren und Ansteckung –, spielt hier wohl auch eine Art „Beschäftigungstherapie“ aufgrund von mehr Zeit und/oder aus Langweile eine Rolle. Abwechslung für einen selbst, aber auch für die Kinder, um die (unfreiwillige) Mehr-Zeit zu Hause wenigstens etwas angenehmer und abwechslungsreicher zu gestalten.

Welche Produkte kommen denn vor allem zum Einsatz?
Derzeit pandemiebedingt ganz stark im Trend: Desinfektionsreiniger. Jeder vierte Befragte verwendet Desinfektionsreiniger/Desinfektionsmittel erst seit Beginn der Pandemie. Diese Produkte werden häufig für die „kritischen“ Kontaktflächen im Bad, in der Toilette sowie in der Küche und für Türklinken benutzt. Aber generell werden fast alle Bereiche im Haus beziehungsweise in der Wohnung 2021 deutlich häufiger geputzt als noch 2019.

Was ist besonders wichtig bei der Auswahl der Putz- und Reinigungsmittel – nur der Preis?
Im Gegensatz zu vielen anderen Konsumgüter-Warengruppen, in denen der Preis als Entscheidungs- und Kaufkriterium der Verbraucher ganz weit oben rangiert, liegt er hier eher nur im Mittelfeld. Mit Abstand am wichtigsten ist beim Putzen und Reinigen die Reinigungsleistung. Gefolgt von einem Auswahlkriterium, das immer wichtiger wird: der gesundheitlichen Unbedenklichkeit des Reinigungsmittels.

Welche Rolle spielt das Thema Nachhaltigkeit?
Eine sehr große. Bestmögliche sowie authentische und nachvollziehbare Umweltverträglichkeit der Produkte wird als Verkaufsargument für Reiniger und Reinigungsmittel noch wichtiger werden und ist eine der Hauptaufgaben für die Anbieter in diesem Markt in den nächsten Monaten und Jahren. Derzeit ist eine ganze Reihe von neuen Hersteller-Initiativen in diesem Bereich zu beobachten: Die neueren „grünen“ Reiniger, die bewusst auf Umweltorientierung setzen und damit den angestammten Umwelt-Platzhirschen begegnen wollen, kommen mit ersten Erfolgen in das Mindset der Verbraucher, tauchen bereits in den Bekanntheitsrankings auf und bekommen teilweise auch durchaus gute Noten bei der Beurteilung ihrer ökologischen Verträglichkeit.

Wie aufgeschlossen sind die Bundesbürger gegenüber technischen Helfern wie Saugrobotern?
Beim Thema Putzen wird traditionell gut nachgefragt, was die für viele von uns eher ungeliebte Tätigkeit leichter und einfacher macht. Die convenienten Reinigungsroboter stellen hier ein Wachstumssegment dar und zeigen in den vergangenen beiden Jahren seit 2019 signifikante Steigerungen: Knapp jeder fünfte Haushalt besitzt derzeit schon einen Reinigungsroboter. Staubsaugerroboter werden deutlich stärker von einer technikaffineren, jüngeren Zielgruppe eingesetzt und: Je größer die Wohnfläche, desto häufiger werden Staubsaugerroboter verwendet.

Was löst im Handel den Kaufimpuls für Saugroboter und Co. aus?
Wenn man bedenkt, dass die nach Meinung vieler Verbraucher noch zu hohen Anschaffungskosten der Produkte immer noch die Hauptbarriere für einen Kauf darstellen, dann könnte ein günstigeres Preisniveau noch zu einer deutlichen Ausweitung der Besitzreichweite in weitere Konsumentenschichten hineinkommen. Sollte es hier ähnliche Preisrückgänge geben wie bei manch anderem Elektroartikel-Bereich in den vergangenen Jahren, könnte sich allein dadurch ein weiterer Mengeneffekt ergeben.

  • Die Studie ist beim Mafowerk in Fürth zu beziehen.

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