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Kosmetik Sicher schwitzen

Bettina Röttig | 05. Juni 2018
Kosmetik: Sicher schwitzen

Bildquelle: Getty Images

Aus der Sprühdose, dem Roll-on-Stick und jetzt auch aus dem Tiegel: Deos in neuen Formaten und Frei-von-Formulierungen liegen im Trend.

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Was steckt im Deo? Der Blick auf die Liste der Inhaltsstoffe ist auch bei Deodorants und Anti-Transpirantien in den vergangenen Jahren schärfer geworden. Frei-von-Aspekte zum Schutz von empfindlicher Haut und Kleidung rücken stärker in den Fokus. So wächst vor allem die Zahl der Produkte, die ohne Aluminiumsalze auskommen. Diese werden in Anti-Transpirantien eingesetzt, um die Schweißproduktion zu reduzieren, stehen jedoch in der Kritik (s. Kasten). Deo-Marken weiten daher ihr Angebot an aluminiumfreien Geruchskillern immer weiter aus. Unilever hat unter der Linie Dove go fresh 0% gerade zwei neue Deo-Varianten (Pfirsich- und Zitronenverbenenduft) ohne Aluminiumsalze auf den Markt gebracht und die Rexona- Range um Deospray und -Roll-on der neuen Variante Pink active erweitert, die nicht nur auf die umstrittenen Salze verzichten, sondern auch keine gelben oder weißen Flecken auf Kleidungsstücken hinterlassen. Beiersdorf sorgt mit seiner Deo-Marke 8x4, die generell auf Aluminiumsalze verzichtet, auch in diesem Jahr mit trendig- bunten Limited Editions für Aufmerksamkeit am Regal.

Warum steht Aluminium in der Kritik?

Aluminiumsalze, lange Zeit Bestandteil der meisten Anti-Transpirantien, sollen möglicherweise die Entstehung von Brustkrebs oder Alzheimer begünstigen. Bis heute sind sich Experten uneinig über einen Zusammenhang. Wissenschaftler der Universität Innsbruck haben 2017 die Ergebnisse einer neuen Studie veröffentlicht. Auch sie können keine Entwarnung in Bezug auf Brustkrebs geben. Der Studie zufolge wiesen Frauen, die in jungen Jahren mehrfach täglich Deos verwendet hatten, ein erhöhtes Brustkrebsrisiko auf. Im Brustgewebe der erkrankten Frauen fand sich zudem eine viel höhere Aluminiumkonzentration als in der Gruppe der gesunden Frauen. Ein Beweis für einen Zusammenhang sei dies jedoch nicht, so die Wissenschaftler. Die Verbraucher bleiben verunsichert zurück.

Auch neue Darreichungsformen erobern Regalflächen: Deocremes inTiegel und Tube zum Beispiel. Sie werden mit den Fingern dünn auf die Achselhaut aufgetragen. Zwischen 8 und 12 Euro für den 50-Milliliter- Tiegel zahlen Verbraucher für die aluminiumfreien Deocremes von Anbietern wie I+M Naturkosmetik Berlin, Ponyhütchen oder Greendoor. Diese sollen dann bis zu sechs Monate halten. Ein weiterer Vorteil, der zunehmend Verbraucher anspricht: weniger Plastikmüll. Die Glastiegel lassen sich nach dem Gebrauch für andere Zwecke recyceln. Vor allem jedoch überzeugen einige der Produkte mit kurzen „Zutaten-liste“ alle Konsumenten, die auf den Faktor Natürlichkeit setzen. Die Berliner Marke i+m stellt ihre Deocremes aus vier Grund-Substanzen her: Kokos (wirkt antibakteriell), Natron (neutralisiert Gerüche), Zink (entzündungshemmend, reizlindern, absorbierend) und Tapioka (absorbiert) kommen hier zum Einsatz. Hinzu kommen Aromen.

Deo oder was?

Ein Produkt, das nur unangenehmen Körpergeruch verhindert, heißt Deodorant. Die Inhaltsstoffe in Deos hemmen das Wachstum von Bakterien und verströmen angenehme Düfte. Ein Anti- Transpirant dagegen schützt auch vor Schweißbildung und reduziert diese.