Trends Vielversprechende Trends aus Handel und Industrie - Seite 3

Mutige und kreative Innovationen sind das Benzin der Lebens-mittelwirtschaft. Die LP stellt Vermarktungskonzepte und Trends vor, die sich entweder längerfristig bewiesen haben oder für die Zukunft großes Potenzial versprechen.

Freitag, 04. September 2015 - Management
Christina Steinheuer, Bettina Röttig, Heidrun Mittler, Tobias Dünnebacke
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Inhaltsübersicht

 

 

Negative Trends:

Bubble Tea ist das Paradebeispiel für einen gefloppten Trend. Quasi über Nacht wurde 2009 das vor allem in China bekannte Getränk mit den quietschbunten Tapioka-Kugeln (eine geschmacksneutrale Stärke) zum Shooting-Star auf dem hiesigen Getränke-Markt. In jeder Innenstadt, an jeder Ecke konnte man die Zucker-Bomben kaufen. Selbst McDonald’s servierte eiskalten Bubble Tea, und auch der Lebensmittel-Einzelhandel fing langsam an, auf den Zug aufzuspringen. Es dauerte jedoch kaum drei Jahre, da war der Boom auch
schon wieder vorbei. Der Grund: Bevor das Getränk fest etabliert war, verbreiteten sich die Meldungen über krebserregende Inhaltsstoffe, den hohen Zuckergehalt sowie künstliche Farb- und Aromastoffe. Bei den in Gesundheitsfragen sensiblen deutschen Konsumenten kam das gar nicht gut an.

Die sogenannten Alkopops, ein Gemisch aus Spirituosen wie Wodka oder Whisky sowie Säften und Limonaden, wurden von Beginn an sehr unterschiedlich bewertet. Die (vornehmlich jungen) Konsumenten schätzten die Sü- ße, welche den alkoholtypischen Bittergeschmack überdeckt. Jugendschützer schlugen allerdings schnell Alarm. Die Befürchtung: Jugendliche könnten sich durch den Konsum schnell an das Trinken großer Mengen Alkohol gewöhnen. Die Folge war 2004 das sogenannte Alkopopsteuergesetz, das eine deutlich höhere Besteuerung vorschrieb. Im Laufe der Jahre brach der Markt fast vollständig zusammen, wobei umstritten ist, ob dies ausschließlich auf die höhere Steuer zurückzuführen ist. Eine der wenigen relevanten Marken, die es heute noch gibt, ist das Wodka-Mischgetränk Smirnoff Ice von Diageo.

Was ist nicht alles geschrieben worden über Functional Food, also Lebensmittel, die mit Inhaltsstoffen angereichert sind, die gesundheitsfördernd sein sollen? Die Klassiker sind Joghurts mit Bakterienkulturen, die mit dem Zusatz „probiotisch“ verkauft werden. Der Markt boomte und immer mehr Produkte kamen in die Regale. Doch seit der Health-Claims-Verordnung im Jahr 2007 müssen die Anbieter wissenschaftlich belegen, was sie bewerben. Das hat das Angebot stark beschränkt. Aber es gibt auch Produkte, die profitieren: zum Beispiel Omega-3-Wurst der Edeka oder Omeghurt, ein Joghurt mit Omega-3-Fettsäuren der Herzgut Landmolkerei. Die Fettsäuren sind wichtig fürs Herz. Dennoch hat sich der Markt für viele Anbieter nicht so entwickelt, wie erhofft.