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Trends Vielversprechende Trends aus Handel und Industrie - Seite 2

Christina Steinheuer, Bettina Röttig, Heidrun Mittler, Tobias Dünnebacke | 04. September 2015

Mutige und kreative Innovationen sind das Benzin der Lebens-mittelwirtschaft. Die LP stellt Vermarktungskonzepte und Trends vor, die sich entweder längerfristig bewiesen haben oder für die Zukunft großes Potenzial versprechen.

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Immer mehr Verbraucher erkennen, dass sie einen Inhaltsstoff in Lebensmitteln nicht gut vertragen. Menschen mit einer Laktose-Intoleranz greifen daher zu Milch und Milchprodukten, in denen der Milchzucker Laktose bei der Herstellung aufgespalten wurde. Verbraucher mit einer Gluten-Unverträglichkeit meiden Getreide, die das Klebereiweiß Gluten enthalten. Mittlerweile gibt es so viele glutenfreie, verarbeitete Produkte wie Brot, Fertiggerichte und Süßgebäck, dass sie im Handel ein komplettes Regal füllen. Hinzu kommt das Thema Gentechnikfreiheit: Als einer der ersten Händler verpflichtete die Kölner Rewe 2013 die Erzeuger aller frischen Hähnchenfleischprodukte der Eigenmarken dazu, auf gentechnisch verändertes Futter zu verzichten. Auch die Edeka bietet zahlreiche solche Lebensmittel an.

Alkoholfreies Bier hatte über viele Jahre einen eher schlechten Ruf und galt als keine Alternative zu „echtem“ Bier. Grund war der technische Stand der Brauwirtschaft in den 1980er- und 1990er-Jahren. In der jüngeren Vergangenheit sprangen aber immer mehr Brauereien auf den Zug auf, da sich der Geschmack der Biere erheblich verbessert hat und eine große Nachfrage bei den Verbrauchern besteht. Auch innerhalb des Segmentes ist noch Platz für Innovationen. So bietet beispielsweise Bitburger seit 2007 als erste große Marke mit der Variante „0,0%“ ein Bier an, das alkoholfrei im wahrsten Sinne des Wortes ist (laut Gesetz ist ein Alkoholgehalt von bis zu 0,5 Volumenprozent möglich). Die isotonische Wirkung soll zudem eine schnelle Regeneration nach dem Sport sowie den Ausgleich von verlorenen Vitaminen unterstützen.

Die Lupine könnte der Problemlöser der Zukunft sein, um die wachsende Weltbevölkerung zu ernähren. Deutschen Forschern ist es gelungen, aus der Lupine den unangenehm-bitteren Geschmack zu entfernen. Dabei zielt man in erster Linie auf das enthaltene Eiweiß. Aus den hochreinen Proteinen lassen sich nicht nur Milch, Käse, Speiseeis und Pudding herstellen. Sie eignen sich auch als Grundlage für Kuchen, Mayonnaise, Wurstwaren, Cremes und Schäume. „Werden Lupinen-Proteine als Alternative zu Milcheiweißen eingesetzt, kann man gut schmeckende Pflanzenmilch, pflanzlichen Joghurt und Frischkäse mit ähnlichem Geschmack und Mundgefühl wie bei herkömmlichen Milchprodukten herstellen“, erläutert Dr. Peter Eisner, der an der „Entwicklung“ beteiligt war.