Anzeige

Nährwertkennzeichnung Klöckner fragt Verbraucher

Lebensmittel Praxis | 28. Juni 2019
Nährwertkennzeichnung: Klöckner fragt Verbraucher
Bildquelle: Kurtz

Die Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Julia Klöckner (Foto), hat die Rahmenbedingungen für die Verbraucherbeteiligung zum erweiterten, vereinfachten Nährwertkennzeichnungssystem festgelegt. Zuvor hatte das Max Rubner-Institut (MRI) die wichtigsten Systeme analysiert. Vier Modelle, darunter Nutri-Score, das BLL- und das MRI-Modell sowie das skandinavische Keyhole-System, wurden nun ausgewählt für eine Verbraucherbefragung.

Anzeige

„So weit wie jetzt waren noch nie bei der vereinfachten Nährwertkennzeichnung. Das Ergebnis der Befragung wird im September kommen. Das Votum der Verbraucher wird dann maßgeblich sein für meine Entscheidung“,  sagt Julia Klöckner. „Immer mehr Fertiggerichte, zunehmendes Übergewicht, sich gut und ausgewogen zu ernähren, das sind Herausforderungen. Umso wichtiger ist zu wissen, welche Nährwerte in den Nahrungsmitteln stecken, die wir zu uns nehmen. Für die Vorderseite von Lebensmittelverpackungen brauchen wir deshalb eine Kennzeichnung der Nährwerte, die klar, einfach und verständlich ist – auch ohne ein Studium der Ernährungswissenschaften.“

 Untersucht werden soll die Wahrnehmung der ausgewählten Systeme, deren Verständlichkeit und das Verständnis der Verbraucher. Die repräsentative Umfrage wird ab Juli von einem unabhängigen Meinungsforschungsinstitut durchgeführt. Einbezogen wird ein Querschnitt der Bevölkerung anhand der Kriterien regionale Verteilung, Stadt/Land, Einkommen, Bildung, Alter, Geschlecht und ernährungsbedingte Erkrankungen.

Sie hätte sich gewünscht, so die Ministerin weiter, wenn sich die EU-Kommission zu einem europaweit einheitlichen Kennzeichnungssystem durchgerungen hätte. Da dies nicht erfolgt ist, können die Mitgliedsstaaten eine solche Kennzeichnung für die Unternehmen nicht verpflichtend vorgeben. Das ist europarechtlich nicht möglich. Die EU-rechtlichen Rahmenbedingungen sehen lediglich die Empfehlung eines Systems vor. 

„Ich gehe nun national voran und werde ein Nährwertkennzeichnungssystem vorschlagen. Wichtig ist, dass dieses wissenschaftlich fundiert ist. Und, dass es vor allem den Verbrauchern tatsächlich hilft, sich zurechtzufinden, ihnen gute Orientierung bietet. Um das sicherzustellen, lassen wir ab Juli eine unabhängige und repräsentative Verbraucherbefragung durchführen. Ich freue mich, dass mir die Koalitionsfraktionen, der Spitzenverband der Lebensmittelwirtschaft und der Verbraucherzentrale Bundesverband hier folgen.