Im Mai 2023 sind die Produzentenpreise im Jahresvergleich nur noch um 1 Prozent gestiegen – das ist der niedrigste Zuwachs seit zwei Jahren, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte. Die Teuerung für Nahrungsmittel bleibt jedoch weiterhin hoch.
Mit spürbaren Eingriffen des Bundeskartellamtes in den Lebensmitteleinzelhandel ist vorläufig nicht zu rechnen. Das hat Behördenchef Andreas Mundt in einem heute veröffentlichten Interview mit der „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ klargestellt.
Preise für Tiefkühlfisch sollen dauerhaft gesenkt werden, nachdem bereits Produkte wie Milch, Sahne und Joghurt deutlich günstiger geworden sind.
Erstmals seit knapp zwei Jahren sind die Erzeugerpreise für Agrarprodukte gegenüber einem Vorjahresmonat wieder gesunken. Im Vergleich zum Vorjahresmonat verringerten sich diese im April um 6,5 Prozent. Darüber informiert das Statistische Bundesamt.
Lebensmittelhersteller müssten sich auf Nachverhandlungen mit ihren Handelspartnern einstellen, informiert die Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE) und verweist auf schriftliche Ankündigungen mehrerer Handelshäuser, die sich auf Entspannungen von Roh- und Hilfsstoffpreisen beriefen.
Die Preise für Verbrauchsgüter waren im April 2023 um 11,4 Prozent höher als im April 2022 und um 0,4 Prozent höher als im März 2023. Nahrungsmittel waren nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) 13,6 Prozent teurer als im Vorjahr.
Der nachhaltige Konsum in der Gesamtbevölkerung, insbesondere bei Lebensmitteln, geht spürbar zurück. Das stellt der aktuelle Trendmonitor Deutschland von Nordlight Research fest.
In Deutschland sind die Preise für Süßwaren von Markenherstellern stärker als in den meisten anderen europäischen Ländern gestiegen. Das geht aus einem Vergleich von 21 europäischen Staaten hervor, den das Marktforschungsunternehmen Nielsen veröffentlicht hat.
Um die Inflation zu bekämpfen, hat Portugal am 18. April 2023 die Mehrwertsteuer für 46 Grundnahrungsmittel vorläufig abgeschafft. Diese betrug bisher 6 Prozent. Diese von der linken Regierung beschlossene Maßnahme soll zunächst bis zum 31. Oktober 2023 gelten.