Wer die modernisierte Filiale des Konsum Leipzig in der Könneritzstraße betritt, erkennt rasch: Die Verantwortlichen haben den Markt nicht bloß renoviert, sondern in weiten Teilen neu konzipiert. Sie erneuerten die Kühltechnik, überarbeiteten die Warenpräsentation, optimierten die Wegeführung und gestalteten Decken- und Beleuchtungselemente neu. Diese Veränderungen prägen heute das Erscheinungsbild. Im Unternehmen gilt der Standort als Vorzeigemarkt. Nun macht auch die Gestaltung diesen Anspruch sichtbar.
Für Sarah Hauschild aus dem Marketing war die Modernisierung längst überfällig. „Es war einfach an der Zeit, den Markt zu erneuern“, sagt sie. Für Konsum Leipzig ist der Standort besonders wichtig. Er zeigt beispielhaft, wie zeitgemäße Nahversorgung funktionieren kann. Dafür haben die Verantwortlichen Technik, Raumgestaltung und Sortiment neu aufeinander abgestimmt.
Nah am Stadtteil
Konsum Leipzig versteht sich als genossenschaftlich geprägter Nahversorger mit regionaler Verantwortung. Das Unternehmen will nicht allein Waren anbieten, sondern im Alltag verlässlich präsent sein – in den Stadtteilen, bei den Menschen und mit Blick auf die Bedürfnisse vor Ort. Genau diesen Anspruch verkörpert auch die Filiale in der Könneritzstraße.
Konsum Leipzig, Könneritzstraße 50, 04229 Leipzig-Schleußig
| Eröffnet | 2008, umgebaut 2025 |
| Verkaufsfläche | 795 qm |
| Artikel | 15.000 |
| Regionale Produkte | 3.000 |
| Mitarbeiter (Köpfe) | 46 |
| Öffnungszeiten | Mo. bis Sa., 6 bis 22 Uhr |
| Parkplätze | 42 |
| Elektro-Ladesäulen | 1 |
| Kaufkraft am Ort | 87,9* |
| Durchschnittsbon | 12,63 Euro |
| Investition | 3 Mio. Euro, in Umbau mit Lager |
| Rücknahmeautomaten | 1 |
*Kaufkraftindex 100 = 31.193 Euro; das entspricht einer durchschnittlichen Kaufkraft pro Kopf in Leipzig in Höhe von 27.418,64 Euro. Der Index gibt an, wie hoch die finanziellen Mittel der Bevölkerung sind, um Güter und Dienstleistungen zu erwerben. Quelle: NIQ
Der Markt bietet ein Vollsortiment mit rund 15.000 Artikeln. Die begrenzte Fläche stellt dabei eine besondere planerische Herausforderung dar: Die Verantwortlichen müssen die Waren klar gliedern, gut erreichbar machen und ansprechend präsentieren. Zugleich soll der Markt ruhig und übersichtlich wirken. Diese Balance prägt den Anspruch an den Standort. Hauschild beschreibt die Filiale sinngemäß als wichtigen Stadtteilmarkt mit Vorbildcharakter. Die Filiale steht dafür, wie Konsum Leipzig heute denkt: regional, modern und nah an den Menschen im Viertel.
Besonders anspruchsvoll war es, die Filiale im laufenden Betrieb zu modernisieren. Während die Kunden weiter einkauften, bauten die Verantwortlichen um, rüsteten die Technik auf und stimmten die Logistik ab. Für alle Beteiligten bedeutete dies ein Projekt mit engem Zeitplan und hoher Komplexität. Hauschild spricht von einer Phase, die notwendig, aber keineswegs einfach war. Der Markt durfte nicht ausfallen, während die beteiligten Gewerke Kühlmöbel, Regale, Decken und Wegeführung Schritt für Schritt erneuerten. Dass sie dies im laufenden Geschäft bewältigten, unterstreicht die Bedeutung der Filiale für die Nahversorgung im Stadtteil.
Im Zentrum der Erneuerung steht die neue Kühltechnik. Zum Einsatz kommt eine CO₂-Verbundanlage in Kombination mit neuen Kühlmöbeln. Für Marcus Edler, Energiemanagement-Beauftragter und technischer Einkäufer bei der Konsum Leipzig Dienstleistungsgesellschaft, ist das ein wichtiger Schritt nach vorn. „Mit der Verbundanlage setzen wir auf eine technisch zukunftsfähige Lösung, die unseren Anforderungen langfristig gerecht wird“, sagt er.
Effiziente Kühlung
Die neue Technik schafft bei gleichem oder ähnlichem Energieeinsatz deutlich mehr Kühlfläche. „Mit der Anlage haben wir mehr Kühlmeter bei ähnlichem Energieverbrauch“, sagt Edler. Der Mehrwert für den Markt liegt damit auf der Hand: Das Unternehmen gewinnt Fläche für die Präsentation, verbessert die Auslastung und erzielt zugleich eine günstigere Energiebilanz.
Hinzu kommt die Wärmerückgewinnung. Sie speist überschüssige Energie in die Heiztechnik ein und macht das System insgesamt effizienter. Für Konsum Leipzig ist das mehr als ein technisches Detail – das Unternehmen nutzt die Energie dort weiter, wo sie im Markt erneut Nutzen stiftet.
Bei der Auswahl der Technik ging es nicht allein um Zahlen und Energiekennwerte. Die Lösung musste auch im Alltag überzeugen. Deshalb berücksichtigten die Verantwortlichen Service, Ersatzteile, Garantieabwicklung und die Zusammenarbeit mit den beteiligten Fachfirmen. „Wichtig ist, dass die Zusammenarbeit mit dem Service funktioniert“, betont Edler. Gerade im Handel müsse eine Anlage nicht nur technisch überzeugen, sondern auch im Betrieb zuverlässig laufen. Die Mitarbeiter müssten die Kühlmöbel leicht handhaben, schnell reinigen und bei Bedarf flexibel umstellen können.
Auch die transparenten Türen und Seitenteile folgen dieser Logik. „Transparente Türen sind wichtig, weil der Kunde die Ware sehen soll“, sagt Edler. Sichtbarkeit und Energieeffizienz schließen sich nicht aus, sondern ergänzen sich. Die Seitenteile bieten zugleich gestalterische Freiheit, „denn sie geben uns Flexibilität in der Gestaltung“. So entsteht ein Markt, der offen wirkt und gleichzeitig energetisch effizient arbeitet.
Teamarbeit auf der Baustelle
Die bauliche und technische Umsetzung entwickelte sich zu einem Großprojekt. Auf der Baustelle arbeiteten zahlreiche Gewerke – vom Ladenbau über Elektrik und Sanitär bis hin zur Kältetechnik. „Wir hatten auf der Baustelle alle Teilbereiche eng miteinander verzahnt, damit im laufenden Betrieb alles reibungslos zusammenläuft“, sagt Edler.
Alle Beteiligten stimmten sich eng ab und schufen so die Grundlage für den Projekterfolg. Die Verantwortlichen koordinierten Baucontainer, Krantermine, Sperrungen, Lieferfenster, steckerfertige Mietkühlmöbel und immer wieder kurzfristige Änderungen. Teilweise arbeiteten die Firmen auch nachts, um den Tagesbetrieb möglichst wenig zu beeinträchtigen. Der Umbau verlangte damit nicht nur technisches Know-how, sondern vor allem ein hohes Maß an Organisation. Für Marcus Edler ist das eine der wichtigsten Lehren aus Projekten dieser Art: „Kurze Entscheidungswege sind bei solchen Vorhaben besonders wichtig.“
Die Modernisierung reichte weit über die Kühlzone hinaus. Die Verantwortlichen setzten auch das Ladenkonzept neu auf: Sie positionierten Regale neu, passten Wege an, erneuerten Decken und gliederten die Warenführung klarer.
So entstand ein Markt, der trotz seiner breiten Sortimentsstruktur ruhig, übersichtlich und angenehm wirkt. Der Einkauf soll schnell, intuitiv und komfortabel funktionieren. Der Markt soll vertraut bleiben und zugleich sichtbar moderner auftreten. Genau dieser Spagat macht das Projekt in der Könneritzstraße so interessant: Es verbindet technische Erneuerung mit einer spürbaren Aufwertung des Einkaufserlebnisses. „Unser Anspruch ist es, Orientierung, Komfort und ein modernes Marktgefühl zusammenzubringen“, bringt es Edler auf den Punkt.
Der Umbau ist Teil einer umfassenden Unternehmensstrategie. Konsum Leipzig setzt auf CO₂-Kältetechnik, LED-Beleuchtung, Photovoltaik und ein systematisches Energiemanagement. Dazu gehört auch ein Energiemonitoring, das die neue Anlage über einen längeren Zeitraum begleitet. „Mit dem Energiemonitoring sehen wir, wo noch weitere Potenziale liegen“, erklärt Edler. So kann das Unternehmen seine Energieeffizienz weiter verbessern und zukünftige Maßnahmen gezielt planen.
Zukunft für das Filialnetz
Die Modernisierung ist kein einmaliges Projekt, sondern Bestandteil des langfristigen Umbaus des gesamten Filialnetzes. Mit moderner Kühltechnik, einer klareren Warenpräsentation, verbesserten Laufwegen und einem neuen Zusammenspiel aus Licht, Raum und Sortiment hat Konsum Leipzig den Standort in Schleußig zukunftsfähig aufgestellt.
So entsteht ein Einkaufserlebnis, das funktional überzeugt und zugleich Atmosphäre schafft. Die Filiale zeigt, wie regionale Nahversorgung heute aussehen kann: technisch zeitgemäß, wirtschaftlich vernünftig und eng mit dem Stadtteil verbunden. „Wir wollen unsere Filialen Schritt für Schritt zukunftsfähig machen“, sagt Marcus Edler. In der Könneritzstraße 50 ist dieser Anspruch bereits sichtbar geworden.
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Marcus Edler
Energiebeauftragter und technischer Einkäufer

Was war Ihnen bei der Auswahl der Kühltechnik besonders wichtig?
Vor allem Effizienz, Zuverlässigkeit und ein guter Service im Alltag.
Was bringen die neuen Kühlmöbel im Markt?
Sie schaffen mehr Kühlfläche bei ähnlichem Energieverbrauch.
Was war die größte Herausforderung beim Umbau?
Der Umbau im laufenden Betrieb verlangte eine besonders präzise Organisation.
