Die Deutschen kaufen seltener Fleisch, greifen dann aber zu größeren Mengen. Das zeigt eine Studie von Yougov und dem Sinus-Institut, die zum Weltvegetariertag am 1. Oktober veröffentlicht wurde. Einen massenhaften Umstieg auf vegetarische oder vegane Ernährung gibt es demnach nicht – stattdessen gewinnt die sogenannte flexitarische Ernährungsweise an Bedeutung.
Laut der Erhebung kauften zwischen Januar und Juli 2026 noch 93 Prozent der Haushalte Fleisch oder Geflügel. Das sind zwei Prozentpunkte weniger als 2022. Gleichzeitig stieg die gekaufte Menge um 3 Prozent. Besonders gefragt bleibt den Daten zufolge Geflügel: Hähnchen macht 35 Prozent am Fleischabsatz aus und liegt damit vor Schweinefleisch mit 32 Prozent. Bei Wurstwaren gingen sowohl die Käuferreichweite als auch die Absatzmenge zurück.
Mehr als jeder vierte Fleischesser – 27 Prozent – plant der Studie zufolge, seinen Konsum „in nächster Zeit“ zu reduzieren. Nur 2 Prozent wollen ihn erhöhen. Knapp die Hälfte der Fleischesser (43 Prozent) stimmt der Aussage zu, dass es ihnen guttun würde, weniger Fleisch, Wurst und Fisch zu essen. Einen vollständigen Verzicht streben die wenigsten an: Nur 22 Prozent derjenigen, die weniger tierische Produkte essen möchten, erwägen eine komplett vegetarische Ernährung, 14 Prozent eine vegane. Yougov-Expertin Petra Süptitz sieht in den Ergebnissen „weniger einen breiten Trend zum Vegetarismus oder Veganismus, sondern stärker die wachsende Bedeutung flexitarischer Ernährungsweisen“, wie es in der Mitteilung heißt.
Fleischersatzprodukte erreichen so viele Haushalte wie seit 2022 nicht
Der Markt für Fleischersatzprodukte legt den Angaben zufolge weiter zu. Knapp 35 Prozent der Haushalte kauften 2026 mindestens einmal ein solches Produkt – so viele wie seit 2022 nicht. Der Umsatz mit sogenannten fleischanalogen Produkten wie vegetarischer oder veganer Wurst wuchs demnach um gut 6 Prozent. Besonders stark legten Produkte wie Tofu und Falafel zu, deren Umsatz um 38 Prozent stieg. Insgesamt haben laut der Studie 58 Prozent der Befragten bereits Fleischersatz probiert.
Allerdings sehen die Verbraucher auch Hürden für eine weitere Verbreitung. 61 Prozent empfinden die Produkte den Angaben zufolge als zu teuer. 64 Prozent haben den Eindruck, dass viele vegetarische und vegane Ersatzprodukte zu viele Zusatzstoffe enthalten.
