Verbraucherstimmung GfK-Konsumklima fällt im September deutlich

Die Stimmung der Verbraucher in Deutschland verschlechtert sich im September deutlich. Das GfK-Konsumklima sinkt um 3,8 Punkte. Hauptgrund sind gesunkene Einkommenserwartungen und eine Sparneigung, die seit der Finanzkrise 2008 nicht mehr so hoch war.

Freitag, 25. September 2026, 15:38 Uhr
Manuel Glasfort
Die Einkaufslaune der Verbraucher war zuletzt deutlich getrübt. Bildquelle: Getty Images

Die Stimmung der Verbraucher in Deutschland hat sich im September deutlich verschlechtert. Das GfK-Konsumklima sank nach den Erwartungen für Oktober um 3,8 Punkte auf minus 30,6 Punkte, wie das Nürnberg Institut für Marktentscheidungen (NIM) mitteilte. Im Vormonat lag der Wert noch bei minus 26,8 Punkten. Hauptursache für den Rückgang sind gesunkene Einkommenserwartungen und eine gestiegene Sparneigung.

Der Einkommensindikator brach im September um 16,7 Punkte ein und fiel auf minus 15,0 Punkte. Dies ist der niedrigste Wert seit April 2026, kurz vor Einführung des Tankrabatts, wie das Institut mitteilte. Damals wurden minus 24,4 Punkte gemessen. „Die Mehrheit der Haushalte rechnet damit, dass die hohen Energiepreise ihre Kaufkraft verringern werden“, zitierte das Institut Rolf Bürkl, Head of Consumer Climate beim Nürnberg Institut für Marktentscheidungen, in der Mitteilung. „Folglich sind sie skeptischer, was die künftigen Einkommensaussichten für die nächsten zwölf Monate betrifft.“

Zusätzlich belastet eine deutlich gestiegene Sparneigung das Konsumklima. Der Indikator kletterte um 6,0 Punkte auf 21,5 Punkte. Den Angaben zufolge muss man bis in die Zeiten der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008 zurückgehen, um einen ähnlich hohen Wert zu finden. Die hohen Energiepreise verunsichern die Verbraucher und veranlassen sie zum Sparen. Analysen des Instituts deuten darauf hin, dass insbesondere Haushalte mit guter finanzieller Ausstattung mehr sparen. Offenbar wollen diese Haushalte die Kaufkraftverluste kompensieren, die durch die erhöhte Inflation beim Ersparten aufgetreten sind, wie das Institut mitteilte.

Anschaffungsneigung bleibt stabil

Die Anschaffungsneigung blieb dagegen weitgehend stabil. Der Indikator verlor lediglich einen Punkt und liegt nun bei minus 10,8 Punkten. Damit bewegt er sich knapp über dem Wert des Vorjahresmonats, als minus 11,6 Punkte gemessen wurden. Das Niveau ist nach Angaben des Instituts aber nach wie vor überaus niedrig und pendelt seit mehr als drei Jahren um die Minus-10‑Punkte-Marke.

Die Konjunkturerwartungen der Verbraucher legten dagegen leicht zu. Der Indikator gewann einen halben Punkt hinzu und liegt nun bei minus 3,4 Punkten. Dies ist der fünfte Anstieg in Folge. Die deutsche Wirtschaft hat sich im ersten Halbjahr 2026 besser entwickelt als zunächst erwartet, wie das Institut mitteilte. Forschungsinstitute haben ihre Wachstumsprognosen für dieses und das kommende Jahr nach oben korrigiert und sagen für 2026 und 2027 Zuwachsraten des Bruttoinlandsproduktes von gut einem Prozent vorher. Die Ergebnisse basieren auf rund 2.000 Verbraucherinterviews, die im Auftrag der EU-Kommission vom 3. bis 14. September 2026 durchgeführt wurden.

Das Nürnberg Institut für Marktentscheidungen (NIM) ist ein unabhängiges außeruniversitäres Wirtschaftsforschungsinstitut. GfK ist seit dem Zusammenschluss im Jahr 2023 Teil von NielsenIQ (NIQ) und bringt 90 Jahre Erfahrung in der Analyse von Konsumenten und Märkten ein.

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