Kampagne Dehoga erhöht wegen Minijobs Druck auf die Politik

Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) verstärkt den Druck für den Erhalt der Minijobs. Deshalb intensiviert er die bundesweite Kampagne „Minijobs erhalten!“ durch eine zentrale Mitmach-Plattform im Internet. Für den Minijob-Erhalt tritt ebenfalls der Handelsverband Deutschland (HDE) ein.

Montag, 28. September 2026, 11:24 Uhr
Thomas Klaus
Auch der Handel betroffen: Die Abschaffung der Minijobs hätte für verschiedene Branchen einschneidende Folgen. Bildquelle: Getty Images

Minijobs sind in der Gastronomie und Hotellerie eine wichtige Beschäftigungsform. Vor diesem Hintergrund verstärkt der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) seine Anstrengungen für den Erhalt dieser Art geringfügiger Beschäftigung. Die schwarz-rote Bundesregierung könnte die Minijobs, die bisher für Arbeitnehmer im Zuge der Rentenreform abschaffen. Dann würde das Netto der Minijobber deutlich sinken, die Minijobs würden für viele Menschen unattraktiv werden.

Vor diesem Hintergrund verstärkt der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) den Druck für den Erhalt der Minijobs. Deshalb intensiviert er die bundesweite Kampagne „Minijobs erhalten!“ durch eine zentrale Mitmach-Plattform im Internet.

Aktuell arbeiten knapp sieben Millionen Menschen in Deutschland in einem Minijob, wie aus Daten der Minijob-Zentrale hervorgeht. Für viele von ihnen handelt es sich um einen Nebenjob, mit dem sie sich neben ihrem sozialversicherungspflichtigen Hauptjob etwas hinzuverdienen. Nach Daten des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung waren im Jahr 2023 rund 4,3 Millionen Minijobber ausschließlich geringfügig beschäftigt. Hier handelt es sich beispielsweise um Studenten, Rentner oder Eheleute, die auf diese Weise etwas zum Haushaltseinkommen beisteuern.

Laut Daten der Minijobzentrale kommt nur für 5,3 Prozent ein Wechsel in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung infrage, wie der Dehoga mitteilt. Für das Gastgewerbe sind Minijobs besonders wichtig, um Arbeit am Abend, am Wochenende und bei Veranstaltungen zu ermöglichen. Aber auch für den Handel haben Minijobs eine große Bedeutung.

Arbeitskosten verteuern sich erheblich

„Wer sich zum Minijob bekennt, muss ihn auch bezahlbar halten“, erklärt Dehoga-Präsident Guido Zöllick. „Die diskutierten und teilweise bereits beschlossenen Verteuerungen führen in ihrer Summe zu einer faktischen Abschaffung der Minijobs. Das dürfen wir nicht zulassen.“ Damit verteuerten sich die Arbeitskosten für die Arbeitgeber im Gastgewerbe um voraussichtlich fast 72 Millionen Euro pro Jahr. „Gerade jetzt müssen wir Anreize für diejenigen setzen, die zusätzlich arbeiten wollen. Leistung muss sich lohnen“, so Zöllick. 

Aktuell sind Minijobs für den Arbeitnehmer in aller Regel steuer- und sozialversicherungsfrei. Allerdings führen gewerbliche Arbeitgeber gut 30 Prozent an Steuern und Sozialabgaben ab. Dieser Wert soll nach Plänen von Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) deutlich steigen. Nach Berechnungen des Dehoga werden die Arbeitgeberabgaben für gewerbliche Minijobs von derzeit 31,17 auf 42,27 Prozent des Lohns steigen.

Verband appelliert an die Politik

Genau diese Gesamtwirkung mache Mitmach-Plattform minijobs-erhalten.de sichtbar, so der Dehoga. Die Plattform bündelt politische Vorhaben, Fakten und Forderungen, den Minijob-Check, Originaldokumente und Belege sowie Stimmen aus der Praxis. Auf der Plattform kommen die Menschen zu Wort, die unmittelbar betroffen sind. Gesucht werden zusätzlich authentische Stimmen und Geschichten von Minijobbern und Unternehmern: Was bedeutet der Minijob für sie? Warum haben sie sich dafür entschieden? Welche Folgen hätten höhere Belastungen?

Der Dehoga fordert die Politik auf, weitere Belastungen der Minijobs zu stoppen: Keine Pflegeversicherungsbeiträge, die Pauschalsteuer bei 2 Prozent belassen, die Erhöhung der Krankenversicherungsbeiträge aussetzen und die Wahlfreiheit bei der Rentenversicherung sowie die bestehende Besteuerung erhalten. Vor weiteren Entscheidungen brauche es eine transparente Gesamtrechnung.

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