Rewe-Markt Größte Dachfarm Deutschlands in Berlin eröffnet

Über den Regalen des Rewe-Green-Farming-Marktes beginnt ein neues Kapitel urbaner Landwirtschaft: In der gläsernen Dachfarm in der Malteserstraße in Berlin-Lankwitz wächst der „Lankwitzer Pflücksalat“. Rewe hat die Salatfarm gemeinsam mit ECF Farmsystems feierlich eröffnet und damit das Herzstück des Green-Farming-Konzepts in Betrieb genommen.

Montag, 10. August 2026, 10:17 Uhr
Thomas Klaus
Landwirtschaft mitten in der Stadt: Nicolas Leschke ist CEO und Gründer von ECF Farmsystems. Bildquelle: Rewe

Feierliche Eröffnung der Salatfarm über den Regalen des Rewe-Green-Farming-Marktes in Berlin: „Wir bieten mit dem Salat vom Dach etwas, was so kein anderer hat“, sagt Felix Thomas, selbstständiger Rewe-Kaufmann und Betreiber des Marktes. „Mit der Dachfarm ist jetzt alles komplett und wir können mit dem extrafrischen Salat unseren regionalen Charakter unterstreichen. Das ist unser Alleinstellungsmerkmal.“ Der Salat vom Supermarktdach wird in rund 500 Rewe-Märkten im Osten Deutschlands verfügbar sein.

Erste Salate bereits ausgeliefert

Mit dem Rewe-Green-Farming-Markt hatte im Mai ein einzigartiger Supermarkt in der Hauptstadt eröffnet: Unten wird eingekauft, auf dem Dach wächst Salat. Die Bauarbeiten an der größten Dachfarm Deutschlands wurden Ende Juli abgeschlossen. Die Ernte läuft, die ersten Salate wurden bereits ausgeliefert. Der Lankwitzer Pflücksalat ist im 100-Gramm-Beutel als Salatmischung erhältlich. Diese besteht zum Start aus den Sorten Bataviasalat, grüner Römersalat, Lollo Rosso und dunkelgrüner Easy Leaf Salat.

Die Pflanzen wachsen in einem automatisierten, hydroponischen System nahezu ohne Erde. Sie werden mehrmals täglich mit einer Nährlösung versorgt und mit Regenwasser bewässert, das in einer Zisterne auf dem Dach gesammelt wird. Während der 23 Tage bis zur Ernte rotieren die Pflanzen auf speziellen Trays durch das Gewächshaus.

Jährlich bis zu 900.000 Salatmischungen

Nach der täglichen Ernte wird der Salat direkt im Markt verarbeitet, verpackt und für den Verkauf vor Ort oder den Transport vorbereitet. Perspektivisch können in der Dachfarm jährlich bis zu 900.000 Salatmischungen produziert werden. Ein Teil davon geht direkt in den Verkauf des Berliner Rewe-Green-Farming-Marktes, ein anderer wird über das Rewe-Regionallager in Oranienburg verteilt. Dadurch können im Vergleich zu Importware aus Südeuropa rund 500.000 Transportkilometer eingespart werden.

„Heute zieht Landwirtschaft mitten in die Stadt“, sagte Nicolas Leschke, CEO und Gründer von ECF Farmsystems während der Eröffnung. „Wir können ganzjährig frische Produkte anbauen und auf kurzen Lieferwegen bereitstellen. Der Markt zeigt, wie ungenutzte Dachflächen in der Großstadt zur regionalen Lebensmittelproduktion beitragen können.“ Viele Prozesse in der Dachfarm laufen automatisiert: Vier Mitarbeiter betreuen das Gewächshaus an sieben Tagen in der Woche, geerntet wird an sechs Tagen.

Weiterentwicklung der Rewe Green Buildings

Im hinteren Bereich des Rewe-Marktes befinden sich die Büro- und Sozialräume von ECF Farmsystems sowie die eigens für den Standort entwickelte Verpackungsmaschine. Mit dem Fahrstuhl geht es direkt in das auf 25 Grad temperierte Gewächshaus auf dem Dach. Die Anbaufläche ist nicht öffentlich zugänglich. Zum Schutz der Pflanzen ist der Zugang nur mit Schutzkleidung möglich. Dort wird erlebbar, wie urbane Lebensmittelproduktion künftig funktionieren kann.

Der Markt in Berlin-Lankwitz steht für die Weiterentwicklung der sogenannten Rewe-Green-Buildings. Seit 2009 errichtet Rewe bundesweit energiesparende Supermärkte. Mit dem neuen Holzbau-Konzept rückt zusätzlich kreislauffähiges Bauen in den Fokus.

Modulares Konzept lässt sich anpassen

„Dieser Markt zeigt, dass Rewe bereit ist, neue Wege zu gehen und innovativen Konzepten eine Chance zu geben“, erklärt Florian Sörensen, Geschäftsleiter Vertrieb der Rewe Region Ost. „Und jetzt können wir mit Stolz sagen, dass wir in Deutschland den ersten Supermarkt haben, bei dem der Salat über den Köpfen der Kunden wächst.“

Im Lankwitzer Markt prägen 72 sichtbare Holzsäulen aus gestapelten Balken die helle, sieben Meter hohe Markthalle. Das modulare Konzept kann flexibel an unterschiedliche Standorte angepasst werden – etwa mit variabler Dachnutzung wie der gläsernen Salatfarm. So verbindet Rewe nach eigener Darstellung ressourcenschonendes Bauen, regionale Frische und urbane Lebensmittelproduktion an einem Standort.

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