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Plastikverpackung Ambitionierte Ziele

Tobias Dünnebacke | 19. Juni 2019
Plastikverpackung: Ambitionierte Ziele
Bildquelle: Getty Images

Ab 2025 sollen alle PET-Flaschen in der EU im Minimum 25 Prozent Recycling-PET beinhalten. Getränkehersteller wie Nestlé Waters und PepsiCo gehen jetzt deutlich weiter. Auch Lidl und die Migros haben ambitionierte Ziele.

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Plastikverpackungen hatten noch nie ein so schlechtes Image wie heute. Das gilt auch und besonders für Einweg-Getränkeflaschen. PepsiCo, Suntory Beverage & Food Europe, Nestlé Waters sowie L’Oréal wollen jetzt gemeinsam ein Verfahren marktfähig machen, bei dem Kunststoffe im größeren Umfang wiederverwertet werden können. Entwickelt wurde diese Methode vom französischen Unternehmen Carbios. „Wir freuen uns, den Verbund bei der Förderung der neuen Technologie unterstützen zu können. Dies wird uns helfen, ein wichtiges Ziel von Nestlé Waters zu erreichen: Die Menge an recyceltem PET in unseren Flaschen bis 2025 um bis zu 35 Prozent zu erhöhen.

Wir sehen Biorecycling deshalb als einen wichtigen Beitrag für eine nachhaltige Zukunft“, sagt Massimo Casella, Head of Reseach & Development bei Nestlé Waters. Die vom französischen Unternehmen Carbios entwickelte und patentierte Technik beruht auf der Bearbeitung von PET und Polyester-Fasern durch spezielle Enzyme. Sie zerlegt die Kunststoffe in ihre Bestandteile – mit einem geringen Energieaufwand und ohne den Einsatz von Druck oder Lösungsmitteln. Unterschiedliche Formen von PET-Flaschen (transparent, farbig und ähnliches) müssen dafür nicht getrennt werden. Aus dem zerlegten Kunststoff lässt sich dann wieder hochwertiges PET herstellen. Ein Kreislauf, der eine hohe Recyclingfähigkeit ermöglicht.

Auch LEH und Discount entdecken das Thema für sich
Da der Handel heute mehr denn je auch Hersteller ist, erhöht sich auch hier der Druck vonseiten der Medien und Verbraucher, Lösungen zu präsentieren. Die Schweizer Migros geht hier bereits voran: So bestehen die Flaschen der Marke Aproz seit mehreren Jahren aus durchschnittlich 35 Prozent Recycling-PET. Im Zeitraum bis 2025 strebt die Migros nun die vollständige Kreislaufschließung an, indem beim Mineralwasser und bei den Süßgetränken bis zu 100 Prozent Recycling-PET eingesetzt werden soll. Per sofort bestehen die Sirup-Flaschen bereits aus 100 Prozent Recycling-PET und die Mineralwasser-Flaschen aus bis zu 60 Prozent Recycling-PET. „Mit dieser Umstellung erreichen wir einen Meilenstein“, sagt Michel Charbonnet, CEO von Aproz. „Die Kreislaufschließung ist sozusagen die Champions League in der Ökologie. Eine Flasche aus 100 Prozent Recycling-PET senkt die Umweltbelastung deutlich, spart Ressourcen und bleibt weiterhin rezyklierbar.“ Ermöglicht wird dies in erster Linie durch die zahlreichen und konsequenten Rückgaben der Kundinnen und Kunden.
Auch Lidl hat sich zum Ziel gesetzt, die Recyclingfähigkeit der gesamten Kunststoffverpackungen für Lidl-Eigenmarken bis 2025 auf 100 Prozent zu steigern. Darüber hinaus sollen immer mehr Wertstoffkreisläufe geschlossen und verstärkt Rezyklate, sprich recycelter Kunststoff, eingesetzt werden. Ein Beispiel dafür ist die bepfandete PET-Flasche des stillen Mineralwassers der Eigenmarke „Saskia“ in der grünen 1,5-Liter-Flasche: Die Information „Flasche aus 100 Prozent recyceltem Kunststoff“ ist ab Mitte Mai auf dem Etikett der Flasche für Kunden transparent ausgewiesen.

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