Inhaltsübersicht
170 Bewerbungen, ungezählte Telefonate zum Fragebogen, tagelange Autofahrten bei Wind und Wetter quer durch die Bundesrepublik – und zwar von der Redaktion, aber auch vom Filmteam rund um Mirko Moskopp (das sich selbst von einem brennenden Lkw samt Vollsperrung auf der A8 nicht aufhalten ließ) – stundenlanges Auswerten von Daten, Zahlenbergen und Informationen zur Sortiments-, Preis-, Service- und Ladengestaltung der Abteilungen, die sich um den Fleisch-Star 2012 beworben haben.
Es war anstrengend, aber es hat viel Freude gemacht. Zwei Mal kamen die Juroren zu Sitzungen im Neuwieder Foodhotel zusammen, dem wir an dieser Stelle für die hervorragende Zusammenarbeit danken wollen: Ein Mal um die Nominierten herauszufiltern und ein Mal, um aus diesen die Preisträger zu ermitteln. Welche Teams am 29. Februar auf dem Petersberg für ihre herausragenden Leistungen mit dem Fleisch-Star ausgezeichnet werden, bleibt für alle (außer den Juroren, die aber zur Verschwiegenheit verpflichtet sind, und ansonsten ihren Sitz in der Jury verlieren) eine Überraschung. Auch für die Teams, die nicht nominiert sind, hat sich die Teilnahme gelohnt. Die Mitarbeiter waren oft hoch motiviert, haben über sich, ihre Arbeit und Chancen nachgedacht, Ideen und ein Zusammengehörigkeitsgefühl entwickelt, das die meisten dauerhaft weiterbringt. Kreativ gestaltete Bewerbungsmappen zeigen das. 08/15 war für manchen Bewerber vielleicht die Uhrzeit, wann die Theke schließt, aber ganz sicher nicht der Auftritt der Abteilung. In diversen Bewerbungsmappen hat die Redaktion Themen gefunden, über die sie berichten wird. Auch in der Hinsicht hat sich für viele Bewerber die Anstrengung gelohnt. So, und nun zu den 13 Teams, für die das Rennen noch andauert. Allen unseren herzlichsten Glückwunsch! Sie sind richtig gut und ohne Frage die wirtschaftlich besten Abteilungen Deutschlands. Falls andere nun sagen, dass sie sich ebenfalls zu diesen zählen: Bewerben Sie sich im Herbst um den Fleisch-Star 2013!
Wo der Preis zur Nebensache wird
Von der Werbung bis zur Theke fokussiert das Frische-Konzept von Rewe-Homberg & Budnik auf Information und Qualität.Produkte im unteren Preissegment sind Selbstverständlichkeiten im Frischfleisch- und Wurst-Angebot von Rewe Homberg & Budnik. Mit einem breiten Sortiment besonderer Erzeugnisse und zahlreichen eigenen Kreationen gelingt es dem verantwortlichen Metzgermeister Raimund Nickisch aber auch, anspruchsvolle Kunden zu gewinnen, die sich für hochwertige Produkte begeistern lassen. Damit das Fachpersonal diese Produkte gut beraten und verkaufen kann, werden die Mitarbeiter intensiv und regelmäßig geschult. Das belohnt die Kundschaft mit viel Vertrauen und hoher Loyalität. Erkennbar wird dies an den zweistelligen Umsatzzuwächsen an der Fleischtheke.
Umsatzanteil Fleisch in Bedienung: 10,7 % (Wurst 7,4 %).
Zusätzliche Stimulanz nach Umbau
Bei Edeka Rosenzweig kommt durch die neue Theke die Frische noch stärker zum Tragen. Und die Umsätze steigen.Seit November vergangenen Jahres haben Fleisch- und Wurstwaren bei Edeka Rosenzweig eine neue Dimension. Mit dem Einbau der neuen Theke wurde gleichzeitig erweitert und die Frische in Bedienung als deutliches Differenzierungsmerkmal zum Wettbewerb noch prominenter herausgestellt. Eine Umsatzstimulanz von bis zu 20 Prozent, wie sich im Nachhinein herausstellte. Besonderheiten: Die Ware wird nur von oben beleuchtet, Selbstspülsystem in der Theke, Flachbildschirme, Displaywaagen und eine separate Hackfleischbar. Eine richtige Frischeinsel im 1.300-qm-Markt.
Umsatzanteil Fleisch in Bedienung: 12 % (Wurst in BD 6 %).
Mit Bratwurst-Kompetenz nach oben
Als Underdog gegen einen starken Wettbewerb gestartet, hat sich der Hit-Markt im bayerischen Erding schnell etabliert.Es ist nicht so, als hätten die Erdinger keine Alternativen. Kaufland, Tengelmann, Feneberg, die Discounter: Die Mitarbeiter im Hit-Markt wussten bei der Eröffnung 2007, dass man sich nur mit Qualität und Kompetenz durchsetzen kann. Das betrifft vor allem die Fleischabteilung, das Herzstück des Marktes: Egal ob die internationalen oder deutschen Spezialitäten, die Eigenproduktionen (beliebt: die bis zu 16 verschiedenen Bratwurst-Sorten) oder das umfangreiche SB-Sortiment. Wenn man hier an der Theke steht, können andere Märkte schnell in Vergessenheit geraten.
Großzügig und gemeinschaftlich
Kunden bindet Rewe XL in Wiehl durch motiviertes und freundliches Personal - und viel Regionales im Sortiment.Viel Platz räumt man bei Rewe XL der Bedientheke ein – und unterstreicht so deren Bedeutung. Die Sortimente werden nach Qualitäts- und Frischekriterien zusammengestellt, wobei Regionalität eine große Rolle spielt. Neben der Vielfalt im Sortiment und den wechselnde Aktionen mit Spezialitäten schätzen die Kunden besonders Heiße Theke und Hähnchengrill. Man sei zwar nicht der günstigste Anbieter, aber das Preis-Leistungs-Verhältnis durchaus angemessen, sagen die Mitarbeiter selbst: Der Kunde sei bereit, für Qualität und eine angenehme Atmosphäre mehr zu bezahlen. Und „nur so können und wollen wir unsere Serviceabteilung führen!“
Umsatzanteil Fleisch in Bedienung: 8,2 % (Wurst 4,2 %).
Verkaufshits sind selbst gemacht
Die eigenen Maultaschen, Fleischküchle, Blätterteig-Artikel und der Fleischsalat gehen bei Piston wie geschnitten Brot.Selbstgemachtes zählt bei Edeka Piston in Karlsbad zu den Verkaufsschlagern. Stolz ist man auf die eigenen Fleischküchle und Blätterteigspezialitäten sowie das Wild, das ein Jäger aus der Region liefert. Die Theke bietet viele hochwertige Spezialitäten, aber auch Handfestes aus der Region, u. a. die Fernsehwurst, eine geräucherte Rohwurst, die ein befreundeter Metzger kreiert hat. Abteilungsleiterin Simone Polomski liebt ihre Arbeit und ihr Team, das nur aus Fachkräften besteht. Sie ist seit mehr als 20 Jahren bei Piston und schwört auf ihre Metzger. Es gibt einen Lieferservice ohne Mindestbestellwert.
Umsatzanteil Fleisch in Bedienung: 9,6 % (Wurst in BD 10,7 %).
Kreatives in der Aktions-Theke
Großzügig präsentiert das E-Center Bienemann ein breites und tiefes Sortiment in Bedienung mit vielen Eigenkreationen.Service mit modernen PoS-Medien: Inspirationen für neue Koch-Ideen können sich Kunden am Markteingang an einem elektronischen „Rezeptberater“ holen und dort direkt entsprechende Einkaufslisten ausdrucken und hiernach anschließend an der Fleisch- und Wurst-Theke einkaufen. Dort präsentiert Bienemann über 300 Sorten Fleisch, Wurst und Geflügel, davon etwa 70 Spezialitäten aus eigener Herstellung. Stets für hohe Aufmerksamkeit und Zusatzumsätze sorgen die regelmäßig wechselnden Besondertheiten, wie zum Beispiel Salat- und Käsetorten „Aus Metzgers Backstube“.
Viele Kleinigkeiten
Bei Edeka Klein legt man Wert auf Qualität, kompetente Mitarbeiter, Kreativität - und besonders auf Kundennähe.Spezialitäten? Frische? Service? Kleinigkeit, meint der Edekaner Jörg Klein. Das Sortiment wird nach dem Motto „Gutes muss nicht teuer sein, aber das Beste hat seinen Preis“ zusammengestellt, auch in der endlos scheinenden Bedienungstheke: umfangreich, vielfältig, mit unterschiedlichem Preisniveau. Convenience spielt eine große Rolle. Im Sommer 2011 wurde von der Edeka-Marktforschung Hamburg eine Kundenbefragung durchgeführt. Die Mehrheit der Kunden sagte, man sei mit den Leistungen der Fleisch-/Wurst-Bedienungstheke sehr zufrieden. Und: Edeka Klein setzt sich deutlich positiv vom lokalen Wettbewerb ab.
Die Liebe zum Besonderen
Rewe Schäfer in Niederkasseel profiliert sich über ein besonderes Angebot und Transparenz gegenüber dem Kunden.Fern von Standards - so könnte das Fleisch- und Wurstwarenangebot von Rewe Schäfer unter einen Motto zusammengefasst werden. Seit fünf Jahren siedelt der selbstständige Kaufmann an diesem wettbewerbsintensiven Standort und überzeugt mit seinem Konzept des „Anderssein“. Bei Schweinefleisch bildet das Angebot unter dem Label „Eifel Schwein“ eine stabile Basis. Mit Fleisch- und Wurstspezialitäten vom Iberico-Schwein wird das Ganze „upgegradet“. Beim Rindfleisch in Bedienung liegt der Schwerpunkt eindeutig auf Charoluxe. Die Transparenz gegenüber dem Kunden unterstreicht der freie Blick auf die offene Abteilung.
Umsatzanteil Fleisch in Bedienung: 10,6 % (Wurst in BD 8,6 %).
Kooperiert mit Jägern und Bauern
Die Edeka-Kaufmannsfamilie Hieber bietet exklusiv Rindfleisch aus dem Wiesental und Wild aus dem Kreis Lörrach.Bis zu 80 Prozent der Kunden an der Fleischtheke sind Schweizer. Im Baseler Fernsehen läuft regelmäßig Hieber-Werbung. Kein Wunder, dass der Schweizer Zuschnitt Pflicht ist. Exklusiv vertreibt die Kaufmannsfamilie Hieber Rindfleisch von der Erzeugergemeinschaft „Gersbach & Wies“. Die 72 Landwirte haben eine Abnahmegarantie. Heimisches Wild liefern die Lörracher Jäger, Frischgeflügel kommt aus dem Elsass, Lamm aus der Region. Das eigene Thekenkonzept, die Tiffany-Theke, verzichtet auf Warenberge oder Wurststapel und inszeniert hochwertige Ware auf weißem Porzellan.
Umsatzanteil Fleisch in Bedienung: 7,4 % (Wurst in BD 5,1 %).
Mehr als nur eine Fleisch-Theke
Gebauer's E-Frische Center in Bonlanden lädt zum Verweilen ein. Und an der Theke gibt's für Kunden Rezepte und Ideen.Die Fleischtheke in Gebauer’s E-Frische-Center in Bonlanden ist unweigerlich mit dem Namen Peter Reich verknüpft. Wenn der Abteilungsleiter hinter der Theke seine neuesten Rezepte in einer Pfanne zubereitet und die, zur Zeit unseres Besuchs, scharenweise anstehenden Kunden verkosten lässt, dann weiß man: Dieser Mann lebt seinen Job. Die Theke hat eine beeindruckende Länge von 23 m, das Sortiment ist riesig, die Gestaltung geschmackvoll, das Personal kompetent. Effektiv ist auch das Nummern-System, mit Hilfe dessen jeder Kunde sofort weiß, wann er an der Reihe ist.
Umsatzanteil Fleisch in Bedienung: 9,74 % (Wurst in BD 9,24 %).
Große Auswahl spricht für sich
Bei Dodenhof in Posthausen finden sich zahlreiche regionale, Bio- und Slow-Food-Artikel im Sortiment.
Qualität spricht für sich, sagt man sich bei Dodenhof in Posthausen. Es gibt eine große Auswahl an regionalen, an Bio- und an Slow-Food-Produkten sowie an Artikeln aus eigener Herstellung. Dies wird aber nicht extra durch Schilder hervorgehoben. Die Spezialitäten fügen sich einfach in das reichhaltige Angebot ein. Allein an der Wursttheke werden mehr als 400 Artikel angeboten. An der Fleischtheke gibt es „Charoluxe“-Rindfleisch und ganzjährig Wild und Bison. Mit Kochevents mit Sternekoch Wolfgang Pade werden die Kunden auf bestimmte Produkte aufmerksam gemacht. Seit Dezember 2011 neu ist die heiße Theke, für die extra ein Koch eingestellt wurde.Umsatzanteil Fleisch in Bedienung: 5,3 % (Wurst 3,9 %).
Norddeutsches und Ausgefallenes
Regionale Spezialitäten nehmen im Plaza-Center in Kiel viel Raum ein. Aber es gibt auch mal Krokodil und Elch.
Immer wieder werden im Plaza-Center 804 neue Produkte getestet. So konnten die Kunden erst kürzlich Krokodil, Bison, Elch und Froschschenkel kosten. Immer im Sortiment ist das französische Rindfleisch-Markenfleischprogramm „Gourmet naturel“. Ebenfalls beliebt sind die selbstgemachten Blätterteigschweine und -mäuse sowie die norddeutsche Spezialität Rübenmus. In Bedienung werden gut 300 Fleischartikel angeboten, darunter sind 60 bis 80 Convenience-Produkte. Bei der Wurst nehmen regionale Spezialitäten einen großen Raum ein.Umsatzanteil Fleisch in Bedienung: 6,8 % (Wurst 2,7 %).
Irish Beef und Strauß an der Theke
Den vielen kaufkräftigen Schweizer Kunden bietet das Kaufland in Waldshut-Tiengen ein hochwertiges Sortiment.
Mehr als die Hälfte der Kunden an der Fleischtheke sind Schweizer. Im Test ist gerade irisches Ochsenfleisch aus Weidehaltung (Marke „Nature’s Meadow“). Im hochwertigen Theken-Sortiment gibt es z. B. US-Beef, Lammfleisch von norddeutschen Bauern und diverse Leberpasteten. Im Oktober startete man mit Straußenfleisch. Drei kg wurden in der ersten Woche verkauft, im Januar waren es 50 kg pro Woche. Artikel der Metzgerei Heinzelmann in der Theke haben am Preisschild den Hinweis „Frische & Qualität aus dem Schwarzwald, ohne Zusatz der 12 Hauptallergene, laktose- und glutenfrei“.
Umsatzanteil Fleisch in Bedienung: 4,5 % (Wurst in BD 2,2 %).