Ladenbau Frische Läden für frische Ware - Übersichtliche Präsentation

Der Lebensmittel-Einzelhandel investiert wieder mehr in die Modernisierung seiner Ladeneinrichtung. Im Fokus stehen hierbei die Themen Kühlung und Licht.

Sonntag, 05. Juni 2011 - Management
Udo Mett
Artikelbild Frische Läden für frische Ware - Übersichtliche Präsentation
Bildquelle: Bu00e4ro, Linde Ladenbau, Helia Ladenbau

Inhaltsübersicht

Übersichtliche Präsentation

In Super- und kleineren Verbrauchermärkten bleibt es jedoch bei der bewährten marktcharakteristischen Platzierung der Obst- und Gemüseabteilung im Eingangsbereich und der übrigen Frischebereiche in der rückwärtigen Ladenzone. Bei der Bestückung der Obst- und Gemüseabteilung zeichnen sich laut Mario Berg, Marketing-Verantwortlicher bei Linde Ladenbau, deutliche Veränderungen ab: „Galt bisher noch das Prinzip, viel Masse auf wenig Fläche anzubieten, wird die Ware heute deutlich stringenter nach dem Gebot der Übersichtlichkeit und Transparenz präsentiert; ein Erfordernis, das sich aus der steigenden Produktvielfalt ergibt." Kompetenz und Authentizität des Marktes werde zudem unterstrichen durch ein glaubwürdiges Bekenntnis zu Erzeugnissen aus der Region und einem breiten Angebot von Bio-Obst und -Gemüse.

Die Benungstheken als Bestandteil des Frischesortiments gelten in zunehmendem Maß als die Kernkompetenz der Vollsortimenter und sind damit wichtigstes Profilierungsinstrument des Marktes. Neben den herkömmlichen Angeboten von Backwaren, Fleisch, Wurst und Käse in Bedienung gibt es in immer mehr Märkten auch eine Abteilung für Frischfisch.

„Der Kunde will Bedienung!", lautet inzwischen die einhellige Meinung aus dem LEH. Diese Erkenntnis hat einzelne Handelsunternehmen, die ihr Angebot fast ausschließlich auf SB-Ware umgestellt hatten, dazu veranlasst, wieder Bedienungstheken einzurichten und das SB-Sortiment zu reduzieren. Die Bedienungsabteilungen kommen heute in neuer sortimentsorientierter Optik daher: kräftiges Rot, Gelb oder Blau bei Blenden und Rückwänden oder alternativ dunkle Rückwandtafeln mit Kreideoptik. Kennzeichnend sind zudem eckige bis kastenförmige Thekenformate und wieder mehr geschlossene Thekenbereiche.

Die Prepacks von Wurst und Käse, die unmittelbar an der Bedienungstheke verarbeitet und vorverpackt werden, sind überwiegend nicht mehr in den Thekenbereich integriert, sondern werden in getrennten Kühlmöbeln angeboten, die zumeist direkt vor den Bedienungstheken platziert sind. Die Kunden können sich so vor allem bei Schnelldrehern im Bereich Wurst und Käse rasch selbst bedienen, während sich das Verkaufspersonal auf den Verkauf von Spezialitäten und die dazugehörige Beratung konzentriert. Die Fachkompetenz des Personals und das damit einhergehende Vertrauen der Kunden zum Personal und letztlich natürlich zum Produkt wird so in den Vordergrund gerückt. In Zeiten zunehmender Verunsicherung der Verbraucher über Herkunft und Herstellung von Lebensmitteln wird zudem handwerkliche Qualität vor allem bei Frischware von den Kunden wieder hoch geschätzt. Viele Händler reagieren darauf mit offenen Arbeitsbereichen bei der Weiterverarbeitung von Fleisch und Wurst oder bei der Herstellung von Brot und Backwaren, um die Kunden von optimaler Frische und Produktqualität zu überzeugen.

Profilierungschancen bietet aber auch die in Eigenregie betriebene Veredelung von Produkten für den Direktverzehr oder die schnelle Zubereitung zu Hause. Beispiele hierfür sind küchenfertige Obst-, Salat- oder Gemüsemischungen, grillfertige Fleischgerichte, Desserts oder hausgemachte Pasta, die die Convenience-Angebote der Industrie um eigene Kreationen des Handels ergänzen. Insbesondere die selbstständigen Lebensmittelhändler haben sich hier als innovationsfreudig erwiesen. Die Erweiterung von Bedienungsbereichen einschließlich wachsender Angebote bei kühlpflichtiger Prepack-Ware und Convenience-Produkten sowie eine fortgesetzte Ausweitung von Molkerei- und Tiefkühlsortimenten haben nochmals zu einer Vergrößerung der Kühlflächen geführt. Inzwischen gibt es zudem bereits erfolgreich in die Marktfläche integrierte Gastro-Konzepte. Sie werden sich nach Einschätzung von Mario Berg mehr und mehr etablieren: „Generell nutzt der Handel genau in diesen Punkten seine Chance, ein Alleinstellungsmerkmal zu entwickeln und sich so von Mitbewerbern abzugrenzen."

Um die übrigen Bereiche des Marktes in Sinne besserer Übersichtlichkeit von Displays, Plakaten und Sonderplatzierungen freizuhalten, stehen zudem Aktionsflächen als wesentliche Bestandteile des Ladenlayouts wieder mehr im Fokus. Ähnliches gilt für Regalgondelköpfe. Neben der herausgehobenen Platzierung für Aktionen dienen sie auch als Sortimentsrahmen und unterstützen darüber hinaus durch ihre jeweilige Gestaltung das Branding eines Händlers.