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Ladenbau Frische Läden für frische Ware

Udo Mett | 06. Juni 2011

Der Lebensmittel-Einzelhandel investiert wieder mehr in die Modernisierung seiner Ladeneinrichtung. Im Fokus stehen hierbei die Themen Kühlung und Licht.

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Deutlich mehr als die Supermärkte und kleineren Verbrauchermärkte (bis 2.500 qm Verkaufsfläche) steigerten Großflächenbetreiber (ab 2.500 qm Verkaufsfläche) im vergangenen Jahr ihre Ausgaben für die Modernisierung ihrer Läden. Nach Erhebungen des EHI Retail Institute stiegen die Einrichtungsinvestitionen bei Großflächen gegenüber 2008 um 11 Prozent auf durchschnittlich 436 Euro je qm, während die Supermärkte mit 557 Euro je qm zwar einen höheren Durchschnittswert investierten, ihre Investitionen in die Ladeneinrichtung damit aber nur um 2,6 Prozent steigerten. Die Bandbreiten bewegten sich hierbei zwischen 420 und 700 Euro (Supermärkte) und 350 bis 500 Euro bei den Großflächen. Wie aus dem EHI Laden Monitor 2011+ weiter hervorgeht, hat der Lebensmittel-Einzelhandel (LEH) – begünstiget durch rückläufige Preise für Ladeneinrichtungen – seine Ladenbau-Budgets inzwischen weiter optimiert, und zwar primär zugunsten energieeffizienter Beleuchtungskonzepte und energetisch verbesserter Kühlmöbel und Kälteanlagen.

Diese Bereiche des Ladenbaus gelten wegen der immer kürzeren Innovations- und Entwicklungszyklen als die entscheidenden Investitionstreiber im LEH. Zur Beleuchtung der Frischeabteilungen und in Kühlmöbeln kommen bereits vereinzelt LED zum Einsatz, während in den übrigen Bereichen der Märkte weiterhin die Kombination von Halogen-Metalldampflampen und energieeffizienten Leuchtstofflampen dominiert, wobei Halogen-Metalldampflampen mit 35 Watt-Leuchtmitteln für die Akzentbeleuchtung bevorzugt werden.

Weil ab 1. Januar 2015 das Kühlmittel R22 nicht mehr verwendet werden darf, gehen inzwischen immer mehr Food-Einzelhändler dazu über, ältere Kälteanlagen komplett gegen moderne Geräte mit hoher Energieeffizienz auszutauschen. Vereinzelt sind bereits komplette CO2- oder Kaskadenanlagen mit den Kältemitteln R134a und R744 im Dienst. Weitere Maßnahmen zur Energieoptimierung sind Systeme zur Wärmerückgewinnung und der Einsatz geschlossener Kühlstrecken mit Türen auch bei der Pluskühlung, mit denen jüngsten Untersuchungen zufolge Energieeinsparungen von bis zu 30 Prozent möglich sind. Laut der EHI-Studie „Energiemanagement im Einzelhandel 2010" setzen schon zwei Drittel der befragten Lebensmittelhändler Türen bei der Pluskühlung ein: allerdings vorrangig in neuen oder umgebauten Märkten, da die Nachrüstung vorhandener Plus-Kühlmöbel zu hohe Kosten verursacht. Der Einsatz moderner Kühlanlagen wird im LEH jedoch auch sehr kritisch gesehen, z. B. weil Verkaufsfläche wegen der notwendigerweise breiteren Gänge geopfert werden muss oder weil wegen der Pluskühlung zusätzliche Klimatisierung erforderlich ist. Insbesondere bei Kühl-Sortimenten mit hohen Zugriffsfrequenzen (z. B. bei Molkereiprodukten) ergeben sich damit kaum nachweisbare Energieeinspareffekte, weshalb es vereinzelt wieder zum Rückbau von Kühlanlagen gekommen ist.
Mit einem ganz neuen Weg zur Energiegewinnung und -einsparung macht die Kieler coop-Gruppe von sich Reden. Im Zuge eines Umbaus ließ sie im Rahmen


Pilotprojektes in ihrem sky-Verbrauchermarkt im schleswig-holsteinischen Meldorf eine Geothermie-Anlage zur Erdwärme-Gewinnung installieren

Wie die Schwerpunkte der Ladenbau-Investitionen zeigen, bleibt das Frische-Sortiment für den nicht-discountierenden Lebensmittelhandel das primäre Profilierungsmerkmal: Erneut haben alle im Zuge des EHI Laden-Monitors 2011+ befragten Lebensmittelunternehmen in die Aufwertung ihrer Frischeabteilungen investiert und die Flächen für die Frische nochmals ausgeweitet, soweit dies baulich möglich war. Wesentliche Bestandteile des erneuerten optischen Auftritts der Frischeabteilungen sind speziell auf diese Bereiche zugeschnittene Beleuchtungskonzepte. Markant sind hier helle, zum Teil sehr kräftige Farben mit Assoziation zum jeweiligen Sortiment und eine Präsentation als „Frische-Marktplatz" innerhalb des Lebensmittelgeschäfts. In größeren Märkten bedeutet dies zunehmend eine Bündelung sämtlicher Frischebereiche (einschl. Bedienungsabteilungen) im Eingangsbereich oder alternativ als „Frischeinsel" in der Mitte des Marktes.