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Test Online-Kauf

Silvia Schulz | 15. Dezember 2010

Lebensmittel online kaufen? Die Zeit scheint reif: Wenn schon Spezialversender Amazon den Versuch wagt, können andere nicht nachstehen. Doch wie gut sind die Dienste eigentlich? Wir machten den Test und kauften online ein.

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Wie funktionieren Online-Supermärkte? Kann frische Ware problemlos quer durch Deutschland verschickt werden? Welcher Service wird geboten? Welche Waren gibt es? Wie teuer ist der Einkauf? Ist der Online-Verkauf eine Konkurrenz für den Supermarkt um die Ecke? Die Frage, ob Otto Normalverbraucher Lebensmittel statt bei Aldi, Edeka & Co. überhaupt im Internet einkaufen will, stellt sich offenbar nicht mehr: 540 Mio. Euro Umsatz 2009 sind eine Marke. Für 2010 wird mit einem weiteren Plus gerechnet. Unser Test zeigte, es gibt einige gute Ansätze – aber auch Verbesserungsbedarf.

Suche nach dem Shop

Wie findet der Kunde seinen Online-Supermarkt im Internet, welchen Suchbegriff muss er eingeben? Online Supermarkt; Supermarkt im Internet; Lebensmittel Online einkaufen; Shops für Lebensmittel; Edeka Online; Rewe im WWW? Egal – alle Suchbegriffe führen mehr oder weniger ans Ziel. Einen kleinen, wenn auch nicht umfassenden Überblick gibt die Seite Online-Supermarkt-Vergleich. Allerdings stellen sich bei genauerem Hinsehen manche Shops als Karteileichen oder regionale Anbieter heraus. Es fehlt an Werbung. Und es wird wohl kein Geld für suchmaschinenoptimierte Begriffe ausgegeben. Handelsunternehmen mit Online-Shops verlinken ihre Internetauftritte nicht.

Für Kunden, die stets im Netz unterwegs sind, ist der Online-Einkauf leicht. Doch für die, die gewöhnlich im Supermarkt um die Ecke kaufen, ist er ein Abenteuer. Denn ehe der Kunde alle für ihn relevanten Informationen (Procedere, Bestellung, Bezahlung, Sicherheit, Lieferung, Reklamation) eruiert hat, verstreicht kostbare Zeit, die er beim Einkauf im Netz ja eigentlich sparen soll. Doch hat der Kunde diese Hürde genommen, kann er nach Herzenslust shoppen. Nach dem Check der einzelnen Auftritte im Netz stand der gefühlte Sieger fest: bringmirbio. Dieser Online-Supermarkt versteht es, den Kunden emotional anzusprechen. Mit freundlich lächelnden Mitarbeitern, denen man abnimmt, dass sie ihren Job gerne machen. Fotos mit Namen, Zuständigkeit und Erreichbarkeit sorgen für den nötigen B2C-Kontakt. Kleine Trailer, die zeigen, wie was vonstatten geht, schaffen Nähe, die manch realem Einkauf fehlt. Sogar beim Thema Reklamationen menschelt es.

Doch wo Licht ist, ist auch Schatten. Die Werbung auf der Homepage „Neue saftige Rabatte! Vom 9. – 20. August gibt es 15 % Rabatt auf alle alkoholfreien Getränke" ist im November Geschichte.

Fazit: bringmirbio ist der emotionale Gewinner

Vielfalt unter einem Dach

Für Vielfalt steht Amazon. Amazon ist online ein Marktplatz wie es Off-line Shoppingcenter, Warenhäuser und Wochenmärkte sind. Verschiedene Händler verkaufen unter einem Dach. Der Kunde muss mehrmals bezahlen. So auch Versandkosten. Doch kann der Amazon Kunde das zu jeder Zeit steuern. Er hat die Wahl, bei welchem Anbieter er welche Waren kauft. Negativ fällt eher auf, dass die meisten über Amazon direkt bestellbaren Artikel nur in Großmengen erhältlich sind. Doch wer will schon fünf Tüten Koriander?
Sehr kundenorientiert dagegen ist die Übersicht „Wichtige Produkteigenschaften". Kunden mit Lebensmittelunverträglichkeiten können sich nur Produkte ohne Gluten oder ohne Nüsse anzeigen lassen. Dazu hat Amazon das Empfehlungsmarketing neu erfunden. Es heißt: „Kunden, die diesen Artikel kauften, kauften auch ..." Dass dabei auch mal etwas daneben geht, versteht jeder.

Fazit: Amazon ist der Profi für Werbung und Empfehlungen