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Hygienepapiere Toilettenpapier

Susanne Klopsch | 08. Oktober 2012

Hygienepapiere sind Produkte des täglichen Gebrauchs. Ihre Basis ist Holz. Wie aus Fichte und Co. Toilettenpapier wird, das lesen Sie in dieser Warenkunde.

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Wer hat’s erfunden? Nein, nicht die Schweizer. Und auch wenn ein chinesischer Hofbeamter im Jahr 105 nach Christus die Technik des Papiermachens erstmals schriftlich niederlegte: Eigentlich sind Wespen die Erfinder des Papiers. Sie verflüssigen Holz mit Speichel und bauen so streng genommen Nester aus Papier. Die Zersetzung von Holz unter Zuhilfenahme einiger Hilfsstoffe und Wasser ist noch heute die Basis der Papierherstellung. Und Papier wiederum ist die Grundlage für Toilettenpapier. Diese Warenverkaufskunde beleuchtet die Herstellung von trockenem Toilettenpapier.

Faserstoffe (gewonnen aus Holz), verschiedene Hilfsstoffe und Wasser – aus ihnen wird Papier gemacht. Bevor Holz dazu verwendet werden kann, muss es in seine Fasern zerlegt werden. Fichte, Kiefer, Buche sehen nicht nur unterschiedlich aus, ihr Holz und die daraus entstandenen Fasern haben unterschiedliche Eigenschaften, die man sich bei der Herstellung von Papier für Toilettenpapier zunutze machen kann. Nadelhölzer wie Fichte und Kiefer liefern längere Fasern. Diese werden eingesetzt, wenn hohe Festigkeit erreicht werden soll. Laubhölzer wie Buche oder Eukalyptus haben kürzere Fasern, die bei Hygienepapieren die Weichheit fördern.

Um das Holz in Fasern zu zerlegen, gibt es zwei Möglichkeiten: auf chemischem Weg (dann entsteht Zellstoff ) oder auf mechanischem Weg (es entsteht Holzstoff bzw. Holzschliff ). Holzstoff enthält immer Anteile von Lignin, dem Leimstoff des Baumes, die zur Vergilbung führen.

Bei der mechanischem Holzstoffherstellung wird nochmals unterschieden: Beim Holzschliffverfahren werden die Holzstücke unter Zugabe von Wasser gegen einen sich drehenden Schleifstein gepresst. Dabei lösen sich Fasern und Faserbruchstücke. Dieses relativ grobe Verfahren beschädigt die Holzfasern allerdings stark, außerdem bleiben noch viele Verunreinigungen in den Stücken hängen. Diese müssen aufwendig nachbehandelt werden.

Beim Refiner-Verfahren hingegen werden Resthölzer und klein geschnitzeltes Holz bei etwa 130 Grad vorgedämpft, aufgeweicht und mithilfe von Wasser durch Schleifscheiben in Einzelfasern zerlegt. Der Holzstoff wird anschließend gereinigt, gebleicht und gewaschen.

Zellstoff ist der hochwertigste Faserstoff. Um ihn herzustellen, wird Holz zusammen mit Chemikalien in einem Kocher unter Druck und Temperatur gekocht. Dabei lösen sich auch unerwünschte Bestandteile wie der Leimstoff Lignin. Die Faserausbeute bei der Zellstoffherstellung ist geringer als bei der Holzstoffherstellung, die Fasern sind jedoch eher unbeschädigt, was das Papier etwas fester macht. Aufgrund des rausgelösten Lignins vergilben Produkte aus Zellstoff zudem nicht so stark wie Produkte aus Holzstoff. Nach dem Kochen muss der Zellstoff allerdings gebleicht werden, da er bräunlich verfärbt ist. Dies geschieht entweder ECF (elementar chlorfrei) oder TCF (total chlorfrei).