Äpfel aus deutschem Anbau Neue Sorten

Rot und knackig – das sind die angesagten Eigenschaften im Apfelsortiment. Wir stellen Ihnen die Trendsetter vor: alles Wichtige über die „Clubsorten".

Donnerstag, 18. November 2010 - Warenkunden
Heidrun Mittler

Inhaltsübersicht

Die Nummer eins in der Obstabteilung? Ganz klar und unangefochten: der Apfel. Jeder Bundesbürger kauft und isst rund 150 Stück davon im Jahr.

Es ist kein Geheimnis, dass der „Malus domesticus" (so der botanische Name) in Deutschland wächst und bei den Erzeugern eine wichtige Rolle spielt. Interessant dürfte aber sein, dass Früchte aus heimischem Anbau die Nase vorn haben, wenn es um Verkaufszahlen geht: Mehr als die Hälfte stammt aus deutscher Ernte. Der Rest kommt aus verschiedenen Lieferländern, angefangen von Österreich (Südtirol) über Frankreich und den Niederlanden bis hin zu Argentinien, Chile und Neuseeland.

Früchte aus heimischem Anbau werden von Spätsommer bis zum Herbst geerntet, je nach Sorte. Einige benötigen dann noch eine gewisse Lagerzeit, um ihren vollen Geschmack zu entfalten. Diese so genannten Spätsorten lassen sich besonders gut lagern. Diesen Umstand nutzt die deutsche Obstwirtschaft, um noch viele Monate nach der Ernte frische, knackige Äpfel anbieten zu können.

Im Handel haben Äpfel immer Saison, rund ums Jahr. Wenn die neue Ernte ab August/September in die Auslage kommt, greift der Konsument besonders gern zu. Dann ist die richtige Zeit für Apfelkuchen (dafür benötigt man säuerliche Sorten) und -kompott und, je nach Wetterlage, für Bratäpfel.

Unter den heimischen Sorten gibt es Dauerbrenner (Elstar, Jonagold, Gala, Cox Orange, um nur einige zu nennen) und Newcomer. Dabei fällt auf, dass die Neuen verbesserte Sorten sind, also Kreuzungen von ursprünglichen Sorten. Sie werden zumeist als Markenapfel verkauft.

Nachfolgend ein Überblick über diese Clubsorten mit eingetragenem Markenzeichen, alle aus deutschem Anbau. Auffällig ist dabei ihre Farbe. Im Trend liegen derzeit Äpfel, die kräftig rot gefärbt sind und knackiges Fruchtfleisch aufweisen.

Praktische Tipps für den Handel

Der Verbraucher liebt Abwechslung: Jemand, der jeden Tag einen Apfel isst, will nicht unbedingt immer die gleiche Sorte essen. Es scheint also günstig, eine breite Palette zu führen – zumal der eine Kunde kräftig-säuerliche, der andere hingegen süßlich-milde Sorten mag. Wichtig ist es, den Geschmack deutlich zu kennzeichnen!

Wer den Absatz forcieren will, kann auf ein probates Mittel zurückgreifen: eine Verkostung im Markt, die sich bei Äpfeln besonders einfach gestalten lässt. Noch simpler ist es, den Kunden einen Apfel zu schenken, damit er ihn zuhause (oder schon auf dem Heimweg) probieren kann. Wie schon erwähnt, stellen die Erzeugerorganisationen gerade für Clubsorten auch Verkaufsförderungsmaterial zur Verfügung.


Auf das Reifegas Ethylen achten!

Das Handling ist vergleichsweise einfach, allerdings: Äpfel gehören zu den Obstarten, die reichlich Ethylen ausscheiden. Dieses Gas kommt von Natur aus in vielen Früchten vor. Es beschleunigt den Reifeprozess in anderen Früchten und lasst sie auf diesem Weg schnell über-reifen. Das bewirkt, dass andere Früchte in der Umgebung von Äpfeln nicht mehr lange frisch und knackig bleiben. Es ist demnach günstig, das Apfel-Angebot mit etwas Abstand von anderem reifen Obst und Gemüse zu positionieren.

Ansonsten gilt im Handel: Vorsicht beim Umgang mit der Ware, sorgfältig behandeln, damit keine Druckstellen oder gar Verletzungen an der Schale entstehen. Faule oder angeschimmelte Äpfel sofort aus der Auslage entfernen!

Bei der Präsentation sollte darauf geachtet werden, die Sorten klar von einander zu trennen. Wer möchte, kann mit den unterschiedlichen Farben spielen – vor allem, wenn ein breites Angebot geführt wird.

Ein differenziertes Sortiment spricht möglichst viele Kunden an: Optisch ansprechend ist natürlich die lose Ware. Bewährt und praktisch ist aber auch abgepackte: Kleinpackungen für Singles und Kleinhaushalte, größere Einheiten für Familien und Haushalte mit Kindern. Manche Kunden, die regelmäßig konsumieren, greifen gern zu Verkaufspackungen, in denen mehrere Sorten gemischt werden.