Anzeige

Fleisch Kritik an EU-Klonverbot

Lebensmittel Praxis | 17. Dezember 2013

EU-Gesundheitskommissar Tonio Borg will das Klonen von Tieren zu Nahrungsmittelzwecken in der EU verbieten. Viele Parlamentarier kritisieren jedoch, dass in seinem Gesetzesvorschlag keine Regelung für die Kennzeichnung der Nachfolgegeneration geklonter Tiere vorgesehen ist, berichtet „Spiegel Online".

Anzeige

Der Gesetzesvorschlag, den Borg am Mittwoch vorlegen will, verbietet, dass lebende Klontiere oder Fleisch von Klontieren aus Drittstaaten wie den USA importiert werden und in die Nahrungskette gelangen dürfen. Doch das Problem liege woanders, wie Peter Liese (CDU), Sprecher für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit der EVP-Fraktion im EU-Parlament, „Spiegel Online" erklärt: „Das Fleisch von Klontieren selbst zu vermarkten, ist wirtschaftlich nicht interessant. Diese Tiere werden vor allem als Zuchttiere benutzt. Entscheidend ist die Nachfolgengeneration.".

Liese rechnet damit, dass die Vorschläge überarbeitet werden. Er rechnet auch mit der Unterstützung der neuen Bundesregierung, die ein umfassendes Klonverbot im Koalitionsvertrag festgehalten hat. Ursprünglich hatte Tonio Borg eine Kennzeichnungspflicht für das Fleisch von Klontier-Nachkommen geplant, konnte sich damit aber laut „Spiegel Online" innerhalb der EU-Kommission nicht durchsetzen. Es sei zu aufwendig, die Nachfahren der Klontiere zu ermitteln, hieß es zur Begründung in Brüssel. Zudem fürchte man, dass eine Kennzeichnungspflicht gegen die Regeln der Welthandelsorganisation verstoßen und zugleich eine Einigung auf das geplante Freihandelsabkommen zwischen der EU und den USA erschweren könnte.

Auf EU-Ebene ist Klonen momentan erlaubt. Das Fleisch von Klontieren muss aber zugelassen werden, bevor es in Europa auf den Markt kommt, jedoch gibt es keine Kennzeichnungspflicht. Zu Lebensmitteln werden geklonte Tiere in der EU nicht verarbeitet, es ist aber möglich, dass sich Produkte von Klontiernachfahren, die mit Bullensperma aus den USA oder Lateinamerika gezeugt wurden, im deutschen Handel befinden. Genaue Zahlen dazu gibt es nicht.