So sei die Vogelgrippe Anfang Juli in Geflügelhaltungen in Belgien und Frankreich und seit Mitte Juli in 13 Beständen in Norditalien aufgetreten, sagte die Sprecherin des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI), Elke Reinking, auf der Insel Riems (Greifswald). In Italien waren Bestände mit mehreren Hunderttausend Hühnern und Puten betroffen – zuletzt Anfang August ein Bestand in der Region Mantua. Auch unter Wildvögeln, die als größtes Einschleppungsrisiko gelten, ist der Erreger H5N8 weiter präsent. Zuletzt wurde Anfang August in Großbritannien (North Norfolk) ein Höckerschwan positiv getestet.
Wegen der jüngsten Fälle in Europa sei davon auszugehen, dass das Virus nach wie vor in der Umwelt vorkomme, sagte FLI-Sprecherin Reinking. Begünstigende Faktoren für ein Aufflammen könnten die in den nächsten Monaten niedrigeren Temperaturen und die geringere UV-Strahlung sein. Unter diesen Bedingungen könne der Erreger länger in der Umwelt überleben. Auch die Zugvogel-Aktivitäten nehmen im Herbst wieder zu, so dass der Erreger wieder schneller aus anderen Regionen nach Mitteleuropa getragen werden könnte.
Von November 2016 bis Mitte Mai 2017 wurden in Deutschland insgesamt 1.150 Fälle bei Wildvögeln und 107 Ausbrüche bei gehaltenen Vögeln (92 Geflügelhaltungen und 15 Zoos oder Tierparks) gemeldet. Der Erreger H5N8 wurde in den Landesuntersuchungsämtern im Südwesten bei
307 verendeten Wildvögeln nachgewiesen. Europaweit waren 29 Staaten betroffen. Damit sei die Geflügelpest-Epidemie die bislang schwerste und am längsten andauernde in Europa überhaupt, hieß es vom FLI.
Vogelgrippe Gefahr erneuter Ausbrüche nicht gebannt
Die Vogelgrippe-Epidemie ist in den vergangenen Monaten in Europa deutlich abgeflaut. Dennoch sehen Experten angesichts weiter auftretender Fälle die Gefahr erneuter Ausbrüche in Deutschland noch nicht gebannt.
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