Arbeitsmarkt Einzelhandel verliert monatlich 4.000 Arbeitsplätze

Im deutschen Einzelhandel gehen jeden Monat rund 4.000 Stellen verloren. Der Handelsverband Deutschland macht vor allem steigende Arbeitskosten und den wachsenden Mindestlohn dafür verantwortlich. Vor dem Koalitionsausschuss fordert die Branche, die Sozialbeiträge zu stabilisieren und Minijobs zu erhalten.

Donnerstag, 08. Oktober 2026, 10:15 Uhr
Theresa Kalmer
Im deutschen Einzelhandel gehen weiterhin Arbeitsplätze verloren – steigende Arbeitskosten erhöhen den Druck auf die Branche. Bildquelle: Getty Images

Die Beschäftigung im deutschen Einzelhandel sinkt weiter. Allein in den vergangenen zwölf Monaten gingen nach Angaben des Handelsverbands Deutschland rund 4.000 Arbeitsplätze pro Monat in der Branche verloren. Der Verband beruft sich dabei auf die aktuellen Quartalszahlen der Bundesagentur für Arbeit mit Stichtag 31. März 2026. Die Gesamtbeschäftigung im Einzelhandel liege zwar weiterhin bei mehr als drei Millionen, die Tendenz sei jedoch rückläufig.

Als Hauptursache für den Stellenabbau nennt der Handelsverband die steigenden Arbeitskosten. „Wir haben allein in den letzten zwölf Monaten rund 4.000 Arbeitsplätze pro Monat im Einzelhandel verloren“, sagte Steven Haarke, Geschäftsführer des Verbands für Arbeit und Soziales, laut einer Mitteilung. Neben wachsenden Sozialversicherungsbeiträgen verwies der Verband auf den Mindestlohn, der zum Jahreswechsel auf 14,60 Euro pro Stunde steigen soll und damit seit seiner Einführung 2015 um mehr als 70 Prozent zugelegt habe. Hinzu kämen steigende Bürokratie- und Regulierungskosten sowie eine höhere Kostenpauschale für Arbeitgeber bei Minijobs.

Mit Blick auf den Koalitionsausschuss forderte der Handelsverband Deutschland, die Beitragslast in der Sozialversicherung zu stabilisieren und zurückzuführen. Die von der Alterssicherungskommission empfohlene gesetzliche Kapitalrente werde die Beiträge in der Rentenversicherung von derzeit 18,6 Prozent um weitere 2 Prozentpunkte bis 2031 anheben, warnte der Verband. Er forderte, dass diese Beitragssteigerungen auf tarifliche oder betriebliche Regelungen zur arbeitgeberfinanzierten Altersvorsorge anrechenbar sein müssten.

Der Verband sprach sich zudem gegen eine Abschaffung oder Einschränkung der Minijobs aus. „Minijobs sind zur Abdeckung der Stoß- und Randzeiten traditionell von herausragender operativer Bedeutung für den gesamten Dienstleistungssektor und zudem bei den Menschen äußerst beliebt“, erklärte Haarke laut der Mitteilung. Auch das Blockmodell bei der Altersteilzeit müsse erhalten bleiben, da es in Restrukturierungsprozessen eine wichtige Rolle spiele. Die steigende Beitragslast drücke darüber hinaus auf die Kauflaune der Verbraucher, was den Einzelhandel zusätzlich belaste, so der Verband.

Neue Produkte

Im Heft

Anzeige

Timocom

Waren verfügbar halten  

Wie Lebensmittelunternehmen und Produzenten zusätzliche Transportoptionen finden und bei kurzfristigen Bedarfen flexibel bleiben.

Mehr erfahren

Videos vom Supermarkt des Jahres 2026 - Nominierte und Gewinner

Käse-Star 2026: Die Finalisten im Video

Tiefkühl-Star 2026: Die Finalisten im Video