Lebensmittelhygiene Ratten im Norma-Zentrallager – Behörde verhängt Bußgelder

Im Zentrallager des Discounters Norma in Bayern haben Kontrolleure Ratten, Staub und Schmutz entdeckt. Das Landratsamt Regensburg leitete zwei Bußgeldverfahren ein und verhängte Zwangsgelder. Norma erklärte, keine kontaminierte Ware sei in den Verkauf gelangt.

Freitag, 25. September 2026, 09:28 Uhr
Theresa Kalmer (mit dpa)
Norma ist ein europaweit tätiger Discounter mit Sitz in Nürnberg. Bildquelle: Norma

Im Zentrallager des Discounters Norma im bayerischen Regenstauf haben Behörden einen Rattenbefall sowie Hygienemängel festgestellt. Das Landratsamt Regensburg verhängte Auflagen gegen das Unternehmen und leitete zwei Bußgeldverfahren ein, wie ein Sprecher der Behörde mitteilte. Zudem seien Zwangsgelder verhängt worden.

Ausgangspunkt war laut Landratsamt eine Verbraucherbeschwerde, die am 4. August zu einer Kontrolle durch die Lebensmittelüberwachung führte. In Teilbereichen des Trockenlagers fanden die Kontrolleure demnach Staub, Schmutz und Ratten. Bei einer Nachkontrolle am 1. September waren die Mängel nach Angaben der Behörde nicht vollständig behoben. Auch bei einer weiteren Kontrolle am 9. September stellten die Prüfer erneut Mängel fest – woraufhin das Landratsamt dem Lagerbetreiber 17 Einzelmaßnahmen auferlegte. Die Hygienemängel sollten bis zum 16. September beseitigt werden, für bauliche Mängel an Rolltoren und Fußboden setzte die Behörde eine Frist bis zum 12. Oktober.

Bei einer gemeinsam mit dem Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit durchgeführten Kontrolle am 16. September waren die Hygienemängel laut Landratsamt behoben. „Der Hygienestatus im Zentrallager war aufgrund der zum Großteil umgesetzten Maßnahmen wieder in einem insgesamt akzeptablen Zustand“, teilte der Sprecher mit. Der Rattenbefall sei allerdings weiterhin vorhanden gewesen, wenn auch in geringerem Umfang. Das Landratsamt kündigte an, mindestens wöchentlich zu kontrollieren, bis der Befall beseitigt sei.

Norma räumt Rattenbefall ein

Norma äußerte sich auf mehrere Anfragen der Deutschen Presse-Agentur zunächst nicht. Gegenüber dem Bayerischen Rundfunk räumte der Discounter den Rattenbefall jedoch ein. In einer schriftlichen Stellungnahme erklärte das Unternehmen laut dem Sender, dass keine kontaminierte Ware in den Verkauf gelangt und die Gesundheit von Mitarbeitern nicht gefährdet worden sei. Das Landratsamt bestätigte, dass es keine Erkenntnisse über eine Auslieferung kontaminierter Waren an Filialen habe. Durch Kotspuren betroffene Ware sei vollständig vor Ort entsorgt worden.

Die SPD-Fraktion im bayerischen Landtag forderte unterdessen Aufklärung. Die verbraucherschutzpolitische Sprecherin Anna Rasehorn kritisierte laut der Mitteilung: „Rattenkot und Urin zwischen Lebensmitteln sind nicht nur eklig, sondern ein ernstes Problem für den Verbraucherschutz.“ Sie verlangte Antworten auf die Frage, warum die Behörde erst im September eingeschritten sei, obwohl das Problem seit einem Jahr bekannt gewesen sei. Rasehorn verwies zudem auf den Personalmangel bei der Lebensmittelüberwachung in Bayern. Nach Angaben des Landratsamtes fanden vor der Kontrolle am 4. August zuletzt am 19. Mai 2026 und am 19. November 2025 Kontrollen in dem Norma-Zentrallager statt.

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