Neue Studie Deutschlands Innenstädte werden wieder attraktiver

Die Innenstädte in Deutschland sind in den letzten Jahren wieder deutlich attraktiver geworden. Das ist ein Ergebnis der aktuellen Deutschlandstudie Innenstadt 2026/27 der CIMA Beratung + Management. Demnach wollen 83,3 Prozent der Befragten ihre Innenstadt künftig mindestens genauso häufig besuchen wie heute. Das ist der beste Wert seit sechs Jahren.

Mittwoch, 23. September 2026, 10:00 Uhr
Thomas Klaus
Städte wie Frankfurt punkten mit einem lebendigen Zentrum. Bildquelle: Getty Images

Deutschlands Innenstädte haben an Attraktivität gewonnen. Das ist ein Ergebnis der aktuellen Deutschlandstudie Innenstadt 2026/27 der CIMA Beratung + Management. Für die repräsentative Studie wurden über 5.000 Deutsche im Mai und Juni 2026 befragt. Demnach wollen 83,3 Prozent der Befragten ihre Innenstadt künftig mindestens genauso häufig besuchen wie heute. Das ist der beste Wert seit sechs Jahren.

Der Handelsverband Deutschland (HDE) als Kooperationspartner der Studie warnt dennoch davor, sich auf dem Erreichten auszuruhen und mahnt zum entschlossenen Vorgehen gegen Leerstände. Die Bundesvereinigung City- und Stadtmarketing Deutschland (BCSD) als weiterer Kooperationspartner verweist dabei insbesondere auf das große Potenzial von mehr und besserer Kooperation aller Akteure vor Ort.

„Deutschlands Innenstädte gewinnen wieder an Bindung. Alles spricht dafür, dass die vielen Initiativen sowie Investitionen und Entwicklungsprogramme der vergangenen Jahre zunehmend positive Wirkung entfalten“, so der Studienautor und CIMA-Geschäftsführer Roland Wölfel. Für lebendige Stadtzentren gehe es vor allem um einen guten Mix aus Einzelhandel, Gastronomie, Kultur und öffentlichen Einrichtungen.

Frequenz allein macht noch keine lebendige Innenstadt

Die Studie zeigt, dass der Einkauf dabei mit großem Abstand der wichtigste Besuchsgrund für die Menschen in der Innenstadt ist: Knapp zwei Drittel der Befragten kommen des Einkaufens wegen, 46 Prozent zum Bummeln und 45 Prozent für die Gastronomie. „Das wirft ein deutliches Schlaglicht auf die intensive Verknüpfung zwischen einem vitalen Einzelhandel und lebenswerten Innenstädten. Wer den Einzelhandel vor Ort nicht hegt und pflegt, der wird mit seiner Innenstadt scheitern“, so HDE-Präsident Alexander von Preen.

Angesichts dieser zentralen Rolle des Einzelhandels in attraktiven Stadtzentren müsse die Politik auf allen Ebenen dringend an den Rahmenbedingungen arbeiten. „Für lebendige Innenstädte gilt es insbesondere, Leerstände konsequent zu bekämpfen. Dafür braucht es eine Gründungsoffensive mit entsprechenden Fördermitteln für den Einzelhandel. Je weniger Leerstände, desto besser auch das Sicherheitsgefühl der Menschen. So wird das Stadtzentrum wieder zu einem Place to be“, so von Preen weiter.

„Und Frequenz allein macht noch keine lebendige Innenstadt. Entscheidend sind attraktive Angebote und eine hohe Aufenthaltsqualität. Dafür müssen Stadt, Gewerbe und Immobilieneigentümer gemeinsam Leerstände abbauen und Menschen zum Bleiben und Wiederkommen einladen.“ Das ergänzt Wölfel. Niemand dürfe nach den positiven Studienergebnissen nun die Hände in den Schoß legen.

Einzelhandel braucht Verbündete vor Ort

Von Preen: „Wir müssen dieses Niveau nicht nur halten, sondern weiter besser werden.“ Dafür brauche der Einzelhandel Verbündete vor Ort. Das Potenzial koordinierter Kooperation betont die bcsd. „Für dauerhaften Erfolg braucht es ein strategisches Gesamtkonzept, das Handel, Gastronomie und Erlebnisangebote miteinander verzahnt. Am Ende muss eine Verbesserung der Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum stehen“, so Karmen Strahonja, Bundesvorsitzende der bcsd. Das Stadtmarketing sei dabei in einer Schlüsselrolle.

Die Deutschlandstudie Innenstadt 2026/27 der CIMA Beratung + Management ist in Kooperation mit HDE und der Bundesvereinigung City und Stadtmarketing Deutschland entstanden, sowie mit Unterstützung des Citymanagement Verbands Ost (CMVO), der Deutschen Industrie und Handelskammer (DIHK), der AVS Holding - Abrechnungs- und Verwaltungs-Systeme, der Bayern LB, der ERL Immobilien, der Fokus Development, der Invenium Data Insights, der Lidl Immobilien Dienstleistung, der Firma MK Illumination Handel, dem Bundesverband des Deutschen Textil-, Schuh- und Lederwareneinzelhandels (BTE) und der Firma Noceanz.

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