Signa-Gründer verurteilt René Benko muss zweieinhalb Jahre in Haft

Das Landesgericht Innsbruck hat den Signa-Gründer René Benko (Foto) zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt. Er soll seine Gläubiger geschädigt haben, indem er kurz vor der Insolvenz 360.000 Euro für einen Mietkostenvorschuss zahlte. Benko sitzt bereits seit Januar 2025 in Untersuchungshaft.

Mittwoch, 23. September 2026, 11:18 Uhr
Manuel Glasfort (mit dpa)
Er muss ins Gefängnis: der Signa-Gründer René Benko. Bildquelle: picture alliance/dpa

Das Landesgericht Innsbruck hat den österreichischen Investor René Benko zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der 49-Jährige seine Gläubiger geschädigt hat, wie die Deutsche Presse-Agentur berichtet. Benko habe einen Mietkostenvorschuss von 360.000 Euro für ein Anwesen in Innsbruck geleistet, obwohl es um sein Signa-Firmen-Imperium bereits sehr kritisch gestanden habe.

Das Verfahren musste in Teilen wiederholt werden. Benko war bereits im Oktober 2025 wegen dieses Verdachts zu zwei Jahren Haft verurteilt worden. Dabei hatte ihn das Gericht in einem Teilaspekt freigesprochen. Diesen Freispruch hob der Oberste Gerichtshof aber auf. Daher kam es zur erneuten Verhandlung, bei der die Höhe der Strafe neu festgelegt werden musste. Der Strafrahmen für das Delikt beträgt ein bis zehn Jahre Freiheitsstrafe.

Konkret ging es um den Vorwurf, dass Benko die Mietkostenvorauszahlung für einen weiteren Wohnsitz geleistet hat, obwohl er kurz vor der Insolvenz stand. Benko bekannte sich laut der Nachrichtenagentur APA nicht schuldig. Zum fraglichen Zeitpunkt sei er überzeugt gewesen, dass die Sanierung seiner Signa-Gruppe gelingen werde. Die Anmietung des Hauses neben dem Wohnsitz in der Villa in Igls sei auf Bitte seiner Frau erfolgt. Dort habe man den Kindern „ein normales Leben und einen normalen Schulalltag ohne Personal ermöglichen“ wollen, so Benko laut APA.

Benko sitzt seit Januar 2025 in Untersuchungshaft. Er hatte mit seinem Immobilien- und Handelsimperium Signa ein Milliardenvermögen aufgebaut. Steigende Zinsen und Baukosten sowie risikoreiche Zukäufe wie die der deutschen Warenhauskonzerne Karstadt und Kaufhof trieben die Signa in die Insolvenz. Gegen Benko und andere Signa-Manager wird in mehreren weiteren Strängen ermittelt.

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