Der Haushaltsdiscounter Mäc-Geiz führt im Zuge seiner Sanierung bundesweit 123 von 183 Filialen fort. Das teilte das Unternehmen mit. Damit bleiben 850 Arbeitsplätze erhalten. Auch das Dienstleistungs- und Logistikzentrum in Landsberg bleibt bestehen. Im Dezember sollen die Gläubiger beim zuständigen Amtsgericht Halle über den Sanierungsplan abstimmen. Noch im Sommer war das Unternehmen davon ausgegangen, rund 50 Standorte schließen zu müssen, nun sind es 60 geworden.
„Dass wir in diesen herausfordernden Zeiten 123 Filialen und damit so viele Arbeitsplätze bei Mäc-Geiz sichern können, ist ein großartiges Ergebnis“, sagte Geschäftsführer Rüdiger Grommes. Die Gespräche zur Zukunft des Filialnetzes seien weit fortgeschritten, hieß es weiter.
Mäc-Geiz hatte im Mai 2026 ein Verfahren in Eigenverwaltung eingeleitet. Kurz zuvor war der Haushaltsdiscounter vom Konkurrenten Kodi übernommen worden. Den Angaben zufolge belasten anhaltende Konsumzurückhaltung, steigende Lebenshaltungskosten sowie wirtschaftliche Unsicherheiten das Geschäft. Hinzu komme der Wettbewerbsdruck durch digitale Geschäftsmodelle sowie hohe Energie- und Lohnnebenkosten. Auch der neue Mäc-Geiz-Eigner Kodi musste im Sommer dieses Jahres einmal mehr Insolvenz anmelden.
Rechtsanwalt Andres sieht Voraussetzungen erfüllt
Der Sanierungsplan soll die Grundlage dafür schaffen, dass das Unternehmen entschuldet und wirtschaftlich aufgestellt wird. „Mit der Zustimmung der Gläubiger wäre eine wesentliche Voraussetzung für den erfolgreichen Abschluss der Sanierung erfüllt“, sagte Rechtsanwalt Dirk Andres von der Kanzlei Andres Partner. Nach der gerichtlichen Planbestätigung könnte das Amtsgericht das Verfahren noch zum Jahresende aufheben.
Parallel zur Sicherung der Standorte arbeitet Mäc-Geiz nach eigenen Angaben an einer Weiterentwicklung des Angebotes. Neue Produkte, erweiterte Sortimentsbereiche und wechselnde saisonale Angebote sollen mehr Kaufanlässe schaffen. Zu den fortgeführten Standorten gehören Filialen in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Berlin.
Die erste Filiale entstand 1994 in Halle. Im Jahr 2004 bezog das Unternehmen den Stammsitz in Landsberg.