Non-Food-Discounter Mäc-Geiz muss rund 50 Filialen schließen

Das Amtsgericht Halle hat das Insolvenzverfahren für die Discountkette Mäc-Geiz eröffnet. Das Unternehmen trennt sich von 71 Mitarbeitern und muss rund 50 von 183 Filialen schließen. Die Geschäftsführung setzt die Sanierung in Eigenverantwortung fort.

Montag, 03. August 2026, 17:04 Uhr
Manuel Glasfort
Mäc-Geiz kämpft mit einer schwierigen wirtschaftlichen Lage. Viele Filialen müssen schließen. Bildquelle: Getty Images

Das Amtsgericht Halle hat am 1. August 2026 das Insolvenzverfahren für die Handelskette Mäc-Geiz eröffnet, wie das Unternehmen am Montag mitteilte. Betroffen sind die Mäc-Geiz Handelsgesellschaft und die MTH Retail Services (Germany). Das Gericht bestellte Rechtsanwalt Prof. Dr. Lucas F. Flöther von der Kanzlei Flöther & Wissing zum Sachwalter beider Gesellschaften. Die Geschäftsführung bleibt im Amt und setzt die Restrukturierung in Eigenverantwortung fort.

Das Unternehmen hat sich nach eigenen Angaben von 71 Mitarbeitern getrennt. Bei der Mäc Geiz Handelsgesellschaft verloren 66 Beschäftigte aus den Bereichen Vertrieb, Logistik und dem Dienstleistungszentrum ihre Stellen. Bei der MTH Retail Services (Germany) waren fünf Mitarbeiter betroffen. Den Angaben zufolge war dieser Schritt notwendig, um die Kostenstruktur anzupassen.

Zudem verhandelt die Kette mit den Vermietern über die Zukunft der Standorte. Nach derzeitigem Stand müssen rund 50 der insgesamt 183 Filialen schließen, wie das Unternehmen mitteilte. Welche Standorte konkret betroffen sind, steht noch nicht fest. Das Unternehmen rechnet damit, dass spätestens im Herbst 2026 Klarheit über die künftige Standortstruktur besteht.

Geschäftsführer Grommes sieht Unternehmen auf richtigem Weg

„Die planmäßige Verfahrenseröffnung bestätigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind“, zitierte das Unternehmen Geschäftsführer Rüdiger Grommes in der Mitteilung. Er fügte hinzu: „Auch wenn einzelne Entscheidungen schmerzhaft sind, dienen sie dem Ziel, eine tragfähige Grundlage für eine erfolgreiche Zukunft unseres Unternehmens zu schaffen.“ Grommes bleibt im Verfahren handlungs- und weisungsbefugt und arbeitet mit COO Frank Tepaß zusammen.

Mäc-Geiz hatte im Mai 2026 ein Verfahren in Eigenverwaltung eingeleitet. Als Gründe nannte das Unternehmen die anhaltende Konsumzurückhaltung, steigende Lebenshaltungskosten sowie den Wettbewerbsdruck durch digitale Geschäftsmodelle. Hinzu kämen hohe Energie- und Lohnnebenkosten. Die Sanierungsexperten der Kanzlei Andres Partner begleiten das Verfahren. Das Unternehmen zahlt die Löhne und Gehälter seiner Mitarbeiter nach dem Ende des Insolvenzgeldzeitraums wieder selbst. Die Kette beschäftigt nach eigenen Angaben 1.175 Mitarbeiter und betreibt Filialen vor allem in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Berlin.

Nicht nur Mäc-Geiz hat zu kämpfen, auch der nordrhein-westfälische Non-Food-Discounter Kodi musste unlängst erneut Insolvenz anmelden. Kodi hatte erst zum Jahresbeginn den ostdeutschen Konkurrenten Mäc-Geiz übernommen.

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