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Frei Öl Ambitionierte Ziele

Bettina Röttig | 09. März 2018
Frei Öl: Ambitionierte Ziele

Bildquelle: Getty Images

Die Kosmetikmarke Frei Öl will jüngere Verwender ansprechen und erobert neue Vertriebskanäle jenseits der Apotheken.

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Der OTC- und Kosmetikhersteller Apotheker Walter Bouhon hat in seine Traditionsmarke Frei Öl investiert und diese neu positioniert. Nach 50 Jahren Apothekenexklusivität ist die Marke seit Ende 2017 nun auch in Drogeriemärkten erhältlich – deutlich verjüngt. Hinter der Neuausrichtung steht maßgeblich Thomas Bauer, seit 2015 für das operative Geschäft des Nürnberger Unternehmens verantwortlich. „Für einen Mittelständler wie uns ist es eine große Herausforderung, sich eine Stimme im Milliardenmarkt der Körperpflege und Kosmetik zu verschaffen. Wir haben in den vergangenen zweieinhalb Jahren daran gearbeitet, Unternehmen und Marke für die Zukunft gut aufzustellen. Alle unsere Maßnahmen zielen darauf ab, die Sichtbarkeit der Marke zu erhöhen und neben bestehenden Kunden auch Neukunden zu gewinnen, die ihre Hautpflege nicht in Apotheken kaufen“, erläutert der Geschäftsführer. So wurden Produktmanagement, Marketing und Öffentlichkeitsarbeit neu aufgestellt, der Vertrieb national gestärkt und für internationale Märkte aufgebaut.

Zur Marke

Die Marke Frei Öl wurde 1966 gegründet. Im Jahr 2004 wurde das „Öl“ im Namen gestrichen, die Produkte firmierten nur noch unter „Frei“. Eine ungestützte Befragung der GfK vom Dezember 2015 ergab, dass 88 Prozent der Frauen über 25 Jahren in Deutschland den Markennamen Frei Öl kennen. 2016 kehrte der Hersteller Walter Bouhon daher zurück zum ursprünglichen Namen.

Vor allem jedoch wurde am Markenauftritt gearbeitet. „Wir haben das Sortiment gestrafft und die Marke inhaltlich wie optisch verjüngt“, erklärt Bauer weiter. Neue Produkte, ein frischeres Design und bilinguales Packaging (deutsch/englisch) sollen jüngere Verwenderinnen für die Marke erschließen. Ein Beispiel hierfür ist das Frei Öl Figuröl. Es richtet sich an Frauen, die sich eine straffere Silhouette wünschen, zudem ist es als Folgeöl für Mütter einsetzbar, um die Rückbildung zu unterstützen.

Rund 40 Gesichts- und Körperpflegeprodukte für alle Altersgruppen und alle Hauttypen sind heute unter Frei Öl erhältlich. Geht es nach Bauer, soll diese in Zukunft auch in Parfümerien und Warenhäusern erhältlich sein. Bei Karstadt stehen die ersten Artikel bereits seit Dezember 2017 in den Regalen. „Auch der Lebensmittelhandel könnte für uns ein interessanter Vertriebskanal sein – wenn ein überzeugendes Drogeriemarktkonzept besteht“, so Bauer. Insgesamt möchte das Unternehmen bis Ende 2020 seinen Umsatz von aktuell 12 auf 20 Millionen Euro steigern. Dazu soll auch das neu aufgebaute Auslandsgeschäft maßgeblich beitragen. „2015 gab es unsere Produkte in Österreich zu kaufen, nun sind wir bereits in 32 Ländern aktiv“, berichtet Bauer.

Vier Fragen an Thomas Bauer

Herr Bauer, Bi-Oil beispielsweise schrieb in den letzten Jahren Erfolgsgeschichte in den Drogeriemarktketten. Weitere Marken und Handelsmarken haben Körperöle etabliert – ursprünglich Ihr Kernsegment. Haben Sie zu lange damit gewartet, die Apothekenexklusivität aufzugeben?
Thomas Bauer: Tatsächlich ist Bi-Oil ein kleiner Stachel für uns, aber wir profitieren auch davon, dass sich die Kategorie der Körperöle wachsender Beliebtheit erfreut, auch durch neue Wettbewerber. In den vergangenen Jahren gab es einige Möglichkeiten, den Schritt in die Drogeriemärkte zu vollziehen, wir mussten die Marke Frei Öl jedoch zunächst verjüngen und aufmerksamkeitsstärker machen.

Worüber differenzieren Sie sich vom Wettbewerb?
Unser Anspruch ist „Das Beste aus Natur und Wissenschaft“ – unsere Produkte bieten höchste Qualität und Verträglichkeit bei maximaler Wirkung. Die Produktentwicklung erfolgt im eigenen Labor, die Produktion ausschließlich in Deutschland. Als Hersteller von OTC-Produkten kontrollieren wir auch bei unseren Hautpflegeprodukten nach pharmazeutischen Prinzipien. Die Gefahr von Allergien ist aufgrund der Reinheit der Rohstoffe in unseren Erzeugnissen weitestgehend ausgeschlossen. Eines unserer neuesten Hautöle ist in der Theorie sogar essbar – damit haben wir ein Alleinstellungsmerkmal.

Welches Produkt ist das?
Unser neues Baby-Öl. Es besteht aus vier Ölen, u. a. Bio-Sonnenblumenöl und Johannisbeersamenöl, sowie Vitamin E und ist nach Lebensmittelstandards zertifiziert. Babys nuckeln gerne – an Fingern, Zehen oder generell ihrer Haut. Mit unserem neuen Baby-Öl müssen sich Mütter keinerlei Gedanken darüber machen.

Wo sehen Sie weiteres Potenzial für Ihre Marke?
Das Baby-Öl ist auf große Begeisterung gestoßen, weitere Produkte für dieses Segment könnte ich mir vorstellen. Zudem beobachten wir den Lebensmittel-Einzelhandel als Vertriebskanal. Insbesondere Unternehmen mit Fokus auf Drogeriewaren könnten interessante Vertriebspartner sein.