Multichannel Strategien

Die LEBENSMITTEL PRAXIS stellt  Multichannel-Konzepte stationärer Lebensmittelhändler vor, mit denen sie beim Verbraucher punkten wollen.

Donnerstag, 19. April 2012, 00:00 Uhr
Lebensmittel Praxis
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Das hessische Handelsunternehmen Tegut bietet online über Gourmondo Lebensmittel-Spezialitäten an.

Tegut: Konzept für Langsamdreher
Konzept: Im Herbst 2010 ist Tegut in das Online-Geschäft mit Lebensmitteln eingestiegen. Unter tegut-genusswelt.com bietet das Unternehmen ein breites Spezialitäten-Sortiment an, das frische Lebensmittel, Delikatessen und Geschenke umfasst. Dabei kooperieren die Hessen mit dem Online-Food-Händler Gourmondo.de. Dieser übernimmt den kompletten Shop-Betrieb inklusive Logistik für Tegut. Der CO2-neutrale Versand mit DHL GoGreen erfolgt ab 75 Euro kostenlos, bei Bestellung werktags bis 16 Uhr noch am selben Tag.

Fakten: Mehr als 6.000 Artikel umfasst das Online-Angebot der Tegut-Genusswelt. Diverse Suchfilter nach Sortimenten, Themen, Ländern etc. erleichtern die Suche.

Sortimentsschwerpunkte: Der Fokus des Sortiments liegt auf Spezialitäten, angefangen bei Champagner (rund 50 Sorten) und Wein über Gewürze, Bio-Lebensmittel (Alnatura-Sortiment) bis zu Trüffeln und Kaviar. Darüber hinaus gibt es Markenshops (z.B. Sansibar, Herbaria, Moët & Chandon, Block House). Auch ca. 100 Produkte der fünf tegut-Eigenmarken „vom Feinsten“, „süße Harmonie“, „Italienische Küche“, „tegut… Bio“ und „Deutsche Küche“ sind über den Online-Shop erstmals auch im überregionalen Vertrieb erhältlich. (br)

///www.tegut-genusswelt.com

Emmas Enkel: Nahversorger mit Vier-Wege-Konzept
Konzept: Verschiedene Wege führen bei Emmas Enkel zum Ziel, dem gefüllten Kühlschrank: Neben dem persönlichen Einkauf im Laden besteht die Möglichkeit, seinen Einkaufszettel abzugeben und bei einer Tasse Kaffee zu warten, während die Ware gepackt wird. Variante 2: das gemütliche Einkaufen über eines der bereitgestellten iPads von der „Guten Stube“ aus. Variante 3: rund um die Uhr über den Online-Shop. Die bestellte Ware kann entweder abgeholt oder geliefert werden. Seit Januar 2012 verkaufen Emmas Enkel zudem aus einem virtuellen Regal heraus, das sich über die Schaufensterfront zum Lager hin zieht. Hier können Kunden die abgebildeten Waren per QR-Code scannen. Gezahlt werden kann per Sofort-Überweisung, Pay-Pal, Kreditkarte oder auch mit Bargeld.

Fakten: Das 200 qm große Lager hält mehr als 2.100 Artikel parat. Zurzeit sind mit Hilfe des QR-Codes 400 Produkte erhältlich.

Sortimentsschwerpunkte: Rund 30 Prozent sind Bio- und/oder regionale Produkte, 10 Prozent Spezialitäten. Per QR-Code stehen Grundnahrungsmittel sowie vorgefertigte Einkaufskörbe für verschiedene Anlässe wie Fußball, Mädelsabend oder Feier bereit.

Weiterentwicklung: In Kürze soll der deutschlandweite Versand ausgewählter Kategorien beginnen. (br)

///www.emmas-enkel.de

dm: Zusammenarbeit mit Internet-Marktführer

Konzept: Das Karlsruher Unternehmen dm-Drogerie Markt hat sich vorerst gegen einen eigenen Web-Shop entschieden und kooperiert lieber mit einem erfahrenen Online-Händler. Seit August 2011 bietet dm Produkte der eigenen Handelsmarken im so genannten dm-Markenshop auf Amazon.de an. Die Produkte werden von dm an Amazon geliefert. Amazon legt für die Online-Plattform die Verkaufspreise fest und übernimmt Verkauf sowie Lieferung an die Kunden. Der Vorteil: dm kann auf die bestehende und bewährte Infrastruktur des Online-Profis zurückgreifen, so dass keine zusätzlichen Kosten für die Logistik oder Technik entstehen, die dm an die Kunden weitergeben müsste.

Fakten: Den Besuchern des dm-Markenshops auf Amazon stehen rund 2.000 Produkte zur Auswahl.

Sortimentsschwerpunkte: Über Amazon bietet dm ein rein drogistisches, dm-exklusives Sortiment an, bestehend aus Produkten der dm-Qualitätsmarken der Kategorien Kosmetik und Körperpflege, Baby & Kind, Haushalt, Gesundheit sowie Tier (Marken u.a. Alverde Naturkosmetik, Babylove, Balea und Balea men, Ebelin Cosmetics, Saugstark&Sicher, Soft&Sicher und Sundance). (br)

///www.amazon.de


Real: eigenständige Drive-In-Märkte

Konzept: Im November 2010 wartete Real mit einer Innovation auf: Auf dem Gelände des Real-Marktes in Isernhagen-Altwarmbüchen bei Hannover eröffnete der erste eigenständige Drive-In-Lebensmittelmarkt Deutschlands. Inzwischen gibt es in Köln-Porz einen zweiten. Die Real-Drive-Abholstationen befinden sich in einem separaten Gebäude und haben ein eigenes Lager. Künden können rund um die Uhr online bestellen und die Ware, nach einer Vorlaufzeit von zwei Stunden bis fünf Tagen, zwischen 8 und 22 Uhr abholen. Die Servicegebühr beträgt 1 Euro, keine Mindestbestellmenge.

Fakten: Das Sortiment umfasst mehr als 5.000 Produkte, die Preise entsprechen denen in den Real-Märkten. An Wochenenden und vor Feiertagen verzeichnen die Drive-Märkte den stärksten Kundenzuspruch.

Sortimentsschwerpunkte: 95 Prozent sind Lebensmittel. Nutzer können ihre Suche filtern und sich z.B. nur Discountprodukte, nur Bio-, gluten- oder laktosefreie Produkte anzeigen lassen. Außerdem gibt es auch Kategorien wie „Schnelle Küche“, „Bewusste Ernährung“, „Neu im Drive“ oder „Saison“. Das Sortiment wird fortlaufend den Kundenwünschen angepasst.

Weiterentwicklung: Eine weitere Expansion ist geplant. Mittelfristig könnten es bis zu 60 Standorte werden. (pl)

///www.real-drive.de


Rewe: Pioniere des Express-Einkaufs

Konzept: Pionier des Konzepts ist Rewe Richrath in Köln, der seit November 2009 unter www.richrath-express.de einen speziellen Abholservice anbietet. Kunden von www.rewe-online.de können ihre online bestellte Ware derzeit an neun Standorten abholen. In Frankfurt und Hamburg bietet die Rewe auch einen Lieferservice. Ware kann rund um die Uhr online bestellt werden – mit mindestens drei Stunden und maximal 21 Tagen Vorlauf. Die Abholzeiten variieren je nach Markt. Es wird, außer bei der ersten Bestellung, eine Servicegebühr von 2 Euro erhoben, einen Mindestbestellwert gibt es nicht. Die Ware wird in rote Drive-Transportboxen gepackt, die der Kunde gegen einen Pfandbetrag von 5 Euro pro Box mit nach Hause nehmen und beim nächsten Einkauf zurückgeben kann.

Fakten: Unter mehr als 8.000 Artikeln können die Online-Käufer wählen. Sie erhalten sie zu den gleichen Preisen wie im stationären Rewe-Markt.

Sortimentsschwerpunkte: Das Sortiment entspricht dem eines Voll-sortimenters. Besonders bei den Frische-Warengruppen ist die Auswahl groß. Die Artikelanzahl im Frischesortiment soll weiter ausgebaut werden.

Weiterentwicklung: In den nächsten Monaten sind zwei neue Standorte geplant. (pl)

///www.rewe-online.de


Globus: Abhol-Standorte im Vergleich
Konzept: Der erste Globus Drive steht im saarländischen Ensdorf. Um bestellen zu können, ist eine einmalige Anmeldung auf www.globus-drive.de notwendig. Kunden können im Online-Shop 24 Stunden an sieben Tagen in der Woche ihre Produkte aussuchen und den gewünschten Abholtermin (mind. zwei Stunden, max. fünf Tage nach Bestellung) angeben. Die Abholung ist Montag bis Samstag von 8 Uhr bis 20 Uhr möglich. Globus verzichtet auf Servicegebühren sowie Mindestbestellwert. Die Bezahlung erfolgt online per Kreditkarte oder bei der Abholung mit Kredit- oder EC-Karte am Terminal bzw. bar am Bezahlautomaten.

Fakten: Das Sortiment umfasst rund 6.000 Artikel. Acht Abhol-Plätze mit Terminals stehen in Ensdorf zur Verfügung. Wurde bereits vorab bezahlt, dauert der Abholvorgang durchschnittlich zwei bis drei Minuten.

Sortimentsschwerpunkte: Zur Verfügung stehen frische Lebensmittel wie Obst und Gemüse, Mopro, Käse, Tiefkühlkost sowie Haushaltswaren. Auch ein Teil der frischen Produkte aus der Globus-Fachmetzgerei und -Bäckerei können bestellt werden.

Weiterentwicklung: Mitte 2012 wird ein zweiter Globus Drive eröffnet, diesmal in Rheinland-Pfalz, angedockt an ein SB-Warenhaus. Weitere Standorte werden derzeit gesichert. (br)

///www.globus-drive.de

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Bild öffnen Das hessische Handelsunternehmen Tegut bietet online über Gourmondo Lebensmittel-Spezialitäten an.
Bild öffnen Bei Emmas Enkel in Düsseldorf ist der Multichannel-Vertrieb Basis des Konzepts.
Bild öffnen Die Drogeriemarktkette dm hat ihr Online-Geschäft in Profi-Hände gelegt und kooperiert mit Amazon.
Bild öffnen Die Abholstandorte von Real befinden sich in einem separaten Gebäude und haben ein eigenes Lager.
Bild öffnen Bei Rewe sind die Drive-Stationen an bestehende Märkte angedockt, wo die bestellte Ware kommissioniert wird.
Bild öffnen Seit Dezember 2011 testet Globus einen Click-and-Collect-Service von einem Zentrallager aus.