Klarsichtfaltschachtel Mehr Transparenz für den PoS

Kunststoffverpackungen sind viel besser als ihr Ruf. Verpackungshersteller Seufert kämpft für die Vorzüge des Verpackungsmaterials mit Vehemenz.

Sonntag, 07. Mai 2023 - Verpackung
Matthias Mahr
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Thomas Pfaff ist ein Eigengewächs des Hauses Seufert. Der Vertriebs- und Verpackungsexperte führt seit 2007 als Managing Director den Produzenten für Klarsichtfaltschachteln.
Bildquelle: Seufert Verpackungen

Klarsichtfaltschachteln sind nicht nur für Promotions geradezu prädestiniert. Sie bieten optimalen Schutz und dienen gleichzeitig als attraktives Schaufenster für das tatsächliche Highlight, das Produkt. Gerne erinnert sich das Team von Seufert Verpackungen an einen der schönsten Momente für die kreative Schaffenskraft im Zusammenspiel mit der Porzellanmanufaktur Kahla: Für die „Fliegende Tasse“ gab es vor rund 20 Jahren den „Worldstar“ im Rahmen der Global Packaging Awards – die höchste Auszeichnung für gelungene Verpackungslösungen. „Damals waren Klarfaltboxen noch gern gesehene und geschätzte Verpackungsalternativen“, betont Seufert-Geschäftsführer Thomas Pfaff im Gespräch mit der LP.

Die Idee dahinter war einfach und genial: Ein von außen nicht sichtbarer Einsatz ließ die Tasse samt Unterteller in der transparenten Box schweben und fixierte sie zugleich. Der Verpackungsaufwand war vergleich- bar gering, und es handelte sich um Monomaterial, um PET, das Seufert schon seit annähernd 30 Jahren in Kooperation mit dem Folienwerk Wolfen im Kreislauf führt. Sehr früh hat das Unternehmen aus Rodgau in Hessen nämlich nachhaltig gedacht.

Radikale Zeitenwende
Plötzlich folgt der Paradigmenwechsel. Ende 2018 ändern sich die Bedingungen um 180 Grad. Handel und Markenhersteller sehen nach Aussagen von Pfaff über Nacht Kunststoffverpackungen kritisch. Dabei erfüllt besonders das Convenience-Produkt Klarsichtfaltschachtel Anforderungen mit nur einer Materiallösung. Kein anderes Verpackungsmaterial könne eigentlich mithalten: „Die Verpackung ist leicht, widersteht Feuchtigkeit und schützt Inhalte sehr gut. Zudem ist sie absolut kreislauftauglich“, betont der Verpackungsexperte. Dem Kunststoff wurde nach seinem Empfinden von jetzt auf gleich die Nachhaltigkeit abgesprochen, mit dem erklärten Ziel, Kunststoff vom Point of Sale zu verbannen. „Wird die Welt wirklich besser und nachhaltiger, wenn der Kunststoff mit all seinen Vorzügen aus dem Verpackungsmix ausgeschlossen wird?“, lautet seine rhetorische Frage.

Renaissance durch Corona
Während Corona konnte der Kunststoff seine Materialvorzüge ausspielen: Hygiene und Sterilität spielten nicht nur bei Medizinverpackungen eine Rolle, sondern auch bei Obst und Gemüse. Tomaten oder Äpfel lagen im Frühjahr 2020 auf einmal wieder in Folien oder Tiefziehverpackungen aus Kunststoff in den Schütten des Handels. Schließlich galt es, sich und die zu kaufenden Produkte vor Viren und Kontamination zu schützen. „Kunststoff ist, wenn faktenbezogen verglichen wird, als Verpackungslösung ein Must-have und aus Sicht von Experten so gut wie alternativlos, wenn es insbesondere um den Direktkontakt mit dem Produkt geht“, hebt der Seufert-Geschäftsführer hervor.

Seiner Meinung nach ist es nicht nachhaltig, wenn Verpackungsmaterialien als Alternativen für Kunststoff ins Feld geführt werden, die aus mehreren Materialkomponenten bestehen, um auf vergleichbare Barrierewirkungen wie Kunststoffe zu kommen. Ob beschichtete Papierverpackungen die Recyclingvoraus- setzungen der Kreislaufwirtschaft erfüllen, hinterfragt er mit Recht kritisch. „Zweifel, ob das drin ist, was als Druckbild auf der Verpackung versprochen wird, ist bei unseren transparenten Verpackungslösungen übrigens auf ein Minimum reduziert“, lautet eines seiner zentralen Argumente. Mogelverpackungen könne Seufert gar nicht herstellen, weil der Inhalt immer sichtbar sei.

Auch wenn es um Haltbarkeit und Verlängerung des Produktlebenszyklus gehe, sei Kunststoff das Verpackungsmaterial mit Lösungsorientierung. „Denn in der sichtbaren und geschützten Verpackungslösung behalten zum Beispiel Lebensmittel über einen verlängerten Zeitraum ihre Haltbarkeit und einen ansprechenden Zustand – was die Verkaufschancen hoch hält. Gerade zum Wohle der weiterhin wachsenden Weltbevölkerung müssen wir Foodwaste vermeiden“, ist sein Credo.

Rund 80 Millionen Klarsicht-Verpackungen verlassen pro Jahr den Betrieb im Offenbacher Land. Kunden wie Schwan Stabilo, Mars, Niederegger oder Bosch vertrauen weiter auf Seufert-Produkte, die bereits durchgängig einem Eco-Design-Ansatz folgen. Von Low-Migration-Farben bis zu ökologischen Post-Consumer-Recyclaten: Pfaff denkt nachhaltig, da er ressourcenschonend lebt und den Kreislauf schließen will.

Zur Person

Thomas Pfaff ist ein Eigengewächs des Hauses Seufert. Der Vertriebs- und Verpackungsexperte führt seit 2007 als Managing Director den Produzenten für Klarsichtfaltschachteln.

Nachhaltigkeit?
„Was andere Materialien teilweise nur versprechen, beweisen wir mit unserem Mono-Material aus PET seit mehr als 30 Jahren: Unser Materialabfall aus der Produktion wird recycelt und mit einem Anteil von bis zu 40 Prozent wieder unserem PET-Material für Standardverpackungen zugeführt.“

R-PET?
„Dank Lidls Einweg-Kampagne mit Günter Jauch ist R-PET derzeit in aller Munde. Mit dem ECO-R-PET, einem Material, das zu 100 Prozent aus Post-Consumer-Recyclaten beziehungsweise aus Flaschenabfällen besteht, erfüllen wir vollumfänglich die Anforderungen in Richtung Kreislaufwirtschaft. Das war uns schon immer ein Anliegen. Deshalb freut uns auch diese Unterstützung durch Lidl.“

Zielgruppe?
„Wir adressieren die Schreibwaren-, die Süßwaren- und die Haushaltswarenindustrie. Wir kommen immer dann ins Spiel, wenn es um Verkaufsförderung durch Sichtbarkeit auf das Produkt geht. Wir können vom Design bis zur Herstellung auch in kleinen Losgrößen eine ökologische Rundum-Lösung anbieten.“

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