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Ernährung Werbung einschränken

Lebensmittel Praxis | 20. Oktober 2010
Ernährung: Werbung einschränken

Aus Berlin kommt es derzeit dicke für die Branche: Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner (Foto) will die Angaben der Kalorien auf einer Verpackung künftig auf den gesamten Packungsinhalt beziehen und nicht nur auf eine Portion; Gerd Billen, Chef des Bundesverbands der Verbraucherzentralen, will einen Stopp für an Kinder gerichtete Werbung.

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Motivation ist in beiden Fällen, dem zunehmenden Übergewicht bei Kindern zu begegnen. Ministerin Aigner hofft bei ihrem Vorstoß darauf, dass die Wirtschaft die Kalorienangabe freiwillig auf den gesamten Packungsinhalt beziehen wird. Verbraucherschützer Billen verweist auf den Aktionsplan gegen Übergewicht, in dem die Bundesregierung 2008 eine Selbstverpflichtung der Lebensmittelwirtschaft anstrebte, auf Werbung gegenüber Kindern unter zwölf Jahren zu verzichten. Die Verhaltensregeln des Deutschen Werberates seien zu unkonkret, so der Vorwurf. Politik und Hersteller täten sich bislang schwer, das Problem ernsthaft anzugehen. Allein um Schokolade und Süßwaren zu bewerben, gäben Hersteller dreimal so viel Geld aus, wie den Krankenkassen für Gesundheitsprävention zur Verfügung stehe, kritisieren die Verbraucherzentralen. Hier zu Lande sind 2 Mio. Kinder und Jugendliche übergewichtig oder fettleibig.