Der Tierschutzbund starte in der kommenden Woche damit, die ersten Mastbetriebe zu zertifizieren, berichtet die „Welt". Die Mäster sollen für ihre Tiere nach Angaben der Zeitung dann 12 Cent pro kg mehr erhalten. Das als „tierfreundlich" gekennzeichnete Fleisch solle den Verbraucher etwa 10 Prozent mehr kosten als konventionell hergestelltes Schweinefleisch.
„Es geht uns als Tierschutzorganisation nicht darum, den Fleischkonsum und die Intensivtierhaltung zu unterstützen", sagte Verbandspräsident Thomas Schröder. „Solange Fleisch gegessen wird, wollen wir die Produktion und den Konsum zugunsten tierfreundlicherer Alternativen umlenken."
Voraussetzungen für die Zertifizierung sind unter anderem, dass die Schweine in den Mastbetrieben ein Drittel mehr Platz bekommen als gesetzlich vorgeschrieben, Beschäftigungsmöglichkeiten in den Ställen installiert werden, die Ferkel von den Züchtern nicht betäubungslos kastriert und ihre Schwänze nicht kurz nach der Geburt gekürzt werden – was derzeit bei der großen Mehrheit der Ferkel Standard ist.
Bei Masthähnchen laufen derzeit die ersten Zertifizierungen beim deutschen Marktführer Wiesenhof. Dieser ist wegen seiner Intensivtierhaltung bereits mehrfach in den Schlagzeilen gewesen, versucht nun aber umzulenken. Wiesenhof lasse sich die Marke „Privathof" mit dem Label versehen, die heute bereits mit besseren Haltungsbedingungen für die Tiere produziere, schreibt die „Welt".
Mit Bio- oder Öko-Haltung hat das Label zunächst nichts zu tun. Die zertifizierten Produkte sollen eine Zwischenstufe zwischen konventionell hergestelltem und Bio-Fleisch darstellen. Bei Bio-Fleisch sind die Anforderungen an die Tierhaltung noch höher, zusätzlich müssen die Mäster sich an hohe Standards bei den Futtermitteln halten.
Tierschutzbund Label für „tierfreundliches" Fleisch
Der Deutsche Tierschutzbund plant, Betriebe mit tierfreundlichen Haltungsbedingungen mit dem neuen Label „Für Mehr Tierschutz" zu zertifizieren. Zwei Handelsunternehmen wollen das Schweinefleisch ab Januar verkaufen.
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