Österreich Trendsetter in Sachen Bio

Österreichische Lebensmittel sind in Deutschland beliebt. Sie stehen für intakte Natur, Ursprünglichkeit und Natürlichkeit. Damit liegen sie im Trend.

Donnerstag, 24. Februar 2011 - Länderreports
Elke Häberle
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Die Ansage ist klar und deutlich: „Qualität ist unser wichtigstes Flaggschiff. Dieses wollen wir mit vollem Wind ins Jahr 2011 segeln lassen", beschreibt Dr. Stephan Mikinovich, Geschäftsführer der Agrarmarkt Austria Marketing GmbH (AMA) in Wien, den aktuellen Kurs.

Unternehmen aus Österreich

Im Mittelpunkt der Qualitätsoffensive stehen ganz besonders die typischen „Österreich-Segmente" wie Käsespezialitäten, Schinken, Speck und Wurstwaren. Noch sehr jung, dafür aber mit umso mehr Potenzial ausgestattet, ist das Thema „Heumilch" (siehe Kasten). Ein Dauerbrenner bleibt auch in diesem Jahr Bio. Zunehmender Beliebtheit bei den deutschen Verbrauchern erfreuen sich aber laut Mikinovich auch Nischenbereiche wie Rindfleisch, Geflügel und Eier sowie Obst und Gemüse. „Ebenso darf österreichischer Wein in den meisten deutschen Haushalten nicht mehr fehlen", so der Marketingexperte. Kleine Bemerkung am Rande. In nicht wenigen (ober)bayrischen Supermärkten ist das Weinregal mit österreichischen Produkten in der Tat wesentlich umfangreicher bestückt als das mit deutschen Angeboten.

Keine Frage: Österreichische Produkte in Deutschland boomen seit Jahren. Laut Mikinovich lebt die „freundschaftliche und wirtschaftliche Nachbarschaft Deutschland-Österreich wie nie zuvor". Der deutsche Handel setze immer mehr auf das "g'schmackige" und breite Angebot mit bodenständigen Lebensmitteln aus Österreich. Eine weitere Beobachtung: „Die Deutschen lieben es auch, ihren Österreich-Urlaub nach ihrer Rückkehr in die Heimat kulinarisch zu verlängern."

Diese Erkenntnis unterstreichen die Exportzahlen. Selbst von 2009 auf 2010 konnte trotz der damals wirtschaftlich angespannten Lage ein Exportplus von mehr als 7 Prozent erzielt werden, meldet die AMA. Mikinovich: „Der deutsche Markt war und ist für Österreich der mit Abstand wichtigste Markt. Wertmäßig geht rund ein Drittel des gesamten Agrarexports zu unseren deutschen Nachbarn." Ein Grund des Erfolgs: Österreich werde von jeher sehr stark mit intakter Natur, gepflegter Landschaft und natürlichen Lebensmitteln assoziiert – und so spielen Bio- und Regio-Boom den Nachbarn aus der Alpenrepublik in die Hände. „Österreich hat sich international als wichtiger und glaubhafter „Bio-Botschafter" etabliert", so die Erfahrung von AMA-Chef Mikinovich und so greife man auch in Deutschland beim Einkauf von Bio-Produkten gerne zu österreichischer Ware.

Damit die österreichisch-deutsche Zusammenarbeit auch weiterhin am Laufen bleibt, hat die AMA ein umfangreiches Marketingpaket für die heimischen Hersteller und den deutschen Handel und Verbraucher geschnürt. Mikinovich: „Eine wichtige Informationsquelle für Einkäufer und Vertriebsleute sind definitiv die Fachmedien, die wir gerne bedienen." Besondere Erfolge werden aber auch im Rahmen des klassischen Dialogmarketings erzielt, „mit dem wir die Einkaufszentralen direkt und persönlich ansprechen können." Eine weitere „konzentrierte Drehscheibe für Geschäftsbeziehungen" sind internationale Fachmessen. Die Endverbraucher wiederum, erreicht die Marketinggesellschaft durch verstärkte PoS-Maßnahmen wie Verkostungen oder Abgabe von Rezeptheften. „Und nicht zuletzt hebt der Handel eigenständig die Produkte prominent in Flugblättern thematisch hervor", ergänzt der Marketingexperte. Last but not least, kommen die Konsumenten bei eigens durchgeführten Endverbraucherseminaren „auf den Geschmack".

Darbo: It's Instant-Tea-Time

Echte Innovationen gibt es selten: Darbo Teesirup ist zweifellos eine, denn der Sirup ersetzt jeden Teebeutel: Den Tassenboden mit Sirup bedecken, heißes oder warmes Wasser darüber gießen – und fertig ist der lifestylige Teegenuss, ohne Beutel und ohne Ziehzeit. Den flüssigen Instant-Tee gibt es seit September 2010 in den fünf Sorten „Rote Früchte", „Blutorange", „Hagebutte", „Pfefferminze" und „Melisse-Ingwer". Basis sind Fruchtsäfte aus hochwertigem Konzentrat, ohne Konservierungs- und Farbstoffe. In Österreich erzielte der Teesirup vom Start weg einen wertmäßigen Marktanteil im gesamten Teemarkt von 2,8 Prozent. Vertriebspartner in Deutschland ist das Importhaus Wilms / Impuls. Marketingleiter Jörg Saalwächter: „Auch vom Handling sind die Produkte ideal, denn sie lassen sich platzsparend platzieren und haben genau die richtige Höhe fürs Teeregal."

Und sonst? „Da sich der Markt für fein passierte Konfitüren sehr gut entwickelt, werden wir zum Mai drei Produkte auf den deutschen Markt bringen"; erläutert Jan Goller, Marketingleiter bei Darbo. Unter dem Markendach der „Fruchtreich passiert"-Range mit 70% Fruchtanteil kommen „Marille-Holunderblüte", „Beeren-Rhabarber" und „Kirsche-Ingwer". Weitere Neuheiten sind die Gelee-Sorte „Melisse-Ingwer" und der Sirup „Kräuter-Ingwer".

Über alle Warengruppen (Konfitüre, Sirup, Kompotte, Teesirup) hinweg, „ist es unserem Vertriebspartner Importhaus Wilms im vergangenen Jahr gelungen, knapp 5 Mio. Darbo-Produkte an den deutschen Lebensmittelhandel auszuliefern", freut sich Goller. Im laufenden Jahr sollen Markenbekanntheit weiter gesteigert und die Drehgeschwindigkeit der Produkte optimiert werden.

//// www.darbo.at

Gebrüder Woerle GmbH: Der Natur verbunden

„Der derzeitige absolute Trend ist Heumilch und Bio-Heumilch", sagt Gerald Kotzauer, Vertriebs- und Marketingleitung bei der Gebrüder Woerle GmbH. Erstmals nahm das im schönen Salzburger Land ansässige Unternehmen mit dieser Milchspezialität auch an der Nürnberger Biofach teil. Neben einer neuen Promotion im Frühjahr unterstützt Woerle den Handel mit Beipackartikeln wie Käseglocke, Käsereibe, Frischeboxen und vielem mehr. Denn neben Milch dreht sich bei dem Familienunternehmen alles um Käsespezialitäten. Die ganz klare Philosophie: „Im Gegensatz zu Massenproduktion und Gentechnik wollen wir uns in Zukunft noch mehr auf die Herstellung von naturreinen, qualitativ hochwertigen Käsespezialitäten konzentrieren und somit den Wünschen und Bedürfnissen unserer Konsumenten gerecht werden."

Ganz am Anfang stand dabei Johann Baptist Woerle und die Idee, im Salzburger Flachgau die erste Emmentalerkäserei Österreichs zu gründen. Damit legte er 1889 den Grundstein des erfolgreichen Familienunternehmens, dessen Name bis heute eng mit der österreichischen Käsekultur verbunden ist. An den Prinzipien zur Produktion feinster Käse-Spezialitäten – Naturverbundenheit, Reinheit, Tradition und Innovation sowie Liebe zum Detail – hat sich in den über 100 Jahren fast nichts geändert. Nur die Kontrollen sind strenger geworden, um sicher zu gehen, dass ausschließlich Käse in bester Qualität das Haus Woerle verlässt.

Als einer der größten Käse-Hersteller Österreichs erzeugt Woerle mit 270 Mitarbeitern in den neuen und hochmodernen Produktionsanlagen jährlich ca. 28.000 t. erlesene Käse-Spezialitäten, die sich auf der ganzen Welt höchster Beliebtheit erfreuen. Der Exportanteil liegt bei 40 Prozent.

//// www.woerle.at


Wiesbauer Österreichische Wurstspezialitäten: Frisch in den Frühling

Wem geht es nicht so: Nach den Wintermonaten freut man sich auf leichte und leckere Kost. Diesem Verbraucherwunsch entsprechend, kommt Wiesbauer Österreichische Wurstspezialitäten gleich mit drei Angeboten nach: Beim „Spargel Hollandaise Schinken" kombiniert Wiesbauer seinen Premium-Schinken mit hochwertigen grünen Spargelspitzen und einer Sauce Hollandaise. In die Sauce kommen nur frische Gewürze und der feinste Teil des grünen Spargels – nämlich die Spitze. Etwas schärfer geht es bei der zweiten Neuheit, dem „Wasabi Krenschinken" zur Sache. Dieser Premiumschinken erfreut alle Asia-Fans: Er wird aus ganzen Schlögelteilen ohne Schwarte handgefertigt und die milde Pökelung wird mit Kren (Meerrettich) und japanischem Wasabi veredelt.

Aus saisonalen Gründen nur vorübergehend in den Handel kommt der „Bärlauchschinken". Auch dieser Frühlingsschinken wird aus mageren Schlögelteilen von Hand gefertigt, mild gepökelt, schonend gebrüht und mit frischem Bärlauch verfeinert. Damit nicht genug: „Seit einigen Jahren findet man im Umfeld der Feinkost-Theke immer öfter so genannte Take-Away-Kühltruhen mit vom Theken-Personal unter großem Zeitaufwand vorgeschnittenen Produkten", so Thomas Schmiedbauer Geschäftsführer Wiesbauer – Österreichische Wurstspezialitäten. Immer wieder seien in letzter Zeit Vertreter des Lebensmittelhandels an Wiesbauer herangetreten, das Theken-Personal mit einer eigenen Produktlinie, die der Anmutung von frisch geschnittener Ware voll und ganz entspricht, bei seiner aufwändigen Arbeit zu unterstützen. Diesen Kundenwunsch erfüllt Wiesbauer nun mit einer eigenen Spezialitäten-Linie. Diese beinhaltet „Salzburger Braten", „Wiener Kaiserschinken", „Wiener Knusperbraten", „Heurigenwurst" und „Wurzelspeck geschnitten". Die verwendeten 120-g-Packungen unterscheiden sich dabei deutlich von den handelsüblichen SB-Packungen, da die vorgeschnittenen Produkte gut sichtbar im Mittelpunkt stehen. Auf einem dezenten Etikett sind aber der Produktname und die Markenbezeichnung „Österreichische Alpenküche" für den Konsumenten sofort erkennbar.

////www.wiesbauer.at

Weinkellerei Lenz Moser: Prost aus dem Viertel

Stand das Jahr 2010 bei der Weinkellerei Lenz Moser im Zeichen des Roséweins „Fête Rosé", liegt der Schwerpunkt in diesem Jahr auf dem „Weinviertel DAC". Dieser Grüner Veltliner aus dem Weinviertel begeistert mit viel pfeffriger Würze und trifft in Deutschland den Trend nach Weißweinen mit Frucht und Frische", sagt Friedrich H. Wimmer, zuständig für das Marketing bei den Rohrdorfer Weinspezialisten. Seit kurzem gibt es den Rosé auch in der 0,25-l-Flasche, nach Wissen Wimmers der erste und einzige österreichische Roséwein in dieser Gebindegröße. Und da Trend auch in Deutschland sowohl zu Rosé und als auch zur kleinen Flasche geht, ist hier die Markteinführung für Sommer 2011 geplant.

Ein interessantes Segment: „Grüner Veltliner im oberen Preisbereich, wir sprechen hier von 5,79 Euro für den Lenz Moser Selection Grüner Veltliner und 6,99 Euro für Weinviertel DAC, boomt", so Wimmer. Hier komme eindeutig die Kraft der Marke zum Tragen: „Lenz Moser ist Österreichs Wein" und daher auch der Spezialist für Grüner Veltliner.

Weiter sucht der Konsument zunehmend Produkte, die naturnah und unter hoher Verantwortung des Produzenten beziehungsweise des Vermarkters produziert werden. Die Rohrdorfer beziehen ihren Wein ausschließlich von österreichischen Produzenten. Dadurch ist die Herkunftsgarantie gegeben.

Vom Gesamtumsatz von 37 Mio. Euro werden 28 Prozent in Deutschland erzielt. Der Absatz in Deutschland entwickelte sich in 2010 sehr positiv. Für 2011 wird es durch die kleine Weißweinernte beim Jahrgang 2010 und den dadurch unabdingbaren Preiserhöhungen - zwischen 80 Cent bis einem Euro - für den Endverbraucher, sehr spannend. Wimmer: „Wir sind jedoch überzeugt, dass der Konsument unsere Bemühungen um höchste Qualität letztendlich auch akzeptieren wird."

Schließlich wird der Handel auch nach Kräften unterstützt: „Wir setzen in Deutschland auf PoS-Werbung, durch den Einsatz von Verkostungswerbung, Flugblattbewerbungen und auffälligen Zweitplatzierungen durch Displays." Hinzu kommen Anzeigen in Fachzeitschriften im Bereich Wein und Essen sowie in reichweitenstarken TV-Zeitschriften.

//// www.lenzmoser.at


VOG/Rapso: Gesunder Alleskönner

Die Bedeutung von Fett in der Ernährung hat in den letzten Jahren durch Ernährungswissenschaftler und Mediziner eine dramatische Rehabilitation erfahren. Ausgelöst haben diese Entwicklung Erkenntnisse über die positiven Eigenschaften von einzelnen Pflanzenölen, vor allem die gesundheitlichen Vorzüge von Rapsöl. Die VOG AG aus Linz hat mit Rapso ein ernährungsphysiologisch besonders wertvolles Speiseöl im Portfolio.

Es ist laut Ernährungswissenschaft das Speiseöl mit dem ausgewogensten Verhältnis an gesättigten, einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Es hat den niedrigsten Gehalt an gesättigten Fettsäuren, die üblicherweise den Cholesteringehalt des Blutes und somit das Risiko von Herz- und Kreislauferkrankungen erhöhen. Dafür weist es unter den gängigen Pflanzenölen den höchsten Gehalt an Omega III-Fettsäuren auf. Diese stehen im Augenblick im Fokus der Ernährungswissenschaft weil sie das Herzinfarktrisiko senken. Der hohe Gehalt an Vitamin E wiederum, wirkt als Antioxidant und kann helfen, Krebs zu verhindern.

Die VOG legt aber nicht nur großen Wert auf den Inhalt, sondern auch auf die Herkunft: Für den Vertragsanbau sind nur speziell kontrollierte Sorten zugelassen. Die Landwirte verpflichten sich, Raps ausschließlich für Rapso und sonst für kein anderes Speiseölprojekt zu kultivieren. Die Ölgewinnung erfolgt durch einen einfachen Pressvorgang der angequetschten und erwärmten Saatkörner. Auf eine nachfolgende Extraktion mit chemischen Lösungsmitteln wird verzichtet, damit können mit Sicherheit Rückstände im Öl ausgeschlossen werden – alles Natur pur. Durch diese schonende Verarbeitung bleibt der hohe natürliche Vitamin E-Gehalt großteils erhalten.

Und auch in der Küche macht es eine gute Figur: Es eignet sich für Salate und Dips, Marinaden und Mayonnaise, zum Dünsten, Braten und Backen und auch in der Mehlspeisküche. Im Gegensatz zu Olivenöl beeinflusst es den Eigengeschmack der Speisen nicht und der hohe Anteil an einfach ungesättigten Fettsäuren sorgt für hohe Hitzestabilität. Somit zeichnet sich Rapso auch durch beste Eigenschaften beim Frittieren aus.

//// www.vog.at

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. Österreichische Lebensmittel stehen für intakte Natur, Ursprünglichkeit und Natürlichkeit. (Bildquelle: iStockphoto)
2. Dr. Stephan Mikinovic, Geschäftsführer der AMA Marketing.
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4. Gebrüder Woerle GmbH - Der Natur verbunden
5. Wiesbauer Österreichische Wurstspezialitäten - Frisch in den Frühling
6. Weinkellerei Lenz Moser - Prost aus dem Viertel
7. VOG/Rapso - Gesunder Alleskönner

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