Dole Europe Sortimente im Test

Er ist der Mann im Hintergrund: Jean-Christophe Juilliard ist als Präsident beim Fruchtkonzern Dole Europe in Paris für strategische Entscheidungen zuständig, auch wenn sein Kollege Johan Lindén in Hamburg das Deutschland-Geschäft verantwortet. Der Franzose Juilliard erläutert im Gespräch mit der Lebensmittel Praxis, welche Pläne das Unternehmen auf dem deutschen Markt hat.

Dienstag, 07. September 2010 - Hersteller
Heidrun Mittler

Herr Juilliard, wie wichtig ist der deutsche Markt für Dole Europe?

Jean-Christophe Juilliard: Deutschland ist einer unserer Schlüsselmärkte, der größte innerhalb Europas, wenn man auf den Umsatz schaut. Wir sind hier schon lange in zwei Bereichen aktiv: bei Beschaffung und Verkauf sowie der Logistik von frischen Früchten.

Haben Sie selbst schon in Deutschland Erfahrungen gesammelt?

Nein, aber ich habe während meiner 15-jährigen Tätigkeit für Dole unter anderem in Spanien, Schweden und Frankreich gearbeitet. Für das Geschäft in Deutschland ist Johan Lindén zuständig.

Weltweit vertreibt Ihr Fruchtkonzern eine breite Palette von Obst und Gemüse. In Deutschland hingegen kannte man Dole lange Zeit vorrangig als Anbieter von Bananen, seit einigen Jahren nun auch von Ananas. Werden Sie in nächster Zeit weitere Produkte bei uns in den Fokus stellen?

Tatsächlich, wir haben schon jetzt viel mehr zu bieten, etwa Trauben und Pomelos. Aktuell testen wir Beeren. Wenn die Tests erfolgreich sind, werden wir bald national und rund ums Jahr liefern, und zwar Himbeeren, schwarze Johannisbeeren, Heidelbeeren, Brombeeren, Erdbeeren und Stachelbeeren.

Das sind ja ausgesprochen schwierige Produkte…

Stimmt, deshalb suchen wir weltweit auch die besten Lieferanten aus, die erstklassige Ware bieten. Sie dürfen auch nicht vergessen, dass wir Experten auf dem Gebiet der Logistik sind. Beeren, die wir dem Handel anbieten, sind einige Tage lang verkaufsfähig

.Woher stammt die Ware?

Das hängt von der Jahreszeit ab: zum Beispiel aus Südamerika, Italien oder Spanien sowie Südafrika. In Italien ist Dole schon im Jahr 2009 erfolgreich mit Beeren gestartet, bis Ende dieses Jahres streben wir eine Ausweitung auf ganz Europa an.

Stellen Sie dem Handel spezielle Kühlmöbel zur Verfügung?

Nein, obwohl eine Kühlung natürlich sinnvoll sein kann. Es hat keinen Zweck, diese Ware in den Markt zu pushen. Wir suchen vielmehr die enge Zusammenarbeit mit den Händlern und sind an regelmäßigen Bestellungen interessiert.

Wie sieht es mit Convenience-Produkten in Deutschland aus, also schon geschnittenem Obst und Gemüse?

Ein ausgesprochen wichtiges Thema! In Schweden sind wir mit dem Tochterunternehmen „Saba Fresh Cuts“ schon seit Jahren am Markt. Wir wissen daher genau, dass die Produkte generell nur eine kurze Haltbarkeit haben und in der Herstellung kostenintensiv sind. Wir erwägen momentan, solche Produkte auch für andere Länder zu entwickeln, um dann geschnittenes Obst und Gemüse in ganz Europa anzubieten. Sie können mit Dole in dieser Kategorie rechnen!