Obstmarkt Deutsche essen so viele Birnen wie seit neun Jahren nicht

Der Pro-Kopf-Verbrauch von Birnen ist im Wirtschaftsjahr 2024/25 um 17 Prozent gestiegen. Erstmals seit 2007 wurden heimische Birnen häufiger als Tafelobst genutzt als Äpfel. Den Großteil des Bedarfs deckt der Handel aber weiterhin über Importe – vor allem aus den Niederlanden.

Mittwoch, 05. August 2026, 13:47 Uhr
Theresa Kalmer
Birnen sind in Deutschland so gefragt wie lange nicht mehr: Der Pro-Kopf-Verbrauch stieg im Wirtschaftsjahr 2024/25 auf 2,8 Kilogramm. Bildquelle: Getty Images

Deutsche Verbraucher haben im Wirtschaftsjahr 2024/25 so viele Birnen gegessen wie seit neun Jahren nicht mehr. Der Pro-Kopf-Verbrauch stieg um 17 Prozent auf 2,8 Kilogramm, wie aus vorläufigen Zahlen des Bundeszentrums für Landwirtschaft hervorgeht, die die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) mitteilte.

Insgesamt verbrauchten die Deutschen rund 238.000 Tonnen frische und verarbeitete Birnen – nach gut 199.000 Tonnen im Vorjahr. Pro Kopf entspricht das einem Anstieg um 400 Gramm. Auch die heimische Ernte legte zu: Deutsche Landwirte ernteten 2025 rund 42.290 Tonnen Birnen, 9 Prozent mehr als im Vorjahr. Die wichtigsten Anbaugebiete liegen den Angaben zufolge in Regionen mit mildem Klima, etwa am Bodensee und im Alten Land bei Hamburg.

Bemerkenswert ist laut Zahlen des Statistischen Bundesamtes, dass in Deutschland geerntete Birnen 2025 erstmals seit 2007 häufiger als frisches Tafelobst genutzt wurden als heimische Äpfel. 82 Prozent der deutschen Birnen kamen als frische Frucht in die Haushalte, bei Äpfeln lag dieser Anteil bei 76 Prozent.

Niederlande liefern mehr als ein Drittel der Importmenge

Für den Lebensmitteleinzelhandel bleibt der Import entscheidend: Der Selbstversorgungsgrad lag im Wirtschaftsjahr 2024/25 bei lediglich 14,1 Prozent. Hauptlieferant sind die Niederlande, aus denen Deutschland 2025 rund 56.527 Tonnen bezog – knapp 35 Prozent der gesamten Importmenge. Es folgten Belgien mit 27.123 Tonnen und Südafrika mit 18.945 Tonnen.

Als wichtigste Sorte für den deutschen Handel bezeichnete die Bundesanstalt die Conference-Birne, deren Beliebtheit im Zehn-Jahres-Vergleich stetig gestiegen sei. „Durch die gute Lagerfähigkeit und gezielte Vermarktung gewinnen auch bislang unbekanntere Sorten wie Santa Maria und Xenia an Bedeutung“, hieß es in der Mitteilung.

Die heimische Saison reicht den Angaben zufolge von September bis Dezember, wobei in den Wintermonaten vor allem Lagerfrüchte zum Einsatz kommen. Kurze Transportwege ermöglichen es, dass deutsche Birnen länger am Baum reifen können – ein Vorteil gegenüber Importware.

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