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Im Gespräch mit J. Hotz - Ahold „Die Zeit ist reif, um einen neuen Kanal zu etablieren“

Sonja Plachetta | 17. September 2013

Seit einem Jahr gibt es das Convenience-Konzept „Albert Heijn to go“ auch hierzulande. Deutschland-Chef Jürgen Hotz zieht eine erste Bilanz.

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Der bei Ahold Europe für die neuen Märkte zuständige Manager Albert Voogd sagte im vergangenen Jahr beim Deutschland-Start von „Albert Heijn to go“, Sie seien „am Anfang einer Lernkurve“. Wo auf dieser Lernkurve sind Sie sich jetzt?
Jürgen Hotz: Wir sind sehr viel weiter gekommen und haben einen riesigen Sprung gemacht. Wir sind sehr zufrieden mit dem ersten Jahr, unsere Erwartungen sind erfüllt worden. Aber im Handel gehört es dazu, immer weiterzulernen, da kommt man nie oben an. Wir lernen jedenfalls jeden Tag etwas Neues von unseren Kunden.

Manager mit internationaler Vita
Der studierte Volkswirt Jürgen Hotz (55) begann seine Karriere bei Aldi Süd, wo er zwischen 1985 und 1993 verschiedene Führungsaufgaben innehatte. Anschließend wechselte der Manager zur Tengelmann-Gruppe und war fu?r Plus in Tschechien, Österreich, Polen und Ungarn aktiv. 1994 übernahm Hotz die Geschäftsführung von Plus Spanien, ab 1998 auch die fu?r Plus Portugal und Plus Italien. 2005 zog es ihn nach Frankreich, wo er als Directeur Géneral bei Norma arbeitete. Seit Anfang 2012 ist er Geschäftsführer von Ahold Deutschland.

Was von dem, das Sie gelernt haben, hat Sie am meisten überrascht?
Wir waren zum Beispiel überrascht darüber, dass unser Bekanntheitsgrad viel größer ist, als wir vorher gedacht haben. Auch wenn Nordrhein-Westfalen an die Niederlande angrenzt, hatten wir nicht erwartet, dass so viele Kunden Albert Heijn kennen und deshalb auch eine sehr hohe Erwartungshaltung in Bezug auf das Sortiment an niederländischen Produkten haben.

Welche niederländischen Produkte werden nachgefragt?
Diverse Süßwaren und Getränke, z.B Appelflappen (Apfelkekse), Pindakaas (Erdnusscrème) oder Fristi (Limonade), verschiedene Sorten Hagelslag oder Vla oder die verschiedenen Currygerichte, die typisch sind für die Niederlande.


Wie hoch ist der Anteil an niederländischen Produkten am Sortiment?
Wir haben deren Anteil schon sicher verdoppelt und wollen das Sortiment weiter ausbauen. Im Frischebereich sind fast 100 Prozent niederländische Produkte. Aber wir fixieren uns nicht nur auf diese Artikel, sondern das Sortiment muss insgesamt zum jeweiligen Standort passen.

Was waren bisher die Renner?
Unsere „Broodjes“, unsere Eigenmarken-Salate und frischen Säfte und Smoothies laufen hervorragend.

Welche Artikel haben Ihre Erwartungen nicht erfüllt?
Wir hatten einige Brotaufstriche und Tapas-Produkte, die sich nicht so gedreht haben wie erwartet. Das ist auch standortabhängig. In Essen in der Einkaufsstraße laufen z. T. andere Produkte als am Graf-Adolf-Platz in Düsseldorf, wo vorwiegend Mitarbeiter aus den umliegenden Büros unsere Kunden sind. Die haben wieder andere Wünsche als die Pendler, die vorwiegend in der Düsseldorfer Heinrich-Heine-Allee und in Aachen bei uns einkaufen. Im neuen Markt in Köln sind alle Kundengruppen vertreten, wodurch wir sicher wieder viel lernen können über die Sortimentsoptimierung.