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Frische Logistik Stadtflitzer: die Kleinen mit großem Potenzial

Heidrun Mittler | 30. August 2013

Nutzfahrzeuge, die in den Innenstädten unterwegs sind, werden durch spezielle Um- oder Aufbauten zu maßgeschneiderten Problemlösern. Aspekte, die man vor dem Kauf bedenken sollte.

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Tief einatmen, Luft anhalten, langsam zurücksetzen und hoffen, dass es nicht rummst. Kevin, Absolvent des Juniorenaufstiegsprogramms, muss Ware umlagern. Aus irgendeinem Grund sind im Nachbarort die Tomaten ausverkauft, während er in seinem Markt jede Menge davon hat. Gar keine schlechte Idee, mit dem Kastenwagen durch die engen Gassen zu kurven und dabei laut Musik zu hören! Aber Zurücksetzen ohne Einparkhilfe ist nicht so Kevins Fall, zumindest, wenn er nach hinten nichts sieht. Glück gehabt, keine Schramme im Lack – und die Tomaten sind unversehrt ans Ziel gekommen.

Händler, die häufig Ware transportieren, vertrauen nicht allein auf das Fahrgefühl ihrer Mitarbeiter, sondern setzen auf hilfreiche Technik in ihren Nutzfahrzeugen.

Beispiel Online-Dienste: Edeka-Kaufmann Schubert, der seit 2011 einen Internetdienst betreibt (www.dein-edeka.de), bietet in Rostock und Waren/Müritz ein umfassendes Lebensmittel-Sortiment an. Dazu hat er zwei eigene Lieferfahrzeuge im Einsatz, in denen Ware gekühlt beziehungsweise tiefgekühlt zum Verbraucher gebracht werden kann. Solche Fahrzeuge kann man nicht von der Stange kaufen, sie werden speziell auf die Kundenwünsche zugeschnitten.

Welche Anforderungen das Fahrzeug erfüllen sollte, kann natürlich nur im Einzelfall und -gespräch entschieden werden. Aber einige Aspekte sind in jedem Fall zu berücksichtigen: Wendig und übersichtlich sollte das Fahrzeug sein! Viele Orte beschränken den Verkehr, Fahrzeuge mit mehr als 3,5 t dürfen den Stadtkern oder andere Bereiche nicht oder nur zu vorgegebenen Zeiten befahren.

Doch auch die kleineren Stadtflitzer bieten nach den Auf- bzw. Umbauten jede Menge Möglichkeiten. Ein besonders wichtiger Aspekt ist die Sicherung der Ware. Schienen, Einlegeböden, Zurrleisten und Teleskop-Sperrstangen sowie Absperr-Trenngitter bilden das Gerüst, damit Kisten sicher verstaut und befestigt werden können. Dann gelingt es auch, eine kunstvoll dekorierte Käseplatte ausliefern.

Entscheidend ist die Temperatur: Wird Tiefkühlware gemeinsam mit kühlbedürftigen Produkten wie Frischfleisch befördert? Dann kann ein Mehrkammer-System zum Einsatz kommen, bei dem Trennwände dafür sorgen, dass in den Kammern unterschiedliche Temperaturen gehalten werden können. Falls der Transporter oder Cityflitzer viele Stopps macht oder lange Zeit fürs Ausladen braucht, sollte man über eine zusätzliche Standkühlung nachdenken, die auch dann kühlt, wenn der Motor nicht läuft.

Bildquellen: Edeka-Märkte Ingolf Schubert, Kiesling Fahrzeugbau

Apropos Ausladen: Ein- und Ausräumen der Ware kann „auf die Knochen gehen“, wenn Kisten gehoben werden müssen. Während größere Frischdienst-Transporter meist rückwärts die Entladerampe anfahren und dann mit Hilfe eines Hubwagens entladen werden, ist bei Stadtflitzern nur allzu oft Muskelkraft gefragt. Abhilfe schaffen ausziehbare Rampen, über die die Rollwägen geschoben werden können. Danach wird die Rampe einfach wieder in den Fahrzeugrahmen eingeschoben. Vorteilhaft ist weiter eine niedrige Ladekante, sie erleichtert nicht nur Be- und Entladen, sondern hilft auch kleineren Personen, bequem in den Laderaum einzusteigen. Beachten sollte man, dass der Boden möglichst rutschsicher ist: In Kühlfahrzeugen schlägt sich oft Feuchtigkeit an den Wänden und auf dem Boden nieder, so dass Unfallgefahr besteht. Übrigens kann ein spezieller Kältevorhang verhindern, dass Warmluft von Außen in den Kühlraum einfällt.

Ein wichtiger Aspekt ist die Reinigung des Innenraums, schließlich werden Lebensmittel transportiert. Bewährt haben sich wasserdicht verschweißte Alu-Bodenwannen, die gut mit einem Dampfstrahler zu reinigen sind. In neueren Modellen ist sogar eine „Selbstreinigungsanlage“ eingebaut, durch die Wasser zum Putzen eingeleitet wird.

Die Anschaffung eines Cityflitzers muss gut kalkuliert sein, immerhin können die Aufbauen leicht so viel kosten wie das zu Grunde liegende Auto. Neben dem Kaufpreis sollte man die Energie im Blick haben: Wie hoch ist der Kraftstoff-Verbrauch, wie effizient bzw. teuer ist die Kühlung? Was kostet die Versicherung? Und: Welche Finanzierungsmöglichkeiten gibt es?

Viele Händler suchen ein Angebot aus einer Hand, bei dem ein Ansprechpartner das Auto verkauft und sich gleichzeitig um die Aufbauten kümmert – das kann u. a. vorteilhaft bei Fragen der Gewährleistung sein.

Lösungen aus einer Hand
Nutzfahrzeuge mehrerer Anbieter eignen sich als Basis für einen Cityflitzer, der weniger als 3,5 t wiegt. Auf den Homepages der Hersteller wie Fiat, VW, Opel, Ford, Peugeot oder Renault kann man sich einen Überblick über die Fahrzeugtypen verschaffen. Mercedes Benz bietet Aus- und Aufbaulösungen aus einer Hand ab Werk an. Informationen zu verschiedenen Branchenlösungen findet man im Internet unter „Mercedes Benz Van solutions“. Den Einbau der Ku?hlung und weiterer Komponenten u?bernehmen dabei Spezialisten, wie die Firmen Kerstner (www.kerstner.de), Winter (winter-kuehlfahrzeuge.de) oder Kiesling (www.kiesling.de).
Bildquellen: Edeka-Märkte Ingolf Schubert, Kiesling Fahrzeugbau