Interview mit Stephan Paulke, Basic AG Zweigleisige Expansions-Strategie

Der Bio-Fachhandel expandiert kräftig. Basic-Vorstand Stephan Paulke sprach mit der LP über den sich verschärfenden Wettbewerb im Bio-Markt und das neue Basic-Vertriebskonzept für den konventionellen LEH.

Donnerstag, 09. Februar 2012, 23:00 Uhr
Bettina Röttig
Bildquelle: Hangen

Die konventionellen Vertriebslinien decken das Basis-Sortiment sowohl über ihre Bio-Eigenmarken als auch verschiedene Industrie-Dachmarken ab. Wo liegen für den Händler die Vorteile?

Basic besitzt eine Markenpersönlichkeit sowie das Vertrauen der Verbraucher. Die Händler können durch die Marke Basic ihre Sortimentskompetenz, die Attraktivität der Warengruppe sowie die Glaubwürdigkeit ihres Bio-Engagements enorm stärken. Wir passen die Sortimente gezielt an, schauen also, was an dem einzelnen Standort potenzialträchtig ist. Nicht zuletzt liegt bei dem Depot-System das Waren-Risiko bei Basic, nicht beim Händler. Das führt zu einem guten Vertrauensverhältnis zu unseren Vertriebspartnern.

Sie hatten angekündigt, dass später auch die Frischeartikel zur Verfügung stehen könnten…

Das wird noch dauern. Noch haben wir keine Logistik-Lösung hierfür gefunden.

Welche Ziele haben Sie sich gesteckt? Wie viele Depots sollen es werden? Wie viel sollen sie zum Umsatz beitragen?

Auch hier heißt unsere Devise: Qualität geht vor Geschwindigkeit. Wir haben uns bewusst für eine selektive Distribution entschieden, gehen nur an Standorte, wo das System auch eine Daseinsberechtigung hat. Schließlich gilt es auch, die Warenverfügbarkeit sicher zu stellen. Natürlich haben wir uns klare Ziele gesteckt, aber bitte haben Sie Verständnis, dass ich diese nicht preisgebe.

 

Zur Person
Stephan Paulke (47) übernahm im August 2009 die Position des Vorstandsvorsitzenden der Basic AG. Der BWLer stieg nach dem Studium bei Mars/Effem in Verden ein, es folgten Vertriebs- und Marketingverantwortung bei Tchibo und der Bitburger Braugruppe. Zuletzt war er als Geschäftsführer bei BP tätig, bevor er zum neuen Vorstandsvorsitzenden von Basic ernannt wurde. Hier war er bereits zuvor (2007) im Vertrieb tätig.
 

 

Zum Unternehmen
Die Bio-Supermarktkette Basic AG wurde 1997 von Georg Schweisfurth (Herrmannsdorfer Landwerkstätten), Richard Müller (Chiemgauer Naturfleisch), Johann Priemeier (Antersdorfer Mühle) und Hermann Oswald (Epos-Fachgroßhandel für ökologische Gastronomie) gegründet. Im Juli 2007 ging die Schwarz-Gruppe eine Minderheitsbeteiligung an der nicht börsennotierten Basic AG ein. Nach Protesten von Lieferanten und Kunden wurde im November 2007 bekannt gegeben, dass die Gruppe ihre Beteiligung wieder abgebe. Es folgte eine wirtschaftliche Krise. Im Geschäftsjahr 2010 kehrte Basic in die schwarzen Zahlen zurück. 2011 erwirtschaftete das Unternehmen (742 Mitarbeiter) 106 Mio. Euro - ein Plus von 6 Prozent gegenüber Vorjahr. Heute betreibt Basic 24 Bio-Supermärkte in 14 deutschen Städten und zwei Märkte in Österreich mit Flächen zwischen 650 und 1.100 qm, die jeweils ein Bio-Vollsortiment mit durchschnittlich rund 11.000 Artikeln bieten, darunter 350 Artikel der Eigenmarke Basic. Der Fokus liegt auf den Bedientheken für Fleisch und Wurst, Käse sowie Backwaren. 2009 startete der eigene Online-Shop, Anfang 2011 das Basic-Depot-Konzept im konventionellen LEH.

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